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Spotten

mhd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
28 in 23 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Spotten

Bd. 4, Sp. 224
Spotten, verb. regul. welches in doppelter Gestalt gefunden wird. I. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben. 1. Scherzen, eine im Hochdeutschen veraltete, und nur noch in einigen gemeinen Mundarten übliche Bedeutung. Ich spotte nicht, es ist mein wahrer Ernst. Wohl aber gebraucht man es noch zuweilen[] im engern Verstande, ehrwürdige oder ernsthafte Dinge zum Scherze mißbrauchen, besonders mit dem Vorworte mit. Damit ist nicht zu spotten. Mit der Religion, mit der Bibel spotten. 2. In engerm und gewöhnlicherm Verstande, sein Vergnügen über anderer Schaden und wahre oder eingebildete Unvollkommenheiten ausdrucken oder merklich machen. Laß sie nicht freuen, die mir feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich hassen, Ps. 35, 19. In diesem weitern Verstande ist es im Hochdeutschen fremd, wo man es nur in so fern gebraucht, als dieses Vergnügen durch scherzhafte oder beißende Worte an den Tag geleget wird, da man es denn sowohl mit dem Vorworte über, als auch, und zwar am häufigsten in der edlern Schreibart mit der zweyten Endung der Person oder Sache verbindet. Über etwas spotten. Über jemandes Unglück spotten. Wer sie siehet, wird ihrer spotten, Ps. 64, 9. Spotte des Lahmen nicht, 4 Esr. 2, 21. Ein Gallsüchtiger, der des Vergnügens spottet, und der Freude flucht, Sonnenf. Ohne Schamröthe eines Gebrechlichen spotten, Gell. II. Als ein Activum mit der vierten Endung der Person, für verspotten, in welcher Gestalt es im Hochdeutschen ungewöhnlich ist. Irret euch nicht, Gott lässet sich nicht spotten, Gal. 6, 7. Elias spottete die Baalspfaffen, I. Kön. 18, 27. Die Knaben spotteten den Eliam, 2 Kön. 2. 23. Er wird die Spötter potten, Sprichw. 3, 34. So auch das Spotten. Anm. Bey dem Notker spotten, im Schwed. spotta. Fast alle Wortforscher lassen dieses Wort von speyen, Lat. spuere, sputum, abstammen, und erklären es, zum Merkmahle der Verachtung gleichsam anspeyen. Indessen liegt doch nichts von Verachtung, und am wenigsten von einer so tiefen Verachtung in dem Worte, als mit dem Anspeyen verbunden ist, wohl aber sticht der Begriff der Freude, der Lustigkeit, des Scherzes merklich hervor, daher die Bedeutung des Scherzens, Spielens, die erste und eigentliche zu seyn scheinet, da es denn ein Verwandter von Spaß, Posse, im Nieders. Putz, u. s. f. seyn würde. Übrigens erhellet aus dem verdoppelten t, daß dieses Wort eigentlich ein Intensivum ist. Das einfachere ist noch im Niedersächsischen übrig, wo Spiet, Hohn, Spott, aber auch Verdruß, Kränkung, und spieten, als ein Intransitivum, verdrießen, bedeutet. Spotten heißt daselbst Spietlocken, eigentlich Spott lachen. Ohne allen Ableitungslaut ist im Niedersächs. späh, spee, spey, spöttisch, höhnisch, Speyvogel, ein Spottvogel.
2718 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    spottenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    spotten stn. a. das scherzen. schimpfen unde spotten, daʒ kunde ich alleʒ alsô wol Trist. 7570. eʒ gienc in ûʒ dem spott…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    spottensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    spotten , sw. V. nhd. spotten, verspotten, scherzen, Spaß machen, höhnen, missachten, Spott treiben mit Vw.: s. be-, hōn…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spotten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Spotten , verb. regul. welches in doppelter Gestalt gefunden wird. I. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben. 1. Scher…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    spotten

    Goethe-Wörterbuch

    spotten [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    spotten

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    spotte n wie hochd. U. Du bruchs t au ch noch ze s.! spottend nachahmen Z. — Bayer. 2, 691.

