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Spaten

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DRW
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Eintrag · Deutsches Rechtswörterbuch

Spaten

Spaten, Spate, m., f.

mnd. auch spat n.
I zum Umgraben, Ausheben oder Abstechen von Erde bestimmtes Gerät mit viereckigem Blatt und langem Holzstiel
I 1 als Arbeitsinstrument in unterschiedlichen rechtlichen Bestimmungen
  • ane sin [des landes richteres] orlof mut man wol graven also diep, also en man mit eneme spaden upgeschieten mach die erde, so dat he nene schemele ne make
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 66 § 3 Textarchiv: SspLR. III 66
  • den [durch angeordnete Zerstörung eines Hauses entstandenen] graven unde den berch sal man evenen mit spaden
    1224/35 (Hs. 1369) SspLR. III 68 § 1 Textarchiv: SspLR. III 68
  • das ir dorczu usrichtet LXXV man, die do wol graben konnen ... und ir iclicher sal haben I spaten, I schufel und io czwene I ax
    1395 CDPruss. VI 13 Faksimile
  • 2 mr. 3 1/2 ß vor schuffelen unde spaden
    1427 HanseRez. VIII 116
  • ist in den hoffen: ... eyn par pflugeyszen, eyn spate und eyne gabel
    1438 DOrdGrÄmterb. 628
  • soll niemandt mehr klünmohr hinthun, als 3 tage mit 2 spaden zu graben, bey f[ürstlichen] g[naden] brüche unnd dem baurlage eine tonne byer zu geben
    1625 SchleswDorfO. 378
  • schantz-zeug: 300 schippen und spaden à 36 thlr.
    1672 Moser,StaatsR. 29 S. 543 Faksimile
  • dat sick niemant understahn schall, buhten B. ... dat reit offte meed met ein spade etwas van de slaw off[te] et meed affthograeven. und dejenige, de syn reit ahne spaede nicht befredigen kan, schall it van dat reit affgraeven, be straeff 1 rtl.
    1706 SchleswDorfO. 900
  • zum wegemachen mit spaden u. schüppen ist jeder verbunden
    Ende 18. Jh. OstfriesBauerR. 156
I 2 im Deichrecht: durch das Stecken des Spatens auf den Deich wird rechtssymbolisch die Aufgabe eines Grundstücks und der damit verbundenen Deichslast zum Ausdruck gebracht; wer den Spaten herauszieht, übernimmt das Grundstück mit allen Lasten; später symbolisiert das Spatenstechen auch eine herrschaftliche Enteignung
  • als eyn man synen dyck mit rechte opgeuen will, die sall koemen voer den dyckgreue ... opten dyck, ... mit eine lyne, ende eine spaede voer hem steckende inden dyk, die eine krucke heefft, ende leggen syne handt daerop. ende sweeren dan ten hilligen, datt hy anders gien guedt en hefft danmen an hem tasten mach ende ansien
    1308 Pufendorf IV app. 415 Faksimile
  • wair dat sake, dat yemant ware binnen der scouwe van R., die enich land dair legghende hadde, dat hi up gheven woude, ende die spade up den dyc stake, dat die dycgrave ... mochte dien man vervolghen
    1367 Mieris III 205 Faksimile
  • als na den dykrechte dat behoort, ... die [kooper] sullen dan de keuren hebben, of sy den dyk met alle de landen en goedern aanneemen ende houden willen, of die spade steken
    1436 UtrechtPlB. II 3
  • so windt de spade allen tynß, egendum und rechtigkeit mit dem gude, uthgespraken den tegenden
    1444 JbOldenb. 17 (1909) 24 Faksimile
  • [Deichgeschworne,] de den vorhen nenen edt gedan hefft, de moten den dem dykgreuen de forsten beyden fynger yn der fordern handt vp dat spedt leggen vnde schweren
    1559 Detlefsen,Elbmarschen I 356 [hierher?]
  • dar de dick schall verspadet werden, schall men den spaden mit ... geschrey tho dren mahlen in den dieck stecken
    1568 Pufendorf IV app. 65 Faksimile
  • do stak van unses gnedigsten hern wegen C. ... dat spat in den dik und sede: ... [ik] frage juw [schwaren] ein ordel, wal nu den spaden van rechtes wegen weg teen schal?
    1571 R.d.alt.L.(Krause) 161
  • were alßdan de beklagede ofte iemandt sinendtwegen erschenen undt wurde denn spaden tehen mit rechte ... schal der beklagede thovoren, eh de spade getagen, deßen genochsamb binnen landes gesetene borgen stellen
    1579 JbOldenb. 17 (1909) 29 Faksimile
  • den dyck vor den spaden tho schouwen: ... so dar jemandt weer, ... vnde wolde edder konden den dyck nycht maken, ... wen he dre mall ys thogeschouwet ... so moth de dyckgreue dar eynen spaden vp stecken ... so ys dat landt yn der herenn handt vorfallen
    1599 Detlefsen,Elbmarschen I 357
  • wen ... einer ... mit diken versumlich befunden ..., scholen de dickrichter na oldem spadelandeß rechten den spaden up den dick setten undt de sumigen ehres landes dardorch entsettet sin
    1600 Feikes,DeichlastNordfriesl. 197
  • so jemand ist, der seinen teich nicht machen wil oder kan, wo er land hat, der sol den ruffel (spaden) auff den teich stecken. und wollen seine freunde den ruffel nicht ziehen, so sol den ruffel die herrschaft ziehen
    1690 Hackmann Mantissa 12 Faksimile
  • wann aber einer einen gefaͤhrlichen teich ... nicht in bessern stand bringen wolte ... gleichwol teich und land behalten und darin keine spade stechen wolte, sollen alle die im teichbande seyn, solchem einbruch mit gemeinen kosten vorbauen
    1690 Hackmann Mantissa 86 Faksimile
II mnl.
ein Landmaß
  • S. dedit domui ij spaden lant in prato de M., in qua idem S. habet usumfructum suum
    1220 Anal.ecclés. 16 (1879) 89
  • quod dux reddat dicto H. xiiij spaden terrae
    1250 Willems,Brab. I 651 Faksimile

