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-Thum

nhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

-Thum

Bd. 4, Sp. 589
-Thum, ein jetzt für sich allein im Hochdeutschen veraltetes Wort, welches nur noch als eine Ableitungssylbe gebraucht, und gewissen Bey- noch mehr aber Hauptwörtern angehänget wird, neue Hauptwörter daraus zu bilden. Diejenigen Wörter, an welchen dasselbe befindlich ist, bedeuten: 1. Eine Gerichtbarkeit, ein Gebieth, einen Bezirk. Dergleichen sind Kaiserthum, Herzogthum, Markgrafthum, Fürstenthum, Burggrafthum, Bißthum, das Gebieth oder Landesbezirk eines Kaisers, Herzogs, Markgrafen u. s. f. Das Witthum, das einer Wittwe zu ihrem Aufenthalte und Unterhalte ausgesetzte Grundstück. Ehedem sagte man auch Königthum, Angels. Cynedome, Engl. Kingdom, Holländ. Koningdom, für Königreich. In andern ist dafür das Wort -schaft üblich, z. B. Grafschaft. Alt-Fries. bedeutete Dom, Habe, Gut, wovon noch das Nieders. Ingedom, Ingedömte, Hausrath, gleichsam innere Habe, herstammet. Im mittlern Lat. kommt Doma mehrmahls für Acker, Landgut vor. 2. Es scheinet, daß dieses Wort auch zuweilen als ein Collectivum gebraucht worden, alle unter der ersten Hälfte des Wortes begriffene Individua zu bezeichnen. Diese Bedeutung, welche genau aus der vorigen fließt, ist zwar jetzt größten Theils veraltet, allein man findet noch Spuren davon in Heidenthum, die sämmtlichen Heiden, das Alterthum, die sämmtlichen zu alten Zeiten lebenden Menschen, das Papstthum, so wohl der ganze Theil des Erdbodens, in welchem die päpstliche Religion herrschet, als auch die sämmtlichen Bekenner derselben. So auch das Judenthum, Christenthum, Lutherthum. Allein, es kann diese Bedeutung auch eine Figur der folgenden vierten seyn. Indessen gebrauchte noch Logau Menschenthum für das menschliche Geschlecht: Würdig bist du, daß dein Ruhm Bleibt, weil bleibt das Menschenthum. 3. Die Würde, Macht; eine mit den beyden vorigen sehr genau verbundene Bedeutung, welche diese Sylbe ehedem in sehr vielen Wörtern, welche aber im Hochd. größten Theils veraltet sind, hatte. Noch jetzt sagt man das Priesterthum, für die priesterliche Würde. Das Heermeisterthum, die Würde eines Heermeisters. Allein, ehedem hatte man auch das Schultheißenthum, das Zöllnerthum, das Münzmeisterthum u. s. f. Bey dem Ottfried ist Todesduam, die Macht des Todes. Auch Papstthum, Kaiserthum, Herzogthum u. s. f. wurden ehedem sehr häufig von der bloßen Würde gebraucht. Im Schwed. ist Döme, Macht, Gerichtbarkeit, und das Lat. Dominus, ist ohne Zweifel damit verwandt. 4. Noch häufiger hilft dieses Wort Abstracta bilden, einen Zustand, eine Eigenschaft zu bezeichnen, welche durch die erste Hälfte des Wortes näher bestimmt werden. Das Eigenthum, der Zustand, da jemand ein Ding als sein eigen besitzet, das Alterthum, da ein Ding alt ist, der Reichthum, da jemand reich ist, der Wachsthum, da ein Ding wächset, das Christenthum, da jemand ein Christ ist. Ehedem hatte man weit mehrere Wörter dieser Art, welche jetzt theils mit den Ableitungssylben -schaft, -lichkeit und -igkeit, theils mit andern üblich sind. Beyspiele sind: Leibeigenthum, Leibeigenschaft, Magdthum, Jungferschaft, Herthum, Herrlichkeit, Majestät, Süßthum, Süßigkeit, Wißthum, Weisheit, Todesthum, Sterblichkeit u. s. f. 5. Nach einer bey solchen Abstractis sehr gewöhnlichen Figur, werden diese Wörter oft wieder gebraucht, Concreta zu bezeichnen, von welchen dieser Zustand, obgleich in verschiedener Rücksicht, gesagt werden kann. Das Alterthum, ein Ding, welches ein hohes Alterthum besitzt, der Beweisthum, ein Satz, welcher einen Beweis abgibt, das Eigenthum, ein Ding, welches jemand als eigen besitzet, über welches er das Eigenthum hat, das Heiligthum, ein heiliges[] Ding, ein heiliger Ort, der Reichthum, ein Ding, welches reich macht, der Irrthum, u. s. f. Auch Christenthum, Papstthum, Judenthum, Heidenthum, Lutherthum scheinen hierher zu gehören, wenn sie die christliche, päpstliche u. s. f. Religion bedeuten, ob sie gleich auch alsdann zur vorigen Bedeutung gerechnet werden können. Anm. 1. Diese alte Ableitungssylbe ist heutiges Tages im Hochdeutschen von einem eingeschränkten Gebrauche, das heißt, es stehet nicht in jedes Deutschen Gewalt, neue Wörter damit zu bilden, welches vielleicht nur in überaus wenig Fällen erlaubt seyn dürfte. Die meisten damit verbundenen Wörter sind ungewissen Geschlechtes; Beweisthum, Irrthum und Reichthum ausgenommen, welche männlich sind. Es lassen sich auch von den damit gemachten Wörtern nicht leicht andere ableiten; Eigenthümer, eigenthümlich, Eigenthümlichkeit etwa ausgenommen. Welches alles den eingeschränkten Gebrauch dieser Endsylbe im Hochdeutschen zeiget. Anm. 2. Wenn man diese Sylbe in ihrem ganzen Umfange nimmt, so bleibet fast kein Zweifel übrig, daß sie nicht von dem überaus alten Dom, Dum, Gericht, abstammen sollte, welches in allen mit der Deutschen verwandten Sprachen angetroffen wird, aber alsdann in seiner ursprünglichen weitern Bedeutung genommen werden muß, in welcher es Macht und Herrschaft überhaupt bedeutet hat. Das alte Oberdeutsche Duom, Thuom, das Angels. Dame, Dome, des Ulphilas Duomi, und selbst das Russische Dum, bedeuten Gericht, so wie im Tatian Thuomo, und im Angels. Dema, ein Richter, im Dänischen Dom, ein Urtheil, und noch jetzt im Nieders. dömen, ein Urtheil fällen ist; welche Bedeutungen insgesammt Figuren von der ersten Bedeutung der Macht oder Herrschaft zu seyn scheinen, so daß auch das Griech. θεμις und die Lat. domare und Dominus, mit zur Verwandtschaft gehören. Aus dieser Abstammung erhellet zugleich die Nothwendigkeit des th; weil alle alte Mundarten und Sprachen in demselben ein weiches d haben, welches im Hochdeutschen sehr oft durch ein th ausgedruckt wird.
5602 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    -Thum