  6. Sprichwörter
    Spotten

    Wander (Sprichwörter)

    Spotten 1. Du musst mich lang spotten, biss du mir ein ohr abspottest. – Agricola I, 356; Petri, II, 356; Henisch, 799, …

  7. Spezial
    spotten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    spot|ten vb.intr. (auslachen) coiené (coiona), difamé (-ëia), tó por le nes (cü). ▬ lass ihn doch spotten ! láscele ma c…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spotten

18 Bildungen · 3 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von spotten 2 Komponenten

spot+ten

spotten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

spotten‑ als Erstglied (3 von 3)

spottende

KöblerMhd

spott·ende

spottende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. „spottend“ Q.: Tauler (vor 1350) (FB spottende) E.: s. spotten W.: s. nhd. spottend, Adj., spottend, DW-

spottenswert

DWB

spotten·swert

spottenswert , adj. wert verspottet zu werden; noch in getrennter schreibung: solt ich mit gift mich speisen? solt ich noch lieblich preisen…

Spottentwöhnt

Campe

◬ Spottentwöhnt , adj . u. adv . des Spottes entwöhnt. I folgender Stelle auch, dem Spotte (lange) nicht ausgesetzt, von Spotte befreit. »De…

spotten als Zweitglied (11 von 11)

ausspotten

DWB

aus·spotten

ausspotten , deridere, pers. baumg. 7, 13; spotte mich tüchtig aus! Schiller 138 ; er hat mich ausgespottet. Gotter 3, 295 ; was ausgespotte…

b(e)spotten

Idiotikon

b(e)spotten Band 10, Spalte 625 b(e)spotten 10,625

bespotten

DWB

bespot·ten

bespotten , irridere, ahd. pispotôn ( Graff 6, 328 ), mhd. bespotten, nnl. bespotten: bespöttet eines jeden fürm, treibt sie ins bad, schnei…

bispotten

KöblerAhd

bis·potten

bispotten , sw. V. (1) nhd. verspotten ne. mock (V.) ÜG.: lat. subsannare MNPs Q.: MNPs (9. Jh.) I.: Lbd. lat. subsannare? E.: s. bi, spottō…

hōnspotten

KöblerMnd

hōn·spotten

hōnspotten , sw. V. nhd. lästern, höhnisch verspotten E.: s. hōn (2), spotten L.: MndHwb 2, 351 (hônspotten), Lü 148b (hônspotten)

nachspotten

DWB

nach·spotten

nachspotten , verb. 1 1) einem nachspotten, hinter ihm spotten, über ihn spöttisch sich äuszern. 2 2) spottend, mit verspottung nachäffen: '…

verspotten

DWB

vers·potten

verspotten , verb. , erst seit mhd. zeit nachzuweisen; mhd. wb. 2, 2, 520 b ; Lexer hdwb. 3, 245 . das wort verbreitet sich dann schnell und…

vorspotten

DWB

vors·potten

vorspotten , verb. , vor jemandem etwas mit spott vorbringen: der uns dann all seine freuden und siege und niederlagen, all seine thorheiten…

vörspotten

KöblerMnd

vörspotten , sw. V. nhd. verspotten, verachten, nicht achten Hw.: vgl. mhd. verspotten E.: s. vör, spotten W.: s. nhd. verspotten, V., versp…

Ableitungen von spotten (4 von 4)

bespotten

DWB

bespotten , irridere, ahd. pispotôn ( Graff 6, 328 ), mhd. bespotten, nnl. bespotten: bespöttet eines jeden fürm, treibt sie ins bad, schnei…

Erspotten

Campe

Erspotten , v. trs. durch Spötteln, durch Spott erlangen. Das Erspotteln, Erspotten.

gespotten

Lexer

ge-spotten swv. BMZ Mone schausp.

verspotten

DWB

verspotten , verb. , erst seit mhd. zeit nachzuweisen; mhd. wb. 2, 2, 520 b ; Lexer hdwb. 3, 245 . das wort verbreitet sich dann schnell und…