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spähen

mhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spähen verb.

Bd. 16, Sp. 1837
spähen, verb. scharf und forschend ausblicken, kundschaften. schwachformige ableitung zu dem gemeinidg. ausdruck für 'sehen' *spekyô, skr. páçyati, avest. spaesyẹiti, lat. specio, conspicio, speculum, species, au-spex u. s. w. (dazu auch griech. σκέπτομαι, σκοπή für *σπεκ-?). Fick4 1, 147. J. Grimm kl. schr. 7, 197. zeitschr. f. d. phil. 1, 134, 197. das germ. starke verb. *spehan ist nicht erhalten, doch wird es vorausgesetzt von den ableitungen späh, adj. (ahd. spâhi), und spähe, f. (speha), s. das. zu letzterem ist unser spähen gebildet: ahd. spehôn (spiohôn, spiehan, vgl. Weigand 2, 745) explorare. Graff 6, 323; mhd. spëhen, mitteld. spên Lexer handwb. 2, 1075. Scherz-Oberlin 1529. mnd. speen vel laten ervaren, explorare. Schiller-Lübben 4, 309a (voc. Engelh.), vgl. dazu zeitschr. f. d. phil. 5, 80 (einen beleg aus der Braunschw. reimchron. s. unten); mnl. spien, neunl. weitergebildet zu spieden (vgl. geschieden, vlieden), s. Franck 934. aus dem deutschen spehôn stammt das roman. (ital.) spiare, span. prov. espiar, franz. épier, rhätorom. spiar nachforschen, s. Diez4 303; aus dem franz. wiederum mittelengl. espien, spien, engl. spy, s. Skeat 586b. ebenso ist das deutsche wort ins slav. eingedrungen: slav. spegavec, špegati, špejati, špijati, špijavec, čech. špehovati, poln. s'piegowac', lit. szpiegawóti, vgl. Miklosich 317a. nicht genau entsprechen die nord. wörter: altn. speja (selten), s. Cleasby-Vigfusson 582a. Fritzner2 3, 487b, schwed. speja, wozu ferner spá, weissagen,n. speide. — im nhd. ist der gebrauch von spähen nicht gleichmäszig verbreitet. Stieler 2064 bemerkt, dasz das simplex weniger üblich sei als die composita, Steinbach 2, 616 bezeichnet das wort als nicht überall gebräuchlich, und Adelung bemerkt: 'in dem gemeinen sprachgebrauche der Hochdeutschen ist es veraltet, bis es in den neuern zeiten wieder von einigen in der dichterischen schreibart gebraucht worden' (auch nach Frisch 2, 296a 'in vielen veraltet'). thatsächlich gehören denn auch die nhd. belege, abgesehen von einigen aus dem 16. jahrh. sämtlich der neuern dichtung, seit Gleim, Klopstock, Weisze, Wieland, an, sodasz eine künstliche erneuerung des wortes in der litteratur stattgefunden hat. in den mundartlichen wörterbüchern selten aufgeführt. bezeugt ist es für das bair. als spêhhe~ Schm. 2, 661, spêchen sehen Hartmann-Abele volksschausp. s. 598 und ostfries. spêen, spêien, spêjen. ten Doornkaat Koolman 3, 270a; dagegen ist das fehlen ausdrücklich angegeben für Handschuhsheim, s. Lenz 66a. 11) spähen ist zunächst ein imperfectives verb und bedeutet 'scharf und angespannt blicken, wonach ausblicken, mit dem auge etwas suchen oder erforschen': spehen, speculari, explorare. Dasypodius; spähen, spehen, explorare, espier. Schottel 1417; spähen, explorare, inquirere, scrutari, rimari, contari, aucupari, it. speculandi causâ venire, vel vagari, aditus, viasque, castra, castella perquirere. Stieler 2064. 1@aa) absolut; so in der aufforderung, für hinblicken: er sprach: 'herre, speht! den ir dort komen seht, daʒ ist von Pettou der alte'. Ottokar reimchron. 