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träglich

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

träglich adv.

Bd. 21, Sp. 1152
träglich, adv. , träge, als adjectiv unlebendig, nur je einmal bei Notker, s. u. 2, im hl. Bonus, bei dem Italiener Thomasin v. Zercläre s. u. 3 und in einer glosse des voc. ex quo (1482), tabere fueln vel tragelich sin s. bei Diefenbach 571a belegt. als adverbielle -lich, -e, -en ableitung zu mhd. træge, trâc seit Wolfram von Eschenbach Parz. 4, 18 bis zum ende des 16. jhs. literarisch bezeugt, zuletzt im buch d. liebe (1587) 109a (1598 noch einmal in der occasionellen weiterbildung träglichtig languidulus Calepinus undec. ling. 792a), doch schon in den drucken Z-Oa der ersten deutschen bibel 4, 311 durch träg und faul ersetzt. auszerhalb des deutschen im holländischen: traeghelick tarde, segniter, ignaviter, pigre Kilianus Duffläus (1605) 564b; tragelijk adv., wenig gebräuchlich, in träger, langsamer weise, faul, sorglos Dale groot wb. der nl. taal4 2, 1789. im mhd. überwiegt anfänglich die form mit a (æ nur hs. D von Wolframs Parz. und Heinrich v. Beringen 8697 — neben a 10035), dann aber die mit æ, e (trægleich, -en Konrad v. Megenberg buch der natur 56; 248; tregleichen ders. sphära 17; Tauler pred. 35 Vetter; trêclîchen dtsche mystiker 1, 175 Pfeiffer), während die mit -a- immer seltener wird (traklich Seuse dtsche schr. 228 Bihlm.; s. Georg. prediger 199; trâchliken Magdebg. Äsop 63, 5 Seelm.; zuletzt traglich noch bei S. Franck weltb. [1534] 144a; Frisius 352b und 644a). selten mit fugenvokal: dregelich(en) Diefenbach 591a; 573c; tragelich 571a. 11) langsam, schwerfällig, in den glossen für tarde Diefenbach 573c; lente ebda 323c; tractim 591a, bes. von körperlicher bewegung: iedoch hân ich den krebz für sich sehen gên gar sain und trægleichen Konrad v. Megenberg buch der natur 248; mit enem esele, de was schef, tobroken, mager, trach unde olt ... hirumme he trachliken gink, des he vil mannigen slach entfink Magdebg. Äsop 63, 5 Seelm.; der jud ... steht auch nit traglich, sunder frisch auff, eingedenck, wann yetz ein christ käm, daran er etwas wiste zuogewinnen, so stünde eylendts auff S. Franck weltb. (1534) 144a. mhd. häufig als litotes verwandt, 'gar nicht': daz man die trâglich vehten siht, die dâ der künic ze herte hât ... für daz unzîtlich lîden siht man sî strîte mîden Heinrich v. Beringen 10035; vgl. 8697; Rudolf v. Ems Barlaam 121 Pfeiffer. auch von zähflüssigem: wann aber das bluot von den grossen aderen käm, genant vena maiorum, so geet es treglich heraus und ist grob und naiget sich zuo etlicher purpurfarbe schwartz Braunschweig chirurgia (1539) 17a. unsinnlicher: do antwertete her trêclîchen, wan her was nit wol gesprêche dtsche mystiker 1, 175 Pfeiffer. 22) in der anwendung auf die stimmung und den willen des menschen drängt sich die bedeutung 'miszmutig, verdrossen' in den vordergrund; noch stärker, aber wohl occasionell, einmal bei Notker: intuens meum vultum gravem luctu atque deiectum in humum merore anasehende min analutte traglichez fone wuofte unde fone truregi nidergehangtez schr. 1, 13 P.; accidiose, anxie Diefenbach nov. gloss. 5, 27; swer ... mit swärem hertzen tragklich gotte dienet ane vrölich zuoversiht, der mag niemer alz lihteklich und alz gelustklich gotte dienen alz der frilich im dienet s. Georg. prediger 199; sie (die rechte liebe) tuot nichcz träglich, sonder alweg schnel und unverdrossen, und ob sich etwann widerwertikait begäbe, so erbüt sie sich ungebetten mü, arbait und kümernüzs umb hilflich rAvt zeleiden Stainhöwel de claris mulieribus 111 lit. ver.; buch der liebe (1587) 312; dâ soltu (Maria) mînen sin zuo strecken, daz ich dich lobe nâch dînem rehte. wan mir sündigem knehte ist gar ze unmügelîch. doch ist mînem willen niht træglîch, ich sî dir dienstes bereite. mîn zungen mir geleite hl. Bonus 10 in zs. f. d. a. 2, 208; vgl. mir ist nicht träge mihi non pigrum, sp. 1043. 33) als tadel und vorwurf 'faul': treglich pegramente ital.-dtsch. sprachb. (1424) in Brenner-Hartmann Bayerns ma. 2, 417; ignave faulklich, traglich, zaglich, liederlich ... Frisius (1556) 644a; aver daz ist billich unde reht, daz der herre slahe den kneht, swenner sich versûmt ze hart an sîner træclîcher vart Thomasin v. Zercläre 9540; lasz uns nit lenger rasten noch tragklich beiten und hilfe, das wir die zierlichen junckfrawen erlösen volksbuch v. herzog Ernst 260 Bartsch; untz wie lang versaumt irs treglich und get nit ein zubesitzen das land (Luther seid ir so lass Jos. 18, 3) erste dtsche bibel 4, 311; das pewrisch gepöfel polnischer sprach der feldarbait treglich wartende ist mer geflissner zum getranck G. Alt buch d. cronicken (1493) 267a; sy ... bald auss dem kor gand oder träglichen stand on andacht das summertheil der heyl. leben (1472) 121a; wan wir sie (gottes gaben) hond und aber treglich und faulklich mit wircken, daz sie got uns solt nemen, noch nymet sie der herr uns nit Keisersberg evangelia (1517) 122a; wie träglich sorgt die göttin der liebe meiner hitz ein erkülung zu verleyhen buch der liebe (1587) 109a.
5000 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    træglich

