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Taschenspieler

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Taschenspieler

Bd. 19, Sp. 332
Taschenspieler (Prestigiateurs, Prestidigitateurs), Personen, die verschiedenartige, auf den ersten Anblick an das Wunderbare grenzende Kunststücke verrichten. Letztere beruhen auf einer Täuschung des Zuschauers, die der Künstler durch große Gewandtheit in seinen Körperbewegungen und Fingerfertigkeit, durch Ablenken der Aufmerksamkeit des Zuschauers auf Nebendinge vermittelst eines gewandten Vortrags, durch Einverständnis mit einigen Gehilfen und Zuschauern, durch Benutzung der Chemie und Physik, endlich durch allerhand mechanische Vorrichtungen, Behälter mit Doppelböden, durchlöcherte Tische und Fußböden etc. bewirkt. Früher pflegten derartige Künstler alle zu ihren Stücken nötigen Vorbereitungen in einer großen Tasche (Gaukeltasche) mit sich herumzutragen (daher der Name T.). Bei allen gesitteten Völkern wurden solche Künste zur Unterhaltung geübt, vor allen andern berühmt sind die T. Indiens und Chinas. Auch im alten Griechenland und Ram waren T. früh beliebt; ebenso finden wir sie in Italien, wo Praestigiatores, Pilarii (Ballspieler) oder Saecularii (Taschenkünstler) in Städten und Dörfern umherzogen. Auf den Burgen des Mittelalters waren die allezeit willkommenen »fahrenden Leute« (s. d.) zugleich Spielleute, T. und Spaßmacher (joculatores), weshalb letzterer Name in den Ableitungsformen Gaukler und Jongleur ihnen verblieben ist. Sie gerieten früher leicht in den Ruf, Zauberer zu sein, wie der berühmte Doktor Faust. In der letzten Hälfte des 18. Jahrh. zeichneten sich Pinetti, Eckartshausen und vor allen Philadelphia, in neuerer Zeit Bosco, Döbler, Becker, Frickell, Robert-Houdin, Mellini, Agoston, Bellachini, Basch, Hermann als geschickte T. aus. Eine Menge der ältern Taschenspielerkünste findet man in: Martius, Unterricht in der natürlichen Magie, umgearbeitet von Wiegleb, fortgesetzt von Rosenthal (Berl. 1786 bis 1805, 20 Bde.). Über die durch die heutige Physik und Chemie sehr erweiterten Hilfsmittel der modernen Taschenspielerei vgl. die Werke von Robert-Houdin: Confidences d'un prestidigitateur (2. Aufl., Par. 1861, 2 Bde.), Comment on devient sorcier (neue Ausg., das. 1877) und Magie et physique amusante (das. 1877); Grandpré, Le magicien moderne (das. 1879); Marian, Das Ganze der Salonmagie (Wien 1888); Willmann, Die moderne Salonmagie (Leipz. 1891); Hügli, Moderne Magie (Bern 1903).
2349 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Táschenspieler

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Táschenspieler , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Taschenspielerin, eine Person, welche, vermittelst der Gesch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Taschenspieler

    Goethe-Wörterbuch

    Taschenspieler [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Taschenspieler

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Taschenspieler , Leute, welche durch Gewandtheit und Handfertigkeit, auch durch chemische und mechanische Kenntnisse Spi…

  4. Sprichwörter
    Taschenspieler

    Wander (Sprichwörter)

    Taschenspieler Man muss dem Taschenspieler auf die Hand lugen, nicht auf die Augen. – Simrock, 10108.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit taschenspieler

14 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von taschenspieler

taschenspiel + -er

taschenspieler leitet sich vom Lemma taschenspiel ab mit Suffix -er.

Zerlegung von taschenspieler 2 Komponenten

taschen+spieler

taschenspieler setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

taschenspieler‑ als Erstglied (14 von 14)

taschenspielerei

DWB

taschen·spielerei

taschenspielerei , f. beschäftigung und kunststück eines oder wie eines taschenspielers: und am ende war es auch nur ... eine kleine taschen…

Taschenspielereile

Campe

taschenspieler·eile

○ Die Taschenspielereile , o. Mz . die Eile, Geschwindigkeit des Taschenspielers. Der Liebesgott — — — — Vollendet was sonst kaum in Jahren …

taschenspielerin

DWB

taschen·spielerin

taschenspielerin , f. praestigiatrix Hederich 2198 ; taschenspielerin heiszen diejenigen im lande herum vagirenden und auf die jahr-märkte r…

taschenspielerisch

DWB

taschen·spielerisch

taschenspielerisch , adj. und adv. nach der art eines taschenspielers: taschenspielerische operazionen. Wieland 36, 145 ; ( die experimente …

taschenspielerkniff

DWB

taschenspieler·kniff

taschenspielerkniff das erste exemplar ( der schrift ) mit einem andern umgetauscht, in dem jede klausel fehlte. 8, 340; er ( der Sicilianer…

Taschenspielerkunst

Campe

taschen·spielerkunst

Die Taschenspielerkunst , Mz. — künste . 1) Die Kunst des Taschenspielers; ohne Mehrzahl. 2) Eine Taschenspielerkunst, eine einzelne Probe v…