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Toback

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Toback

Bd. 7, Sp. 184
Wossidia Toback jünger Taback (früher meist endbetont) m. Tabak I. Sachliches 1. Anbau a. geschichtliche Entwicklung: Tabak wurde in Mecklenburg spätestens seit dem Ende des 17. Jh. angebaut, vor allem in Sta@ und durch die in GüGüstrow@BützowBütz angesiedelten aus Frankreich vertriebenen Reformierten: Monh. 12, 138; 'schon im Jahr 1706 suchte Herzog Friedrich Wilhelm g. G. dem Tobacksbau aufzuhelfen, aber ohne Erfolg' Langerm. 152; seinen größten Umfang erreichte der Anbau im letzten Drittel des 18. Jh.: 'der Landwirth in Mecklenburg fänget jetzt an, Toback in großer Menge zu bauen' Nützl. Beitr. 1772, S. 74; 'die Einführung der Regie in den Preußischen Staaten und die Versperrung der Zufuhr aus Amerika durch den Krieg veranlaßte die hiesigen Landsleute, sich auf den Tobacksbau zu legen. Man bauete von 1772 bis 1782 eine große Menge Toback im Lande' Langerm. 151; '(Anbau von Tabak) ward auf der Bützowschen Stadtfeldmark stark betrieben' (1805) Schum. Vieh. XXVIII; 'man kann annehmen, daß der Tabacksbau in Mecklenburg-Strelitz ... gegen früher keineswegs abgenommen hat' Meckl. Wochenbl. 1837, S. 245; '(der Anbau von Tabak ist) in den letzten Jahren, besonders durch vermehrten Rappsbau, so sehr vernachlässigt worden' Arch. Landesk. 1857, S. 528; um die Mitte des 19. Jh. wurde nur noch in Sta@ in namhafter Weise Tabak angepflanzt, 1914 nur noch auf ganz wenigen Gütern: Monh. 12, 138. b. Arten, Aussaat, Pflege, Ernte: es wurde vor allem der Virginische Tabak, nicotiana tabacum, daneben der Bauerntabak, nicotiana rustica, angebaut: Wred. Flora 1, 316; die Tabakspflanzen zog man in gegen Kälte geschützten Mistbeeten (s. Tobacksbedd'); wenn sie fünf bis sechs Blätter getrieben hatten, verpflanzte man sie auf einen gut gedüngten und sorgfältig vorbereiteten Acker, der weder zu sandig noch zu lehmig war; in der Fruchtfolge hatte der Tabak durchweg seinen Platz auf der Brache, nach dem Abernten wurde dann Wintergetreide gesät: Eng. Landw. 3, 485; Land. Ann. 1813, S. 76; mehrmaliges Hacken und Behäufeln war notwendig: 88; die Blütenstände und Seitentriebe mußte man ausbrechen (gizen) WaWaren@WredenhagenWred; die Blätter wurden nach und nach gepflückt, sobald sie begannen, kleine gelbe Flecken zu zeigen: Nützl. Beitr. 1837, S. 67; mit der Tobacksnadel wurden sie auf Schnüre gezogen (bandelieren, uptrecken) und zum Trocknen in die Tobacksschün oder auf einfachere Vorrichtungen gehängt: up ne Holtrüst würd' de Taback henhängt StaStargard@RühlowRühl. c. Formen des Anbaus: gewöhnlich wurde das gedüngte und zum Pflanzen vorbereitete Ackerland Tabakpflanzern überlassen, die dafür die Hälfte der Ernte an den Grundherrn ablieferten: Monh. 12, 138; vgl. Tobacksplantür; zu den gleichen Bedingungen befaßten sich aber auch die ländlichen Handwerker- und Tagelöhnerfamilien mit dem Anbau von Tabak: Meckl. Wochenbl. 1837, S. 244; Land. Ann. 1860, 1, S. 197; de beiden Wäwers müßten in 'n Sommer den Taback besorgen för den Hoff WaWaren@KlocksinKlocks; nur vereinzelt wird von bäuerlichem Anbau des Tabaks berichtet, s. Tobacksbuer; Meckl. Wochenbl. 1837, S. 244. 2. Verarbeitung: 'das mehreste (an Toback) ... wird im Lande versponnen und verbraucht' (1786) Langerm. 152; die Verarbeitung erfolgte handwerksmäßig durch den Tobacksspinner oder manufakturmäßig in der Tobacksfabrik; auch für den Eigenverbrauch wurde Tabak zubereitet: Vadder bestellte sick Tabackbläder bi 'n Buern WaWaren@TressowTress. II. Sprachlicher Niederschlag 1. 'Toback' Paulli 680c; Mi 93b; a. Spr. Toback drinken rauchen: 'so soll auch kein Wirth gestatten, das ... Leute ..., so bey ihm Logiren, Tobak trincken' (1676) Bär. Ges. 4, 1, 301; (1682) Beitr. Rost. 9, 86; rug' Toback unbearbeiteter Tabak, s. ruuch 2 b; spunnen Toback (zu Schnüren versponnener Tabak) würd' in grote Rullen köfft un üm 'n Hals hängt WaWaren@JabelJab, Syn. und andere Sorten s. die Zss.; im Vgl.: Dat ganze Schipp, dat fung tau dampen an, As wenn so'n Wallfisch rokt Toback Reut. 1, 85. 2. Rdaa. a. mit Toback in eig. Bedeutung; wenn ein starker Raucher gestorben ist: nu ward de Taback billiger SchwSchwerin@PampowPamp; Beispielsprw.: wat sin möt, möt sin, hett de oll Mann seggt, Brot süll dor woll sin, Taback möt dor sin WaWaren@EldenburgEld; keen Pip Toback wiert sin nichts wert sein Schwarz; Stillfr. Köst. 2, 74; dor is nich ne Pip Toback bi œwer dabei ist nichts zu verdienen Wa Waren@PenzlinPenzl; wi willn mal ierst ne Pip Taback maken eine Arbeitspause einlegen Ro; etwas ist ne gaud' Pip Toback entfernt, nämlich so weit, wie man zurücklegen kann, wenn man eine Pfeife Tabak raucht Wo. Sa.; E. Boll Gesch. 2, 670. b. mit Toback in bildl. Verwendung: dat geiht œwer 'n Toback das geht zu weit RoRostock@KühlungsbornKühl; door hadd ick minen Taback (da hatte ich erfahren, wie mißlich meine Lage war) Puls Hw. 56; dat 's barschen Toback das ist eine böse Sache Mi 6a; dat was scharpen Toback (eine schroffe Zurechtweisung) Stillfr. Köst. 2, 133; ick heff em starken Taback gäben ihn scharf angefaßt Schw Pamp; sprw.: weck Lüd' wœlen scharpen Toback hebben, wenn se œwerall tüm Pruusten kamen sœlen Bri. 6, 75; Beispielsprww.: scharpen Toback, säd' de Voß, dunn hadd' dei Jäger em in 't Mul schaten Meckl. 19, 24; dat 's scharpen Toback, säd' de Katt, donn rök sei in 't Päperfatt PaParchim@KladrumKladr; Prügel: dor gifft 't Toback Wa; Dung: dee hett em œwer Toback gäben den Acker stark gedüngt Wa; Futter: dei gifft de Käuh Toback füttert sie gut WaWaren@MarihnMar; Kraft: nu (auf dem Sterbebett) is de Taback all' WiWismar@KirchdorfKirchd; ebenso bei großer Hitze Wa@ KLuk. 3. Reime: Solang' de Pip Toback noch smeckt, Steiht de Dod nich hinner dat Heck Ma; Gaud' Stück Brot tau 'n Hungerstillen, Pip Toback verdrifft de Grillen LuLudwigslust@LeussowLeuss; Marie Mara Marockelnoors Hett 'n Pund Toback in 'n Noors Wo. V. 4, 306. 4. in der Verbindung Anno Toback in, vor alter Zeit: dat wir Anno Toback Ro; sörre Anno Toback Bri. 5, 46; weitere Belege und ähnliche scherzhafte Verbindungen s. Anno. III. Sage: in das Geldfüer muß man Tabak werfen LuLudwigslust@ConowCon; den Namen Toback erklärt eine Legende, die berichtet, Adam habe mit einem Blatt von dieser Pflanze Evas Blöße tobackt WaWaren@RogeezRog. — FN.: Tobacks-, Tabacksacker, -barg, -block, -brok, -büdel, -grund, -horst, -koppel, -pahl, -wisch. Zss.: Älen-, Blücher-, Brunsilgen-, Büdel-, Fleigen-, Heister-, Müggen-, Pipen-, Platen-, Preister-, Priem-, Rok-, Rull-, Scheper-, Smök-, Snuf-, Stangen-, Wusttoback. — Kü. 3, 399; Me. 5, 2.
6287 Zeichen · 124 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Toback

