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tāges

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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

tāges m.

Bd. 3-1, Sp. 1015
1toch, tōge, m., n. (Gen. Sg. tōges, tāges; []Pl. tȫge, °tȫgen [togyn] [Hanserec. II 1, 284], tāge, toch): 1. Zug, Ziehen, Herausziehen. — 1.1. ziehende Bewegung, „He [der Wolf] brack sik loß mit twen togen” (RV 219). — 1.2. (vom Schwert, Messer:) Zücken, „Wome toͤghe des mestes vorbote” (Hamb. StR ed. Reincke 78), „Vnd men sal id [das Haar] nicht aff sniden efte scheren, auer ut then mit eyneme toge, so lange went ys kal wert” (Arch. Gesch. Med. 7, 344). — 1.3. aus einer Ware genommene Probe, „dat id van oldinges her so geweszen is, dat men dar eiinen toch van niimmet iin eiin teken des kopes gelick eiinen gades penninge, unnd ock dat men id erkennen moge, dat id lutter, reiin unde nicht vorvelschet sii” (Hanserec. III 2, 306). — 1.4. einzelner Vorgang, Erlebnis, „dat se [sine stifmoder] jarlik darvan hebben konde fifdusent gulden. Dit was dem fursten ein hart toge” (Kantzow ed. Gaebel 92). — 2. Gegenstand zum Ziehen, Zugvorrichtung, Hebewerkzeug, Windewerkzeug, „15 ℔ 7 ß pro 1 toch ad levandum et deponendum bombardas” (Hamb. KR 4, 365), „schoten, togyn und alle hebbetouwe, bolten, puͤtke, ketel, potte, kannen, schottelen, harnass: summa 175 {Mark}” (Hanserec. II 1, 284). — 3. Zugbrücke, „It. I punt desulve vann deme toge vor deme rodentorne h pasce h michaelis” (Arch. Nds. 1844, 262). — 4. Tätigkeit des Fischfangs, Zug des Netzes beim Fischfang, „Also dat men up einen Toch wol 16. Tonnen Vische getagen” (Neoc. 1, 265); — (metonym.:) Fischnetz, Zugnetz, Schleppnetz, „Idt scholen die Fischer keine dem anderen sin Toch uththeen odder lenken bey Brocke des Fisch Fanges” (Kucharska Ryb. 121); — Fischfang, „It weren vischer vp deme mere vnd vischeden, dar quam eyn copman tu gegan vnd sprach tu den vischern: ‚vorkopet my dat toch'” (Fidicin 1, 91); — Fischgerechtigkeit in einem Gewässer, „de der ersten kumpt in de Kernemelckes siell, de schal den köer hebben, wer he wil den haeken hebben edder dat toch in der Schulower Lake” (DWb. 16, 379), „mochte men to voete uthtreden unde warpen de seyne in dat water unde theen wedder to lande to. Den toch seden se em hueraftich to” (Hamb. ZR 65); — Ort der Fischgerechtigkeit, Ort wo man fischt, „Ok scolen nene vrommede vysschere setten nette edder wade theen oppe unser vysscher toghe, by deme sulven broke” (Zs. Schl.-H. Gesch. 4, 181), „de garne, de sy up den thoghen hebben, de schale[n] so weszen, dat sze eyn na den ande[r]n up ten, by eyner tunne byrsz vnde schalen sick wisszeln in den drudden dach” (Riedel I 16, 99). — 5. Ziehen der Figuren bei einem Schachspiel, „Hir vmme myt deme ersten toghe Mach he [der König] volghen in sinem vloghe Uppe de drudden linien springhen Want he de vyende wil be- []dwingen” (Schachb. 183). — 6. Schluck, Zug beim Trinken, „Toghe drunk” (Voc. Strals. ed. Damme 409), „drink denne darna eynen toghe warmes waters” (Brem. Arzneib. 1), „Du en scalt nicht alto lange toge ten alse ein duve” (Germania 21, 426). — 7. (von Tuch:) Herstellungsart, „alse brede Poppersche und andere lakene, ... de up anderer lakene toch gemaket werden; ... ju geleve to wetene, dat men de brede Poppersche nu maket mit breden listen und up gener anderer lakene toch gemaket werden” (Livl. Ub. I 4, 811); — (von Pelzwerk:) Art der Aufbereitung, „It. so schal nemant kopen werk, dat anderwerff getogen is, up andern toch” (Livl. Ub. I 6, 285), „de boden van Rige ... brachten vor de stede twierleie werk, dat vormaket was und up andern toch boven sin recht getogen” (ebd. I 4, 610). — 8. Aufschub, Zeitverzug, verlängerte Frist, „dat gy on des behulpen syn unde neynen langhen toch mydde don” (Chr. d. d. St. 6, 130), (Vbdg.:) âne/sunder t. ohne Verzug, „darumme schole wie ... den vorghenanten tyns ane toch gheven” (Cod. Anh. 5, 84), „so scoͮle we en dat wedergheven guͦnsteliken unde bereden sunder toͮch” (Ub. Hochst. Hildesh. 