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    -Thum , ein jetzt für sich allein im Hochdeutschen veraltetes Wort, welches nur noch als eine Ableitungssylbe gebraucht,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Thum

    Goethe-Wörterbuch

    Thum [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Thum

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Thum ( Thumb ), alte Schreibweise für Dom (s. d.).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit thum

45 Bildungen · 7 Erstglied · 37 Zweitglied · 1 Ableitungen

thum‑ als Erstglied (7 von 7)

Thumann

Meyers

thum·ann

Thumann , Paul , Maler, geb. 5. Okt. 1834 in Tschacksdorf (Niederlausitz), war von 1853–55 Schüler der Akademie in Berlin und arbeitete dann…

Thumerstein

Campe

thum·erstein

Der Thumerstein , — es, Mz. — e , eine Abänderung des Schörles, welcher abgestumpfte spitzige Kanten hat und vorzüglich durchsichtig ist.

Thumirnichts

Wander

Thumirnichts E is e Thumirnix. – Tendlau, 413. Man braucht keine Furcht vor ihm zu haben.

thûmmâli

AWB

thum·mali

thûmmâli st. n. — Graff II,716. tum-mali: nom. sg. Gl 1,295,52/53 ( Jb ); thūmali: dass. 52 ( Rd ). Maß eines Daumens, von der Breite eines …

Thummim

Meyers

Thummim ( Tummim ), s. Urim und Tummim .

thum als Zweitglied (30 von 37)

fathum?

KöblerAnfrk

*fathum? , st. M. (a) nhd. Faden, Klafter, Umarmung ne. thread (N.), yarn (N.), fathom (N.) Hw.: s. adfathumire*; vgl. as. fathmos*, ahd. fa…

alterthum

DWB

alter·thum

alterthum , n. nnl. ouderdom bedeutete sonst senectus: es wird mir nicht geziehmen, mit euch jungen leuten zu hüpfen und zu springen, indem …

beweisthum

DWB

beweis·thum

beweisthum , n. und m. argumentum, beweisgrund: und musz er wissen, dasz weisze lippen und blasse wangen die kraft eines wappens haben, welc…

bischofthum

DWB

bischof·thum

bischofthum , n. episcopatus: bischoftum oder ampt des bischofs. voc. 1482 d 8 a ; Micrälius 1, 95 . s. bisthum.

bisthum

DWB

bist·hum

bisthum , n. episcopatus: und sein bisthumb empfahe ein ander. apost. gesch. 1, 20 ; die kirchspiel oder bisthumb, darin man offentlich hand…

christenthum

DWB

christen·thum

christenthum , n. zuweilen m., nnl. dän. christendom: 1 1) doctrina, fides christiana: er bekannte sich zum christenthum; von ihm habe ich a…