14591; spähet, späher, auf dem felsen! Göthe 40, 419 (Pandora 1). 1@bb) spähen ist die thätigkeit der augen: als mir diu ougen kunnen spehn. Parz. 404, 8; mit näherer bestimmung: vier hohe warten haben sie erbaut, die stadt zu überragen, oben späht graf Salsbury mit mordbegier'gem blick. Schiller jungfrau v. Orl. prol. 3. 1@cc) mit synonymen: spähen, warten, speculari, observare. Maaler 377d; spähen, forschen, laustern, espier, mouscher. Hulsius 301a; nu begunde er suochen unde spehen, unze daʒ er durch die want ein loch gânde vant. der arme Heinr. 1228; dô lieʒ die ebtissinne spên so hin (l. sehin?) unde beschowen, dâ man nam die iuncfrowen, dô was si wider an ir stat. pass. 573, 65 Köpke; so auch: wie jetzt zu ihren füszen sie spähend niederschaut, bemerkt sie einen bauer, der seinen acker baut. Chamisso 1, 244 Koch (riesen-spielz.). 1@dd) wie in dem letzten beispiel, wird dem spähen auch sonst der erfolg in einem perfectiven ausdruck gegenübergestellt: fahr immer fort zu spähen wo du kannst, noch manchen wirst du finden, noch manchen erkennen, den du lange verkannt. Schleiermacher monol. 92 (62, 25 Schiele). vgl.: du maht hie vier ritter sehn, ob dû ze rehte kundest spehn. Parz. 123, 2. 1@ee) verbunden mit lauschen, hören u. ähnl.: in müge ouch niemen sehen, swenn er sî dar inne.beide hœren unde spehen mag er nâch sînem willen,daʒ in doch niemen siht. Nib. 335, 10 Bartsch; er stehet am fenster und späht und lauscht. Chamisso 1, 188 Koch (kors. gastfreih.); und spähend, lauschend schritt ich auf dem kahlen gesims einher zum andern felsenhaupte. 2, 28 (Salas y Gomez 1). 1@ff) besondere bedeutungen. in der ältern sprache oft vom dienst der kundschafter (späher): spæhen, speculari, oculis insidiari, ut exploratores in castris solent, qui aditus viasque omnes, et numerum motumque exercitus, caeteraque belli arcana curiose observant. Wachter 1547; der ehrenhalt erzählte, nachdem Grünewald von einem spähen zurückgekommen, es würden ihnen bald stückkugeln über die köpfe sausen. Arnim kronenw. 1, 455; ich wil pewâren,ub ir sît spehâre ... ni welt ir des nieht tuon,sô pirt ir ûʒ durh spehen chomen. fundgr. 2, 63, 16 (genes.). auflauern, aufpassen (so mhd. von den merkæren): spAehen und lussen, warnemmen, imminere, facere insidias, subsidere, insidiari, insidere, observare, dare insidias alicui, moliri, tendere insidias. Maaler 377d (vgl. 2, a); er vorchte künic Marken spehen. Heinr. v. Freiberg Tristan 2568; ihr argwohn ist geweckt, sie lauern, spähn. Grillparzer4 6, 91 (des meeres und der liebe wellen 4). 1@gg) in geistlicher sprache: daʒ spehund leben, vita contemplativa. quelle bei Schm. 2, 661; das spehunde oder geistliche leben, vita contemplativa, speculativa. Frisch 2, 296a. vgl. 3, a zu ende. 22) die ergänzung und bestimmung geschieht 2@aa) durch präpositionen, ganz sinnlich mit in: an eben dem feuer, woran der rohe naturmensch seine fische bratete, spähte nachher Börhaave in die mischungen der körper. Schiller 1, 155; vergeblich spähet meine sängerin vom hohen thurm in alle ferne hin. Uhland ged. (1864) 200. geistig gewendet: nun aber handelt Mahomet. wer darf in seiner plane göttertiefe spähen? Göthe 7, 167 (Mah. 2, 1). gewöhnlich mit nach; eigentlich: indem er zugleich nach seinen nebenbuhlern spähte, ob der vorsprung auch nicht zu grosz würde. Keller 4, 259; und wie die blicke nach dem lichte spähen. Chamisso 2, 18 Koch (erscheinung). übertragen: es würde einem alten diener wenig anstehen, nach den geheimen gedanken seines herrn zu spähen. Freytag handschr. 