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Tilgen

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Tilgen v., trs

Bd. 4, Sp. 827a
Tilgen, v. trs. der Fortdauer eines Dinges ein Ende machen, des Daseins berauben. Das Ungeziefer ist nicht zu tilgen. Das Unkraut tilgen. Damit er in tilgt von der weldt. Theuerdank, K. 79. Dort, wie ich landete, tilgte mich fast an der Küste die Brandung. Voß. Tilgen und vertilgen lassen sind noch so unterscheiden, daß tilgen als das weniger bedeutende für, der Kraft berauben, unwirksam machen, vertilgen aber für, dem Dasein völlig ein Ende machen gebraucht wird. Vergl. auch zerstören, zernichten, ausrotten. Uneigentlich. Eine Schuld tilgen, sie aufhören machen, dadurch, daß man sie bezahlt oder daß man sie im Schuldbuche auslöscht, ausstreicht. Eine Feuersbrust tilgen, sie aufhören machen, dadurch daß man das Feuer löscht, erstickt. Und (wenn du) eines Bürgerkrieges furchtbar'n Brand I seinem ersten Funken weise tilgest. Göthe. Selbst die Spuren davon sind getilgt, sind vernichtet. Der Zweifel meiner fürstlichen Geburt, Er ist getilgt, so bald ich dich vertilge. Schiller. Aus dem Buche der Lebendigen tilgen, in dem Buche der Lebendigen ausstreichen, vertilgen. »Ih will den aus meinem Buche tilgen, der an mir sündiget.« 2 Mos. 32, 33. Ungewöhnlicher wird es in der Bibel gebraucht, für, den Folgen und der Zurechnung nach aufheben. »Tilge meine Sünde.« Ps. 51, 3. »Ih tilge deine Übertretung.« Es. 43, 25. »Die Almosen tilgen die Sünde.« Tob. 12, 9. D. Tilgen. D. — ung,
1405 Zeichen · 38 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    tilgenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    tîligen , tilgen swv. BMZ tiljen Schb. tiljen, tielgen, tilken vertîligen. dilken Dfg. tilken, tulken s. unter ûʒ t. ass…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tilgen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Tilgen , verb. reg. act. 1) Eigentlich, vernichten, des Daseyns berauben, verwüsten, zerstören; eine im Hochdeutschen gr…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tilgen

    Goethe-Wörterbuch

    tilgen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    tilgen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    tilgen selten nach dem Nhd.; häufiger ver-, u. zwar di·l.əjə(n), de- (auch te- hört man) schw.: eine Schuld , Hypothek t…

  5. Spezial
    tilgenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    tilgen , v опускать/опустить , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tilgen

11 Bildungen · 0 Erstglied · 8 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von tilgen 2 Komponenten

til+gen

tilgen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tilgen als Zweitglied (8 von 8)

abe tîligen, abe tilgen

MWB

abe tîligen, abe tilgen swV. ‘tilgen, löschen’ swâ sîn sünde sî geschriben / und daz buoch noch ganz beliben, / die schrift heiz alle tilgen…

abtilgen

DWB

abt·ilgen

abtilgen , abolere, delere, wegtilgen, mhd. abe tilgen: die schrift heiʒ alle tilgen abe. Barl. 358, 27. nach der mennige deiner erbarmung t…

austilgen

DWB

aust·ilgen

austilgen , delere, abolere, aus der stätte, aus dem land, dem buch ( 2 Mos. 32, 32 ) tilgen: denn ich wil den Amalek unter dem himmel austi…

ertilgen

DWB

ert·ilgen

ertilgen , bei Stieler 2285 ab incensione liberare, was bestätigung verlangt. ein feuer tilgen ist löschen.

scotilgen

KöblerMnd

scotilgen , sw. V. Vw.: s. schottilien

vertilgen

DWB

vert·ilgen

vertilgen , verb. vgl. tilgen ( th. 11 1 , 499). die form ahd. firtîlôn, firdîlôn ( nur bei Otfrid ) Graff 5, 398 , mhd. vertîlen ( Schwaben…

ūztilgen

KöblerMhd

ūztilgen , sw. V. Vw.: s. ūztīligen*

Ableitungen von tilgen (3 von 3)

ertilgen

DWB

ertilgen , bei Stieler 2285 ab incensione liberare, was bestätigung verlangt. ein feuer tilgen ist löschen.

getilgen

KöblerMhd

getilgen , sw. V. Vw.: s. getīligen*

vertilgen

DWB

vertilgen , verb. vgl. tilgen ( th. 11 1 , 499). die form ahd. firtîlôn, firdîlôn ( nur bei Otfrid ) Graff 5, 398 , mhd. vertîlen ( Schwaben…