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übrig

mhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

übrig

übrig

über Präp. zur Angabe einer räumlichen Lage ‘oberhalb’ (das Bild hängt über dem Schrank), ‘unmittelbar darauf’ (eine Schürze über dem Kleid tragen), einer nach oben gerichteten Bewegung (über etw. springen) oder Erstreckung (der Baum ragt über das Dach hinaus), einer von oben nach unten gerichteten Bewegung (Wasser über das Beet gießen), einer in die Zukunft weisenden Zeitspanne (über ein Jahr kommen wir zurück), eines Zeitraumes (über Ostern); Adv. zur Bezeichnung des Überschreitens einer Quantität, Qualität, Intensität ‘mehr als’ (über drei Kilo, über zwei Wochen), als Wortpaar über und über ‘völlig, ganz und gar, von oben bis unten’. Ahd. ubar (8. Jh.), ubari Adv. (8. Jh.), mhd. über, (md.) uber, ober, asächs. oƀar, oƀer, ofer, mnd. mnl. ōver, nl. over, aengl. ofer, engl. over, anord. yfir, schwed. över, got. ufar Präp., ufaro Adv. führen mit den außergerm. Verwandten aind. upári ‘oben, über’, awest. upairī̌, griech. hýper, hypér (ὕπερ, ὑπέρ) ‘über, im Übermaß, über … hinaus, oberhalb’, lat. (mit s-Präfix) super ‘oben, auf, darüber’, air. for ‘über, über … hinaus’ auf ie. *upér(i) ‘über, oberhalb’, auch ‘über … hinaus’, eine Bildung mit komparativischem r-Suffix zu ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘von unten hinauf, über’ (s. auf, 1ob). Die mhd. nhd. Form über (mit Umlaut) geht auf das Adverb ahd. ubari zurück. – überall Adv. ‘an allen Orten, bei jeder Gelegenheit’, ahd. ubaral (8. Jh.), mhd. überal, zusammengesetzt mit dem Akkusativ Neutr. von all (s. d.); vgl. mnd. mnl. ōveral, nl. overal, aengl. ofereall, engl. overall (‘umfassend’). überein Adv. ‘gleichmäßig, zusammenstimmend’, übereins (15. Jh.), mhd. überein, Zusammenrückung von mhd. über ein(ez) ‘in einem Sinne, gleichmäßig, ganz und gar’. überhaupt Adv. ‘insgesamt (gesehen)’ (15. Jh.), verstärkend bei Verneinungen (vgl. überhaupt nicht ‘ganz und gar nicht’, 18. Jh.), als Partikel in Fragesätzen ‘eigentlich, denn’ (Ende 17. Jh.), in der Handelssprache im Sinne von ‘in Bausch und Bogen, im ganzen, en gros’, vgl. überhaupt kaufen (‘insgesamt, nicht einzeln nachgezählt oder gewogen kaufen’, 18. Jh.). Zusammenrückung der Präp. über mit dem Akkusativ des Substantivs Haupt (s. d.), vgl. mhd. über houbet ‘über das Haupt, die Häupter hin’, d. h. ‘ohne die Stücke (Vieh, dann auch Menschen) zu zählen’; eine wohl aus der Viehwirtschaft stammende Fügung. übrig Adj. ‘(als Rest) vorhanden, verbleibend, restlich’, mhd. überic, überec; auch ‘überflüssig, überschüssig, zuviel’, vgl. ein übriges tun ‘mehr tun, als verlangt wird, als nötig ist’ (16. Jh.), aus der theologischen Sprache der Reformationszeit, eigentlich ‘mehr tun, als Gott von einem verlangt’; dazu übrigens Adv. ‘nebenbei bemerkt, gesagt, außerdem’ (Ende 17. Jh.; wohl in Analogie zu erstens); dafür auch im übrigen ‘ansonsten, außerdem’ (17. Jh.); erübrigen Vb. ‘etw. übriglassen, ein-, ersparen’, reflexiv (unpersönlich) ‘unnötig, überflüssig sein’ (Mitte 16. Jh.), aus der Kanzleisprache, älter erübern ‘übrigbehalten’ (14. bis Ende 17. Jh.). Überbein n. ‘Auswuchs einer Sehnenscheide oder Gelenkkapsel’ (besonders am Hand- oder Fußrücken), mhd. überbein; zu Bein ‘Knochen’ (s. d.), eigentlich ‘darüberliegender Knochen’, da fälschlich für Kochenauswuchs gehalten. überraschen Vb. ‘unerwartet (an)treffen, in Erstaunen setzen’ (16. Jh., häufiger seit 18. Jh.), zu rasch (s. d.), eigentlich ‘plötzlich über jmdn. kommen, herfallen, (den Feind) überfallen’; Überraschung f. ‘Erstaunen, Verwunderung über Unerwartetes’ (18. Jh.), ‘unerwarteter feindlicher Überfall, Überrumpelung’ (17. Jh.)
3558 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    übrigadj.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz)

