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thum

nhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

thum

Bd. 4, Sp. 817a
thum, ein Wort, welches ehemahls überhaupt Macht, Herrschaft bedeutet hat. Man gebraucht es jetzt nur noch als Ableitsilbe, mit welcher man, indem man sie verschiedenen Beilegungswörtern und Grundwörtern anhängt, neue Grundwörter bildet, die dadurch verschiedene Bedeutung erhalten. 1) Die Bedeutung von Gebiet, Bezirk, Gerichtsbarkeit. Das Kaiserthum, Königthum, Fürstenthum, Herzogthum, Bisthum, Burggrafthum , das Gebiet, der Landesbezirk eines Kaisers  Das Witthum, das einer Witwe zu ihrem Unterhalte ausgesetzte Grundstück. S. auch — Schaft. Mit — thum zusammengesetzte Wörter in dieser Bedeutung werden auch in der Mehrzahl gebraucht. 2) Die Bedeutung von Würde, Macht. Das Priesterthum, die priesterliche Würde. Das Heermeisterthum, die Würde eines Heermeisters. Ehemahls war es in dieser Bedeutung in mehrern Wörtern gebräuchlich, z. B. Schultheißenthum, Münzmeisterthum  Auch gebrauchte man Papstthum, Kaiserthum, Herzogthum  häufig von der bloßen Würde. Die Wörter in dieser Bedeutung sind nur in der Einzahl gebräuchlich. 3) Häufiger gebraucht man — thum, um damit abgezogene Begriffe zu bezeichnen und Wörter zu bilden, welche einen Zustand, eine Eigenschaft ausdrucken. Das Eigenthum, der Zustand da jemand ein Ding als sein eigen besitzt; wo die damit zusammengesetzten Wörter ohne Mehrzahl gebraucht werden. Das Alterthum, der Zustand da ein Ding alt ist. Das Wachsthum, der Zustand eines Dinges, da es wächst. Der Reichthum, der Umstand, da jemand reich ist. So auch das Leibeigenthum  4) Gebraucht man — thum häufig auch Dinge zu bezeichnen, von welchen ein Zustand, der mit — thum ausgedruckt wird, gilt; die damit zusammengesetzten Wörter in dieser Bedeutung werden auch in der Mehrzahl gebraucht. So ist das Alterthum auch ein Ding, welches ein hohes Alter besitzt, oder aus alten Zeiten herrühret. Der Beweisthum, ein Satz, welcher beweiset, einen Beweis abgiebt. Das Eigenthum, ein Ding, welches jemand als sein eigen besitzt. So auch das Heiligthum, der Reichthum  Hieher sind auch das Kristenthum, Papstthum, Judenthum, Heidenthum  zu rechnen, sofern sie kristliche, päpstliche, jüdische  Lehre bedeuten. Zuweilen gebraucht man die Wörter dieser Klasse auch sammelwörtlich. So versteht man unter Heidenthum, Judenthum, Kristenthum, Lutherthum  auch die sämmtlichen Heiden, Juden, Kristen  Das Alterthum die sämmtlichen Menschen, welche in alten Zeiten gelebt haben. Das Menschenthum, das menschliche Geschlecht. — Aus den angeführten Zusammensetzungen sieht man, daß sie theils den Artikel das, theils den Artikel der bekommen. Den meisten aber wird der Artikel das vorgesetzt, und der nur wenigen, als Irthum, Reichthum, Beweisthum und bei Manchen Wachsthum.
2712 Zeichen · 29 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    -Thum

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    -Thum , ein jetzt für sich allein im Hochdeutschen veraltetes Wort, welches nur noch als eine Ableitungssylbe gebraucht,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Thum

    Goethe-Wörterbuch

    Thum [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Thum

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Thum ( Thumb ), alte Schreibweise für Dom (s. d.).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit thum

333 Bildungen · 7 Erstglied · 325 Zweitglied · 1 Ableitungen

thum‑ als Erstglied (7 von 7)

Thumann

Meyers

thum·ann

Thumann , Paul , Maler, geb. 5. Okt. 1834 in Tschacksdorf (Niederlausitz), war von 1853–55 Schüler der Akademie in Berlin und arbeitete dann…

Thumerstein

Campe

thum·erstein

Der Thumerstein , — es, Mz. — e , eine Abänderung des Schörles, welcher abgestumpfte spitzige Kanten hat und vorzüglich durchsichtig ist.

Thumirnichts

Wander

Thumirnichts E is e Thumirnix. – Tendlau, 413. Man braucht keine Furcht vor ihm zu haben.

thûmmâli

AWB

thum·mali

thûmmâli st. n. — Graff II,716. tum-mali: nom. sg. Gl 1,295,52/53 ( Jb ); thūmali: dass. 52 ( Rd ). Maß eines Daumens, von der Breite eines …

Thummim

Meyers

Thummim ( Tummim ), s. Urim und Tummim .

thum als Zweitglied (30 von 325)

*fathum?