Churfürstenthum

Adelung

churfuerst·en·thum

Das Churfürstenthum , des -es, plur. die -thümer, dasjenige Land, welches ein Churfürst besitzet. Das Churfürstenthum Hannover, Baiern u. s.…

eigenthum

DWB

eigen·thum

eigenthum , n. , der älteren sprache mangelnd, nnl. eigendom, schwed. egendom, dän. eiendom scheinen dem nhd. ausdruck abgesehen. isl. eigin…

erzbisthum

DWB

erz·bisthum

erzbisthum , n. archiepiscopatus, betont érzbisthum, neben erzbíschof: dô stifte ër siben erzebistuom. Kelle spec. ecclesiae 33 . mhd. ein r…

fürstenthum

DWB

fuersten·thum

fürstenthum , n. 1 1) der fürstenstand, die fürstenwürde, die würde die ein fürst im allgemeinen sinne dieses wortes bekleidet. s. fürst 2).…

grundeigenthum

DWB

grundeigen·thum

grundeigenthum , n. 1) eigenthum an grund und boden, im frühen 18. jh. aufkommender rechtsbegriff: gr. dominium directum Haym jur. lex. (173…

grundirrthum

DWB

grund·irrthum

grundirrthum , m. ' fundamentaler irrthum ' ( vgl. comp.-typ. p β bzw. r): alle ... sind ... verführische grundirrthumb in glauben und relig…

heidenthum

DWB

heiden·thum

heidenthum , n. ahd. heidantuom, mhd. heidentuom, paganitas, gentilitas. 1 1) zustand, art, leben eines heiden. neuere definieren den begrif…

heiligthum

DWB

heilig·thum

heiligthum , n. , ahd. heilictuom, mhd. heilectuom, in mehrfachem sinne. der plural ist in der ältern sprache dem sing. gleich, erst die neu…

herzogthum

DWB

herzog·thum

herzogthum , n. das von einem herzog beherschte land: herzogthuomb ducatus Maaler 220 b ; wenn ich jetzt hingehe und das komplott angebe, re…

irrthum

DWB

irr·thum

irrthum , m. error, zustand des irrens; ahd. irrituom, irratuom, mhd. irretuom. der plural irrthümer ist eine neuere bildung, bis ins 17. ja…

judenthum

DWB

juden·thum

judenthum , n. 1 1) jüdische art, namentlich nach der seite der religion: denn jr habt je wol gehöret meinen wandel weiland im jüdenthum, wi…

junkerthum

DWB

junker·thum

junkerthum , n. zustand und art des junkers, mit dem beisinne des beschränkten und auf bevorzugte stellung pochenden: engherzigkeit und kurz…

kaiserthum

DWB

kaiser·thum

kaiserthum , n. mhd. keisertuom. 1) kaiserwürde: in dem funfzehenden jar des keiserthums keisers Tyberii. Luc. 3, 1 ; durch den abgang des d…

leibeigenthum

DWB

leibeigen·thum

leibeigenthum , n. besitz in bezug auf einen leibeigenen: sie ( die schönheit ) ist frei, so wie die sonne, die allbeglückende, am himmel, .…

Märterthum

Adelung

marter·thum

Das Märterthum , des -es, plur. car. aus Märtererthum verkürzt, in der Theologie und in engerer Bedeutung, der Zustand, die Eigenschaft, die…

magdthum

DWB

magd·thum

magdthum , m. und n. jungfräulichkeit, mhd. magettuom, magetuom: virginitas magetdom Dief. 622 a ; wenn ein weibsbilde dem herrn ein gelübde…

markgrafthum

DWB

markgraf·thum

markgrafthum , n. dasselbe: marggraventhum marchia, marchionatus. voc. inc. theut. n 4 b ; markgraftum, marchionatus. Frisch 1, 644 a ; auch…

Niederthum

Wander

nieder·thum

Niederthum Dem Niederthum gebührt das Erbe. (S. Erbgut 3 und Niederwärts 1 u. 2.) – Graf, 193, 53. Niederd. : Dem nedderthoem böret dat Erf.…

obereigenthum

DWB

ober·eigenthum

obereigenthum , n. dominium directum vel eminens Haltaus 1436 . Schottel 641 a . Erberg 550 a : er sollte die gränzlinie, wo sich sein eigen…

papstthum

DWB

papst·thum

papstthum , n. päpstliche würde und herrschaft, papatus Dief. 410 c : baupst Benedictus ... in kain weg abtretten wölt und wölt sin wihung d…

priesterthum

DWB

priester·thum

priesterthum , n. stand und wesen, amt, würde und macht des priesters oder der priester, sacerdotium Dief. 320 c , vgl. priesterschaft: und …

reichthum

DWB

reich·thum

reichthum , m. f. n. divitiae. 1 1) form und geschlecht. die masculine form ist die ursprüngliche, ahd. rîhhituom Graff 2, 394 , mhd. rîchtu…

Ableitungen von thum (1 von 1)

urthum

DWB

urthum , n.; zur bildung s. ur- B und vgl. urheit . von Fr. L. Jahn aus dem adj. urthümlich ( s. d. ) gewonnen, das seinerseits aus urthümli…