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staupe

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Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch

Staupe

Staupe, f., auch m., n.?

I Pranger, Pfahl (I 2), Säule (V), an die ein Delinquent für den Staupenschlag gebunden wird; zur Staupe schlagen stäupen (I)
  • benedden viii sol' schal men ene [deef] to der stupe slaen, ... vnde dar to schal he de stat vorsweren
    1270 (Hs. 1493) HambOrdB. M 7
  • dhen dhef scal men henghen. ... vnde benedhen achte scillinghe scal men ene to dher stupe slan. vnde mit eneme slotele dhe dhe gloyendich si an sine wangen bernen. unde dhar to scal he dhe stat uersweren
    1279 StadeStR. 106
  • derselbe sal bye der stuypen sten, syn gewant tzu verkoufende
    1300 ZWestpreuß. 7 (1882) 111
  • heft he [def] oc darbenedene ghestolen, eme sal ene tho der stupe slan vnde sal eme de stat vorbeden bi sineme liue
    um 1300 RigaStR. 192 Faksimile
  • wer ... thessen broke nicht gheven ofte beborghen ne mochte, so scal men ene setten in thes stades cameren verteyn nacht; ne wurde he dar under nicht utelost, men scal en openbare to der stupe slan, unde schal the stat vorsweren, unde ne scal nich mer in the stat comen
    1303 BremRQ. 54 Textarchiv: BremRQ. 54 Faksimile
  • stelet he [def] benedden einem verdinge, ein merk mit einem heten isern an den backen edder an den oren edder to der stupe slan
    1322/27? (Hs. 16. Jh.) Bunge,Rbb. 120 Faksimile
  • we stelet tuischen viftehaluen artighe vnde ener marc pennige, den slamen to der stupe vnde en gad dorch dat vördere ore
    1341/44 WisbyStR. 72 Faksimile
  • we stelet dat vif schillinghe wert is, de vorscult des galghen. is des min, so scal men ine durch de tenen bernen unde to ter stupe slan
    1. Hälfte 14. Jh. GoslarStR. II 1 § 55 Textarchiv: GoslarStR. II 1 § 44ff.
  • et enscal ok nement de brotschernen unreyne maken. wene men darover betrid, ist eyn alt, he scal dre daghe in der deve stocke sitten, ist eyn jung, den scal me to der stupe slan
    1370/1400 HalberstUB. I 574
  • die dube mynner denne drier schillinge wert, man richt obir en zu haut und zu hare ... unde dises recht ist, das man den zu der stupe sla unde eyn ore abesnyden sal
    Ende 14. Jh. GlWeichb. 341 Faksimile
  • claÿne dÿphait ... sol man den antworter allein sweren loßen. verfelt er, so sol man ÿn an der staup mit gerten ader mit geiseln hawn
    1403/39 OfenStR.(Mollay) Art. 262
  • ab imand deme schippheren mit syme lone untlyffe, so das das lon were under eyne halbe mark ... den sal man richten an der stupen tzu slan
    1412 HanseRez. VI 48 Faksimile
  • [we] desse vors. broke nicht betalen en mach, ist een man, de sal men daervoor ter stupen slaen
    1425 GroningenStB. 53 Faksimile
  • wanne man pynlichen claget, so henget man vnder vilen eynen, vnde vnder vilen so slet man en zcu der stuppen
    2. Hälfte 15. Jh. WSB. 110 (1885) 293
  • wer da stelet under funff schilngen werds der kleynen, den sal man zu der stupe slaͤn, daß heysß he dii schreyaͤtt, unde ensal em nit boben 40 sleige geben
    um 1500 VeröfflHessen XIII 8 S. 88
  • der wile ehr noch nicht hant angelangt ... mögt yr ym wol wilkorlich an sinem leibe, aber nicht zcum leben straffen lassen, also nemlich, das yr inen lasset zcum stauppe schlagen ader ene zceit in gefencknis enthaldt
    1518 Leipzig/Wasserschleben,RQ. 134 Faksimile
  • D. van Z. en J. van R. ... vermitz sy ... gelt in sunte Lebuins kercke ... gestaelen hadden ... synnen dairom alle beide ter stoipe geslagen en aver der bruggen geleit
    1540 Overijsselsche almanak voor oudheid en letteren 11 (1846) 179
  • wo einer fuͤnff guͤlden oder daruͤber stielt, sol er gehenckt, wo er darunder, sol er beschoren vnd zur staupen gehawen werden
    1561 Rotschitz 96v Faksimile
  • effte einer begrepen worde umb deverie, wo de geringe iß, so mach he nha gelegenheit tho der stupe geschlagen edder ehme ein ohr affgeschneden und deß landeß vorwiseth werden
    1572 NordstrandLR.(nd.) III 49 Faksimile