    Goethe-Wörterbuch

    Toback [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  2. modern
    Dialekt
    Toback

    Mecklenburgisches Wb.

    Toback jünger Taback (früher meist endbetont) m. Tabak I. Sachliches 1. Anbau a. geschichtliche Entwicklung: Tabak wurde…

  3. Sprichwörter
    Toback

    Wander (Sprichwörter)

    Toback Toback , s. Taback. Er reitet nach Toback. – Frischbier 2 , 3771. Wenn jemand eilig und in stossendem Trabe reite…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit toback

51 Bildungen · 47 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von toback 2 Komponenten

tob+ack

toback setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

toback‑ als Erstglied (30 von 47)

tôbacken

MNWB

tob·acken

tôbacken , swv. : verkleben, „ Weme de oghen des morghens tho backen also dat he se nicht vpdoen kan. de wasche se mit huslokes sappe. iij. …

Tobacksbedd'

MeckWB

Tobacksbedd' n. Mistbeet im Garten zum Aufziehen der Tabakspflanzen, das zum Schutz gegen kalte Zugluft von einem möglichst dichten Zaun umg…

Tobacksblas'

MeckWB

toback·s·blas

Tobacksblas' f. als Tabaksbeutel zurechtgemachte Schweinsblase Bri. 7, 52.