4, 477). — 9. Linie, Strich, „Item Schonschen holl herinck wol bogadet mit fuller lacke kricht den entfoldigen serckell vor den boddem und ein toge dar dorch” (Lüb. Vogt a. Schonen 135). — 10. °(Bergbau:) nebeneinander liegende Zechen und Fundgruben, Grubenzug, „Blift me ome auer mer kost sculdich wen van ener redinge / dar mach he sek werkpleghers lon laten vplecgen ... vppe den scheuerghen toghe en punt eder vppe den harden toghe teyn schillinge” (Gosl. BergR. 56). — 11. °Zug, ein Ackermaß, Größenangabe für ein kleines Landstück, „ses hoffe landes meth tho behorende achteyn togen graszes tho Nigenhage” (Ub. Drübeck 202), „twelf korte toch grases; ses langhe toch bi Henninghes van Destorp” (Ub. Halberst. 1, 415); — ostfäl. — 12. °(wohl:) Webstuhl oder Teil eines Webstuhls, „Und ouk so mach eyn itlich lynnenwever dre Togghen hebben, wat he dar mede werket eder werken leͤt” (Zs. vaterl. Gesch. 66, 2, 68). — 13. Auftreten, Habitus, Benehmen, Charakterzug, „Dat ju Got allen lone, dat gi der herschop mi gegunden! so mannigen beteren gi wol vunden van togen, der ein vorste plecht” (G. v. M. ed. Seelmann 157), „do leth he se vordan bidden, dat se buten der lantwere to Bremen myt em degedyngen wolden uppe deme rumen velde; men se merkeden wol enen losen Oldenborger toge” (Chr. d. d. St. 31, 80); — Gewohnheit, Art zu agieren, Art und Weise sich zu benehmen, „Sus seychgede he eme in den ogen. Dat was van synen olden togen” (RV 218); — Schelmenstreich, „also entjagede he []de viende mit listen, de dar siner swinden töge nicht entwisten” (E. v. Gandersh. 57); — List, Tücke, „Ein konnink wart on grôt genôch, wol slicht an art unde ane tôch” (G. v. M. ed. Seelmann 27). — 14. Zug, Reise, „Toghe tractus” (Voc. Strals. ed. Damme 409), „Tractus toghe” (Dief. nov. 37), „Darup nam de meister sinen toch na Osel” (J. Livl. Reimchr. 30); — (übertr.:) Lauf, Verlauf, „So is der werlde toge” (Ssp. Eckhardt Reimvorrede). — 15. kriegerische Unternehmung, Heereszug, Feldzug, Kriegeszug, „Expeditio, Cic. Toch wedder den Vyendt” (Chytr. 203), „So uns Tydonge und Warnynge angekomen, wo de Hoep van den Knechten eren Toch weder herwerth na unsem Gestichte gekart” (Kindlinger Münst. Beitr. 1, 252), „dat hie [Hartich Schomaker] synen schaden wreken mochte, ein toch to donde vororsakeden [l. vororsaket?] und bewagen worden, heft derwegen nafolgendes vorwaringsbrief ... utgan laten” (Schomaker 127). — 16. °(rechtl.:) Rechtszug, Instanzenzug, (nur Vbdg.:) sik tōges tên an [jemdn.] sich im Rechtszug wenden an jemdn., „[wi] teen uns tages an den vaget tho Warnemunde” (Hans. Ub. 9, 126). — Vgl. getoch. Dimin.
6537 Zeichen · 165 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    tagesgen. adv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    tages gen. adv. BMZ BMZ bei tage, unter tags Diem. Parz. Engelh. tages oder nahtes Karaj. 60,7. tagis in das bethûs gân …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tāgesm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    1 toch , tōge , m. , n. ( Gen. Sg. tōges , tāges ; Pl. tȫge, ° tȫgen [ togyn ] [Hanserec. II 1, 284], tāge, toch ): 1. Z…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    tagesadv.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    tages , tags , adv. , s. DWB tag A, 3, f, κ , αα .