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    spâtenswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    spâten swv. spät werden. eʒ beginnet spâten nacht werden troj. s. 54. a. eʒ geriet spâten Pf. Germ. 3, 412.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    spāten

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ° spāten s. spacium.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spaten

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Der Spaten , des -s, plur. ut nom. sing. ein Werkzeug zum Graben, ein Grabescheit. Es ist in den gemeinen Sprecharten, b…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Spaten

    Goethe-Wörterbuch

    Spaten [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spaten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Spaten , s. Gartengeräte . – Die »Wissenschaft des Spatens« nennt man die Wissenschaft und Kunst der archäologischen Aus…

  6. modern
    Dialekt
    spatenschw.

    Pfälzisches Wb. · +5 Parallelbelege

    spaten schw. : ' die Erde mit dem Spaten umgraben ', spade, spare (šbādə, šbārə, --) [verbr. westl. NPf O-PS vereinzelt…

  7. Sprichwörter
    Spaten

    Wander (Sprichwörter)

    Spaten 1. Der Spaten allein thut's nicht beim Graben, der Arm muss helfen. Aehnlich russisch Altmann V, 87. 2. Der Spate…

  8. Spezial
    Spaten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Spa|ten m. (-s,-) badí (badis) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spaten

24 Bildungen · 19 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

spaten‑ als Erstglied (19 von 19)