Tobacksbrauder

MeckWB

toback·s·brauder

Tobacksbrauder m. jem., der dem Tabak zugetan ist; sprw.: Tobacksbräuder verlaten sick nich Schw Pamp ; Reut. 4, 383.

Tobacksbüdel

MeckWB

toback·s·buedel

Tobacksbüdel m. Tabaksbeutel 1. eig.: de Tobacksbüdel wir von Linnen Ro Niederh ; den samten Tobacksbüdel hett de Brut stickt Bliesekow; Lu …

Tobacksbuer

MeckWB

toback·s·buer

Tobacksbuer m. spottend für die Bauern in Wa Jab und Dam, die Tabak anbauten Wa HWang .

Tobacksdos'

MeckWB

toback·s·dos

Tobacksdos' f. Tabaksdose Müll.-Friese 132; runde, etwa 12 cm hohe Tabacksdosen aus Holz brachten die Seeleute aus Rußland mit Ro Warn .

Tobacksfabrik

MeckWB

toback·s·fabrik

Tobacksfabrik f. Manufaktur oder Fabrik zur Verarbeitung des Tabaks: eine größere Tabaksfabrik wurde 1781 in Ha errichtet Monh. 12, 138; 'kl…

Tobacksfabrikant

MeckWB

toback·s·fabrikant

Tobacksfabrikant m. Inhaber einer Tobacksfabrik: 1847 wurden 23 Tabaksfabrikanten zur Kontribution veranlagt Gem. Arch. 2, 257.

Tobacksfräter

MeckWB

Tobacksfräter m. scherzhaft jem., der Tabak kaut: en dullen Tabacksfreter H. Schröd. Buerh. 2, 133.

Tobackshaler

MeckWB

Tobackshaler m. scherzhaft voreheliches Kind Wa.

Tobacksjud'

MeckWB

toback·s·jud

Tobacksjud' m. Tabaksaufkäufer: Tobacksjuden nennten wi alle Koplüd', dee Toback köfften von de Buern Sta Friedl .

Tobackskeik

MeckWB

Tobackskeik f. wie -fräter: oll Tobackskeik Schö Carl .

Tobacksklaats

MeckWB

Tobacksklaats f. Fest nach Beendigung der Tabakernte Wa KLuk .

Tobackskram

MeckWB

toback·s·kram

Tobackskram m., n. Tabak und das zum Rauchen notwendige Zubehör: uns' Tobackskram Ro Ribn .

Tobackskutsch

MeckWB

toback·s·kutsch

Tobackskutsch f. wie -bedd' Wa Wred ; 'die s. g. Tabackskutschen' Prakt. Wochenbl. 1840, S. 35.

Tobacksmaker

MeckWB

toback·s·maker

Tobacksmaker m. wie -spinner: de Tabacksmaker plückten sick Kirschenbläder Gü Aug .

Tobacksmetz

MeckWB

toback·s·metz

Tobacksmetz n. einer kleinen Snid'lad' ähnliche Vorrichtung zum Schneiden der Tabaksblätter Sta.

Tobacksnadel

MeckWB

toback·s·nadel

Tobacksnadel f. etwa 12 cm lange Nadel, mit der man die Tabaksblätter auf Schnüre zog Sta Rühl ; Tabacksnadeln heff ick naug smäd't Ma Dev .

Tobackspapier

MeckWB

toback·s·papier

Tobackspapier n. Tabakspapier: 'eine große Parthie Tabacks-Papier' N. Strel. Anz. 1831, S. 168 a ; as Tobackspapier kek de Huw unner de Hüll…

toback als Zweitglied (3 von 3)

Ätentoback

MeckWBN

Wossidia Ätentoback m. Kautabak Wa Waren@Penzlin Penzl .

Büdeltoback

MeckWBN

buedel·toback

Wossidia Büdeltoback m. Tabak, der im grauen Papierbeutel verkauft wurde Gü @ Zern.

Hunn'toback

MeckWBN

hun·n·toback

Wossidia Hunn'toback m. eine Tabaksorte; dor wir 'n Tier up maalt Wi Wismar@Kirchdorf Kirchd .

Ableitungen von toback (1 von 1)

vertobacken

MeckWB

vertobacken verprügeln Ro Marl ; Griebn; dunn hew ik em dor vertobakt nah Strich un Faden Hack. Papp. 61; Wa; ausschelten Gü Gülz .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „toback". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/toback/meckwb?formid=T01979
MLA
Cotta, Marcel. „toback". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/toback/meckwb?formid=T01979. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „toback". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/toback/meckwb?formid=T01979.
BibTeX
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