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    TAGES

    Hederich (Mythologie, 1770) · +2 Parallelbelege

    TAGES , is , od. étis , ( Tab. X .) des Genius Sohn, und Jupiters Enkel. Festus l. XVIII. p. 557 . Er entstund aus der E…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tages

299 Bildungen · 294 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

tages‑ als Erstglied (30 von 294)

Tagesblau

SHW

Tages-blau Band 1, Spalte 1309-1310

Tageslicht

SHW

Tages-licht Band 1, Spalte 1309-1310

tagesahnen

DWB

tages·ahnen

tagesahnen , n. : da ( beim leuchten der fackel ) überkommt die waldesbahnen ein rasches, kurzes tagesahnen. A. Grün ges. werke 4, 285 .

tagesanbruch

DWB

tages·anbruch

tagesanbruch , m. das anbrechen des tages ( s. DWB tag A, 3, e, δ ): übermorgen mit tagesanbruche wollen wir uns auf den weg machen. Thümmel…

Tagesangabe

Campe

tages·angabe

Die Tagesangabe , Mz. — n , die Angabe des Tages auf Briefen, Urkunden  an welchem sie geschrieben, ausgefertiget sind (Datum ).

tagesarbeit

DWB

tages·arbeit

tagesarbeit , f. was tagarbeit 1: so gienge ihm an der tagsarbeit nichts ab. Weise erzn. 123 neudruck; gelegenheit, von ihnen ( dienstboten …

Tagesatzung

Adelung

tages·atzung

Die Tagesatzung , plur. die -en, ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, ein zu einem feyerlichen Geschäfte, besonders zu einer öffentlichen V…

Tagesausflug

LDWB2

tages·ausflug

Ta|ges|aus|flug m. (-[e]s, ...ausflüge) escurjiun de (un) n de f. , jita de (un) n de f.

tagesausgabe

DWB

tages·ausgabe

tagesausgabe , f. ( geld- ) ausgabe für den tag: zwei und zwanzig maravedi's lasz ich euch zur tages-ausgab'. Herder Cid 48 .

tagesbedarf

DWB

tages·bedarf

tagesbedarf , m. täglicher bedarf: dies gefühl war seine tägliche unterhaltung gewesen, es gehörte zu seinem tagesbedarf wie sein stiefelkne…

tagesbedürfnis

DWB

tages·beduerfnis

tagesbedürfnis , n. lebensbedürfnis für den tag: tausende von karren, auf denen er lebensmittel und die tagesbedürfnisse des soldaten mit si…

tagesbefehl

DWB

tages·befehl

tagesbefehl , m. , übersetzung des franz. ordre du jour ( vgl. tagesordnung): seid gehorsam, wackre brüder, meinem letzten tagsbefehle. Lena…

tagesbegebenheit

DWB

tages·begebenheit

tagesbegebenheit , f. , vergl. tagesereignis, -vorfall: wenn er den tag über ... die laufenden tagesbegebenheiten verzeichnet. Auerbach ges.…

tagesbeginn

DWB

tages·beginn

tagesbeginn , m. , vgl. tagesanbruch: dort an den bebenden ufern wankt seit tagesbeginn, wie langsam wandelnd, gewitter. Hölderlin 1, 106 ; …

tagesbeifall

DWB

tages·beifall

tagesbeifall , m. der beifall des tages ( C, 12, b, β ): buhlend um den tagesbeifall. H. Heine 17, 114 .

tagesbericht

DWB

tages·bericht

tagesbericht , n. bericht über die tagesbegebenheiten: mein tagsbericht vom 7. junius. H. Heine 8, 269 ; das vorliegende buch besteht zum gr…

tagesberühmtheit

DWB

tages·beruehmtheit

tagesberühmtheit , f. : ein autor, welcher nicht von den wogen der tagesberühmtheit ( s. DWB tag C, 12, b, β ) emporgetragen wird. blätter f…

tagesbeschäftigung

DWB

tages·beschaeftigung

tagesbeschäftigung , f. , vergl. tagesarbeit, -geschäft: bei der arbeit selbst forschte Brosi stets nach einer andern tagesbeschäftigung. Au…

tagesbesuch

DWB

tages·besuch

tagesbesuch , m. besuch bei tage: es machen mir meine gespenster sogar einen tagesbesuch. H. Heine buch der lieder 73 neudruck.

tagesbewegung

DWB

tages·bewegung

tagesbewegung , f. : jenseits des Rheins werfen sich jetzt die belletristischen schriftsteller in die tagesbewegung ( s. DWB tag C, 12, b, β…

tages als Zweitglied (5 von 5)

heutzutage(s)

PfWB

heut-zu-tage(s) Adv. : ' gegenwärtig, in unserer Zeit ', heitzudag, -daach, -daa, heitze-, heitse- [verbr.], heitzudags, -daachs, -daas, hei…