    überic adj. Kchr. Lucid. RAlex. RWchr. StrAmis Erz.iii DvAPat. DSp. Secr. HTrist. Vät. Gund. HvBurg. HvNst. Ot. BibVor. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Übrig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Übrig , adj. & adv. was außer der gemeldeten oder bestimmten Quantität eines Dinges eben derselben Art noch da oder vorh…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    übrig

    Goethe-Wörterbuch

    übrig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    übrig

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    übrig [éwrik Lutterb. ; ìwri Str. ; ewəri K. Z. ; ewəriχ Wörth Ndrbetschd. ] übrig. Ü. lo n übrig lassen ; ü. blibe n ei…

  5. Sprichwörter
    Uebrig

    Wander (Sprichwörter)

    Uebrig 1. Das ist so übrig wie Dreck zu Weihnachten. – Weinhold, 15. 2. Hast du was übrig, um wegzugeben, so lass es reg…

  6. Spezial
    übrig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    üb|rig adj. che resta, romagnënt (-nc, -a), d’avanz, dessurora, avanzé (-zá, -zada). ▬ übrig bleiben resté; romagne; ava…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit uebrig

16 Bildungen · 13 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von uebrig 2 Komponenten

ueb+rig

uebrig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

uebrig‑ als Erstglied (13 von 13)

übrigbleiben

Pfeifer_etym

uebrig·bleiben

bleiben Vb. ‘einen Ort nicht verlassen, einen bestimmten Zustand beibehalten, übrig sein’, ahd. bilīban ‘(weg-, unter)bleiben’ (8. Jh.), mhd…

Übrigbleibsel

PfWB

Übrig-bleibsel n. : = Überbleibsel , Iwwrichbleibsel [ SP-Harths LA-Insh ], Iwwerich- [ KB-Gauh ].

übrig bliben

ElsWB

uebrig·bliben

übrig blibe n 1. überbleiben, von Speisen U. Du mues t s Üwriggebliwe ne s në h me n , s is t suns t nix do! Ndhsn. 2. übrig bleiben: e s bl…

übrigen

DWB

ueb·rigen

übrigen , v. , 1. jemanden eines dinges ü., überheben, davon befreien. 15. bis 18. jahrh., s. Brenner it.-dtsch. sprachbuch (1424) in Bayern…

übrigens

DWB

uebrig·ens

übrigens , adv. im übrigen, sonst, seit dem ende des 17. jahrh. in der neueren prosa und verkehrssprachlich in breiter verwendung. im übrige…

Uebriges

Wander

Uebriges Er kann ein Uebriges thun. – Klix, 114; Parömiakon, 1571. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Das Uebrige kommt nach, sagt Herr Kardorf. I…

Uebrighaben

Wander

uebrig·haben

Uebrighaben Er hat nichts mehr übrig als dreissig Tage im Monat und zum Kauen die Nägel. -Unterhaltungen des lit. Kränzchens in Königsberg, …

übrigkeit

DWB

uebrig·keit

übrigkeit , f. , überflusz, üppigkeit: man solt mäsziglich leben und sich vor aller übriheit hüten, guadarsi da ogni superfluità Arigo decam…

Uebriglassen

Wander

uebrig·lassen

Uebriglassen 1. Wer nüt will übrig la, richt mit dem grosse Kelle-n a. – Sutermeister, 146. 2. Lässt er was übrig, so streich's an die Hosen…

Ableitungen von uebrig (3 von 3)

entübrigen

DWB

entübrigen , gleichviel mit übrigen, neben gen. der sache, 1 1) überheben, entledigen, liberare: die fourierschützen hatten mitleiden mit mi…

erübrigen

DWB

erübrigen , gleich dem vorhergehenden, 1 1) es erübrigt noch die frage u. s. w. 2 2) ich kann keine zeit dazu erübrigen; er hat keinen helle…

verübrigen

DWB

verübrigen , v. , erübrigen: schweiz. id. 1, 61; Fischer 2, 1395 ; das sie so viel nicht solten verübriget haben, das sie einen tag sich beh…