Spatengabel

SHW

Spaten-gabel Band 5, Spalte 1129-1130

Spatenstich

SHW

Spaten-stich Band 5, Spalte 1129-1130

Spatenstiel

SHW

Spaten-stiel Band 5, Spalte 1129-1130

spatenarbeit

DWB

spaten·arbeit

spatenarbeit , f. : man meent, dar hör öbung to dat to dregen, man musz't wenn't warrn ( gewöhnt werden ) as spadenarbeit. Kl. Groth 3, 337 …

spatenbauer

DWB

spaten·bauer

spatenbauer , m. , nd. spadenbuur, figur des kartenspiels, pigue bube, vgl. spaten II, 3 Dähnert 444 a . nd. korrespondenzbl. 10, 10: weder …

spatendienst

DWB

spaten·dienst

spatendienst , m. : 2) zeigte ihnen die erfahrung, dasz wann sie ihre knechte an den deich schickten, die arbeit schlecht von statten gienge…

spatenfisch

DWB

spaten·fisch

spatenfisch , m. squatina seu angelus marinus, ein meerengel, ein engelfisch, ein spatefisch. Gesner fischb. v. Forer 65 b .

spatenförmig

DWB

spaten·foermig

spatenförmig , adj. : 'spathenförmiges blatt, spathulatum, ( gärtner ) heiszt dasjenige blatt, welches rundlich ist, und eine schmälere glei…

spatengut

DWB

spaten·gut

spatengut , n. zum deich gehöriger und am deich betheiligter landbesitz (?): mnd. spadengut in einer Oldenb. urk. v. 1460 bei Schiller-Lübbe…

Spatenkultur

Meyers

spaten·kultur

Spatenkultur , die Bearbeitung des Bodens mit dem Spaten, der Grabgabel oder Haue, gebräuchlich im Garten und auf dem Acker ( Feldgärtnerei …

Spatenpflug

PfWB

spaten·pflug

Spaten-pflug m. : 'Pflug zum Umgraben eines Weinbergs', Spadeplugg [ NW-Herxh ]. Rhein. VIII 274 . —

spatenrecht

DWB

spaten·recht

spatenrecht , n. , ausdruck des deichwesens, nd. und häufig auch hd. spadenrecht ( Frisch , Jacobsson ); dafür auch spatelandsrecht, s. das.…

Spatenschlag

RhWB

spaten·schlag

Spaten-schlag -dəšlāx Wittl , Daun , Prüm-Steffeln (-ā:də-) m.: Miete, in welche Runkelrüben im Felde für den Winter eingeschlagen werden (…

Spatenschüppe

RhWB

spaten·schueppe

Spaten-schüppe -āšøp Geld , NMörs , Klev , Rees , Meiderich; -Ešøp Geld-Aldekerk Kapellen Hartef (-E-), Mörs-Birten Kamp Lütting ; -E- Gi…

Spatenstechen

DRW

spaten·stechen

Spatenstechen, n. Aufstecken eines Spatens (I 2) auf einem Deichabschnitt zur rechtssymbolischen Aufgabe oder Entziehung von Grundstückseige…

spatenstich

DWB

spaten·stich

spatenstich , m. : die anlegung eines kanals durch denselben ( den see ) konnte nicht ausbleiben. und als bald darauf unten im see die arbei…

spatentiefe

DWB

spaten·tiefe

spatentiefe , f. bipalii profunditate. Frisch 2, 294 b ; das land in spatentiefe umgraben ( so tief, wie das spatenblatt hoch ist ). Campe.

spaten als Zweitglied (4 von 4)

Abspaten

Campe

abs·paten

Abspaten , v. trs. durch Sparen entziehen. Er hat es seinem Munde, seinem Leibe abgespart. Das Absparen. Die Absparung.

ausspaten

DRW

aus·spaten

ausspaten außgeworffen und außgespätet land 1690 Hackmann 13

packspaten

DWB

pack·spaten

packspaten , m. was packeisen. Chemnitzer bergm. wb. 380 b . Jacobsson 3, 182 b .

reutspaten

DWB

reut·spaten

reutspaten , m. spaten, mit welchem der gärtner das unkraut ausreutet; auch groszer eiserner spaten, die wurzeln und stöcke der bäume damit …

Ableitungen von spaten (1 von 1)

verspaten

DWB

verspaten , verb. , umlautlose form von verspäten, s. das folgende.