  • da einer seines brudern oder schwester kind ehelichen wolte, dieselbigen sollen mit der verweisung wegen der begangenen blutschande zugleich auch zur staupen geschlagen werden
    1580 Sachsen/Sehling,EvKO. I 1 S. 387 Faksimile
  • wer .. des diebstals mit rechte vberwunnen, da der diebstal vnder funff vngersche guͤlden ist, vnd es das erste mahl, sol er zursteupe geschlagen werden
    1583 HadelnLR. V 22 Volltext (und Faksimile)
  • wer beutel abeschneidet ... der soll zur steupe geschlagen ... vnd verweiset werden
    1597 PeineStat. 252 Faksimile
  • wuͤrde auch jemand ... zum andernmahl entlauffen ... derselbe sol zur staͤupe geschlagen, des landes zu ewigen zeiten verwiesen oder zur ewigen gefaͤngniß [gebracht werden]
    1669 CCPrut. III 491 Faksimile
  • so mag auch obgemeldte weibesperson von wegen der ... nicht vollbrachten entleibung ihres ehemannes am leben nicht gestrafft werden; sie wird aber gleichwohl ... zur staupe geschlagen und daruͤber auch mit ewiger verweisung in straff genommen
    1670 Carpzov,PractNov. I 104 Faksimile
  • staupe: derienige schandpfahl, an welchen uebelthaͤter gebunden und mit staupenschlaͤgen gezuͤchtiget werden
    1762 Wiesand 1015 Faksimile
  • breckt en deeff honig-böhme ... iss idt benederen 8 ortinge ... man sall em thor stupe schlahn
    oJ. Arbusow,LivlBR. 37
II wie Staupenschlag; meton. der verwendete Staupbesen
  • dat alle fresen hiare ferde bete mey hiara fia. truch dat schelleth fresen wessa oen saxena merkum wtor stok ende wtor stupa ende wtor schera ende wtor fillane ende wtor pina [dass alle Friesen ihre Friedensbrüche mit ihrem Gelde büßen dürfen; infolgedessen sollen die Friesen im sächsischen Gebiete befreit sein von Stock und Staupe und Schere und von Geißelung und Leibesstrafe]
    um 1080 (Hs. 1464) WesterlauwersR. I 144 Textarchiv: WesterlauwersR. I 144
  • thet wi fresa hebbat urkeren stoc ande stupa, skera and besma, hende and bende buta saxina merkum [weil wir Friesen Stock und Staupe, Schere und Zuchtrute, Haft und Bande (auch) außerhalb der sächsischen Gebiete (gegen einen Friesen anzuwenden) abbedungen haben]
    um 1300 HunsingoR. 46 Textarchiv: HunsingoR. 46
  • teydinget her [vorspreche] vf di hant ader vf di stupe, da mak her van nemen eynen halben virdunk
    1356 CDWarm. II 239
  • bodel halet syn lon ... tu gravene 5 sol. den., tu der stupe 18 peninge, eynen slicht tu bernnene 6 schill.
    um 1395 BerlinStB. 29 Faksimile
  • begriffe men imande yn hanthafftiger tatt, die do stelen borneholcz adir andir holcz, ... das is dy stupe
    1435/54 DanzigSchB. 8 Faksimile
  • we des nachts gehawen gras eder gehawen holt stelet, dat schal men richten mit der weden. stelet he des dages, it geid eme to hude to hore, dat is to der stupe
    1438 SalzwedelStR. Art. 68
  • wene gi mit sodanem gude bevunden, dat de stupe edder groter pyne eygede, den schole gi darmede tom rade bringen
    1441 HildeshUB. IV 402 Faksimile
  • welch knecht ... entlouffet ... seynem heren mit dem gelde, ist des geldes eyne halbe mark adir myn, das ist die stupe, ist es abir mer, is geet em an seyn hoeste recht
    1455 DanzigWillk.(Simson) 28 Faksimile
  • einbrechen wirdt ... von ampte gestraffet nach gelegenheidt, als mit gefengnus, mit der staupe, vorweisunge oder sonst
    1556 Walch,Beitr. VII 210
  • wer in der kirchen einen oder mehr beutel abschnitte, soll mit der staupe gestraft werden
    1577/83 LünebRef. 789 Faksimile
  • wenn jemand eines andern braut wissentlich beschläft ..., soll dieselbe ... mit gefängniss, der brautschänder aber mit ... staupen und landesverweisung bestraft werden
    1584 Preußen/Sehling,EvKO. IV 137 Faksimile
  • wann aber alle diese gütliche ermahnung, straffworte, bedräwungen nicht fruchten wollen, so sollen die praeceptores den- oder dieselben, so ärgernüß gegeben vnd vnfleissig gewesen ... daß er die steupe wol verdienet, mit ernst vorhalten
    1656 SchulO.(Vormbaum) II 469 Faksimile
  • staupe (fustigatio). diese wird von dem schinder vollzogen und ist, nach der p.g.o., immer mit landesverweisung verbunden
    1798 Grolman,KrimRWiss. 133 Faksimile