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    træg-lich , træg-lîche s. træclich.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Träglich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Träglich , -er, -ste, adj. et adv. ein im Hochdeutschen veraltetes Wort für erträglich, was sich ertragen läßt. Es kom…

  3. modern
    Dialekt
    träglich

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    träglich in ab- , ein- , er- , nach- , verträglich .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit traeglich

16 Bildungen · 1 Erstglied · 12 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von traeglich

trag + -lich

traeglich leitet sich vom Lemma trag ab mit Suffix -lich, mit Umlaut-Wechsel.

traeglich‑ als Erstglied (1 von 1)

träglichkeit

DWB

traeglich·keit

träglichkeit , f. , tolerantia: umb die behaltsam, die do wirckt die treglikeit ( vulg.: tolerantiam ) der selben leidungen, die auch wir le…

traeglich als Zweitglied (12 von 12)

abträglich

DWB

abtrag·lich

abträglich , nocivus, abtrag thuend : halte ich dafür, es solte ihm nicht abträglich, sondern in viel weg nützlich und bequem erscheinen. Ki…

austräglich

DWB

austrag·lich

austräglich , fructuosus, quaestuosus ( Haltaus 86 ): ob der anschlag nit genugsam oder austreglich erfunden wurde. reichsabsch. von 1501 §.…

einträglich

DWB

eintrag·lich

einträglich , fructuosus, utilis: eine veränderung, welche der sittenlehre sowol als den wissenschaften gleich einträglich ist. Kant 9, 23 ;…

erträglich

DWB

ertrag·lich

erträglich , mediocriter, non male, so ziemlich: sie singt erträglich; zuletzt lief alles erträglich ab; Ernestine befindet sich erträglich,…

nachträglich

DWB

nachtrag·lich

nachträglich , adj. und adv. 1 1) als nachtrag, nachgetragen, nachgeholt; im nachtrage, nachholend, hinterdrein: nachträgliche bemerkung, na…

unerträglich

DWB

unerträglich , verbaladj. adv. , gegentheil von erträglich, seit dem 16. jh. älteres unträglich ( s. d. ) verdrängend. vgl. insuportabilis (…

unträglich

DWB

unträglich , adj. adv. , gth. v. träglich ( s. d. ). mhd. untregelich; mnd. undrachlik, -drechlik, -dragelik, -dregelik; mnl. ondrachlijc; n…

unverträglich

DWB

unver·traeglich

unverträglich , adj. adv. , nicht verträglich ( s. d. ). ahd. unfartraganlih, unfertragenlich; mhd. unvertragelich, -tregelich; mnd. unvordr…

unzuträglich

DWB

unzuträglich , adj. adv. , nicht zuträglich ( s. d. ). infructuosus, detrimentosus Stieler 2315 ; doch Kramer (1702) 2, 1114 a (ein fall, de…

verträglich

DWB

vertrag·lich

verträglich , einziges noch übliches adj. und adv. zu vertragen. eine nebenform verträgig erlischt im 16. jh.: mhd. wb. 3, 77 b ; Lexer 3, 2…

vorträglich

DWB

vortrag·lich

vorträglich , adj. , nützlich, förderlich, s. vortragen 17; vgl. fürträgenlich, fürträglich teil 4, 1, 1, sp. 911; fürträgenlich Lexer 3, 61…

zuträglich

DWB

zutrag·lich

zuträglich , adj. , nur gelegentlich und n. m. ü., ' vorkommend ': der zuträglichen schäden einer M. Böhme roszarznei (1618) 7 ; ein zuträgl…

Ableitungen von traeglich (3 von 3)

erträglich

DWB

erträglich , mediocriter, non male, so ziemlich: sie singt erträglich; zuletzt lief alles erträglich ab; Ernestine befindet sich erträglich,…

unträglich

DWB

unträglich , adj. adv. , gth. v. träglich ( s. d. ). mhd. untregelich; mnd. undrachlik, -drechlik, -dragelik, -dregelik; mnl. ondrachlijc; n…

verträglich

DWB

verträglich , einziges noch übliches adj. und adv. zu vertragen. eine nebenform verträgig erlischt im 16. jh.: mhd. wb. 3, 77 b ; Lexer 3, 2…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „traeglich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/traeglich/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „traeglich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/traeglich/dwb. Abgerufen 16. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „traeglich". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/traeglich/dwb.
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