KöblerAnfrk

*fathum? , st. M. (a) nhd. Faden, Klafter, Umarmung ne. thread (N.), yarn (N.), fathom (N.) Hw.: s. adfathumire*; vgl. as. fathmos*, ahd. fa…

Ɉudenthum

Campe

Das Ɉudenthum , des — es , d. Mz . ungew. die Jüdische Religion, mit allen ihren Gebräuchen.

adelthum

DWB

adel·thum

adelthum , n. nnl. adeldom, das ganze hanövrische adelthum. Merck briefe 2, 140 ; das reinste adelthum, wie die reichste kaufmannschaft. Tie…

Ahnenreichthum

Campe

ahnenreich·thum

○ Der Ahnenreichthum , des — es, o. Mz. ein Reichthum der in großer Ahnenzahl bestehet. Der Ahnenreichthum hilft einem armen Fräulein nicht …

alterthum

DWB

alter·thum

alterthum , n. nnl. ouderdom bedeutete sonst senectus: es wird mir nicht geziehmen, mit euch jungen leuten zu hüpfen und zu springen, indem …

altthum

DWB

alt·thum

altthum , n. antiquitas, vetustas. ahd. alttuom ( Graff 1 , 195), goth. aber aldôma, ags. ealdôm, die ahd. schreibung schwankt ebenfalls in …

Anethum

GWB

anet·hum

Anethum botan 1 ‘A. foeniculum’: Fenchel GWB N7,326 Morph Plp 2 ‘A. graveolens’: Dill GWB N7,325f Morph Plp Maria Erxleben M. E.

Anthoxanthum

Herder

Anthoxanthum , Ruchgras, diejenige Grasart, welche dem Heu seinen eigenthümilchen Geruch gibt.

Barbarthum

Campe

barbar·thum

○ Das Barbarthum , des — es, o. Mz. die Rohheit, Ungebildetheit. Nein, ich beharre mit dir in dem Barbarthume der Neuern, Wo willkührlicher …

Bardenthum

Campe

barden·thum

○ Das Bardenthum , des — es, o. Mz. die alten Barden, und alles, was sie betrifft und von ihnen herrührt. »Das Bardenthum und die alten nord…

besitzthum

DWB

besitz·thum

besitzthum , n. dasselbe. Kants rechtslehre (1798) s. 179; das leben, dieses liebste und kostbarste aller besitzthümer. Engels schr. 3, 4 ; …

beweisthum

DWB

beweis·thum

beweisthum , n. und m. argumentum, beweisgrund: und musz er wissen, dasz weisze lippen und blasse wangen die kraft eines wappens haben, welc…

bewitthum

DWB

bewitthum , m. vidualitium, heute witthum: wieder andere hetten von einem heirat geredet zwischen dem fürstlichen fräwlein und dem jungen he…

bischofthum

DWB

bischof·thum

bischofthum , n. episcopatus: bischoftum oder ampt des bischofs. voc. 1482 d 8 a ; Micrälius 1, 95 . s. bisthum.

bisthum

DWB

bist·hum

bisthum , n. episcopatus: und sein bisthumb empfahe ein ander. apost. gesch. 1, 20 ; die kirchspiel oder bisthumb, darin man offentlich hand…

bruderthum

DWB

bruder·thum

bruderthum , m. fraternitas: das allgemeine deutsche bruderthum. Fichte deduc. plan 106 .

bürgerthum

DWB

buerger·thum

bürgerthum , n. civitas: man denke nicht, dasz die erziehung zum bürger einseitig bleibe, wenn nur das rechte bürgerthum gemeint ist. Fichte…

chalcanthum

MLW

chalcanthum (ca-, kac-, -lac- MLW sim. ) , -i n. ( χάλκανθον) 1 compositio e metallo (praecipue e ferro vel cupro) et sulphure consistens — …

christenthum

DWB

christen·thum

christenthum , n. zuweilen m., nnl. dän. christendom: 1 1) doctrina, fides christiana: er bekannte sich zum christenthum; von ihm habe ich a…

Churfürstenthum

Adelung

churfuerst·en·thum

Das Churfürstenthum , des -es, plur. die -thümer, dasjenige Land, welches ein Churfürst besitzet. Das Churfürstenthum Hannover, Baiern u. s.…

Ableitungen von thum (1 von 1)

urthum

DWB

urthum , n.; zur bildung s. ur- B und vgl. DWB urheit . von Fr. L. Jahn aus dem adj. urthümlich ( s. d. ) gewonnen, das seinerseits aus urth…