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Staupe

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Die Staupe , plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, ein nur in einigen Gegenden übliches Wort, eine ansteckende Kr…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Staupe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Staupe , eine Hundekrankheit, äußert sich durch Husten, Fieber, Traurigkeit, Nasenfluß, Schwanken, Abmagerung, Durchfall…

  3. modern
    Dialekt
    Staupef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Staupe f. : ' eine Hundeseuche ', Staub [ PS-Gersb GH-Minf ]. RhWB Rhein. VIII 545 ; Kluge-Seebold 22 697/ 98 Staupe 2 .

  4. Spezial
    Staupe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stau|pe f. (-,-n) 1 (Auspeitschung, Geißelung, öffentliche Züchtigung) fustigaziun (-s) f. , scoriada (-des) f. , flagel…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staupe

12 Bildungen · 6 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

staupe‑ als Erstglied (6 von 6)

staupegebisz

DWB

staupegebisz , n. , zu staupe II, in Norddeutschland: wenn ein hund schlechte schwarzbraune zähne hat, so nennt man das staupegebisz wild u.…

Staupenhauen

DRW

staupe·n·hauen

Staupenhauen, n. wie Staupenschlag 6 sch. deme bodele vor stupehauwent 1505 Schiller-Lübben IV 451 Faksimile der beclagte mus die gesatzte g…

staupenschlag

DWB

staupe·n·schlag

staupenschlag , m. öffentliche auspeitschung mit dem staupbesen. nhd. seit dem 16. jahrh. ( der beleg aus dem ' froschmäusler ', den Campe u…

Staupenschlagen

DRW

staupe·n·schlagen

Staupenschlagen, n. wie Staupenschlag [ehebruch und hurerey] da eine eheliche person dergestalt zum andernmahl sich vergehen wird [wird sie …

staupenspiel

DWB

staupe·n·spiel

staupenspiel , n. , früher eine gewohnheit bei den hanseatischen kaufleuten in Bergen, wonach die neu eintretenden vor der aufnahme acht jah…

staupenstrieme

DWB

staupe·n·strieme

staupenstrieme , stäupen-strieme , f. , lividore cagionato dalle sferzate, frustate Kramer dict. 2, 918 a .

staupe als Zweitglied (6 von 6)

blutstaupe

DWB

blut·staupe

blutstaupe , f. das blutharnen, besonders von schafen und lämmern, auch das rothe wasser genannt.

küchenstaupe

DWB

kuechen·staupe

küchenstaupe , f. wie küchenschilling: dannenhero des dumrians einfalt dieses mahl angesehen ( nachgesehen ) ward, darüber er der küchenstau…

Ruete(n)staupe

Idiotikon

Ruete(n)staupe Band 11, Spalte 1148 Ruete(n)staupe 11,1148

viehstaupe

DWB

vieh·staupe

viehstaupe , f. , ansteckende krankheit, die sich in ausschlag äuszert haushalt.-lex. (1728) 983. —