2, 105; schämen sich kleinmeisterische denker, die so ängstlich nach gesezen spähn. Schiller 1, 285; wenn vom frühling rund umschlungen, ... trunken nach erinnerungen meine wache seele späht. Hölderlin 1, 62 Köstlin. bei Campe auch vom kaufmännischen speculieren, nach gewinn spähen, ein spähender kaufmann, was wol niemals wirklich in übung war.dafür auch nachspähen mit dativ, s. theil 7, 128 f.: eurer kühneren bahnung spähe der regeler nach. Voss 3, 67. einem nachstellen: er liesz durch alle länder uns verfolgen. vorausgeeilt schon war uns sein befehl, der alle kleinen könige seiner herrschaft aufbot, uns nachzuspähn. Schiller 13, 345 (Turandot 1, 1). in diesem sinne frühnhd. auff einen spähen, insidiari. wir wöllend heimlich auff sy spähen und laussen, was sy doch thuoygind, aucupemus ex insidijs clanculum quam rem gerant. Maaler 378a (vgl. 1, f); auf einen spähen, spiare etc. uno; fargli la spia, it. guatarlo, agguatarlo. Kramer dict. 2, 844a; 'nachstellen, in welchem verstande man noch jetzt im oberdeutschen häufig sagt, auf jemanden spähen, sowohl von gerichten, wenn sie einem verborgenen verbrecher nachstellen, als auch von unerlaubten und hinterlistigen nachstellungen.' Adelung. aber auch: auf etwas spähen, auf ein schiff spähen. Kramer a. a. o.selteneres: dô sprach der hêrre Sîfrit'nu sult ir tougen spehen under den juncfrouwen,und sult mir danne jehen welhe ir nemen woldet. Nib. 379, 1. so auch: als er da Vrenchens korb liegen sah, ... das mädchen selbst aber nirgends erblickte, spähte er eben am korne des nachbars herum. Keller 4, 117; er .. spähete unwillkürlich am boden herum und bald entdeckte er eine fliese, die ihm gerade so vorkam, als ob sie kürzlich herausgenommen wäre. 225. 2@bb) durch einen abhängigen satz (indirecten fragesatz): er sante einen kneht vür, daʒ er spehet' und erkür wâ ein gebiurîn wære, bêdiu rîche und alwære. pf. Amîs 942; (Tristant) was sich umbe schende, wartende unde spehende, ob im durch ritterlîchen site ieman zu vâr engegen rite. Heinr. v. Freiberg Tristan 1686; den gebôt er heimlichen, daʒ si listiclichen spehten und vernæmen, ob iht koufliut dar kæmen. Ottokar reimchron. 45019; die solden spehen unde schouwen, wer dâ tæte daʒ beste. 82354; nû was ich rechte spehende waʒ sie her wæren iagent. Hadamar v. Laber jagd 338; von stund schickt der held aus zu spähn, an welchem ort die feind wären. Teuerdank 90, 26 Gödeke (vgl. Adelung 2); hinaus blickst du vom hohen erker nach der strasze, erwartest deinen bruder, und spähst, ob er nicht vielleicht den bräutigam herbei führe. Göthe 42, 308 (Götz v. Berlichingen bühnenbearb. 2, 14); in freierer, geistiger verwendung: ferner nistest du dich in die kaffeehäuser, bordelle, wirthshäuser ein, spähst, sondirst, wer am meisten über die wolfeile zeit, die fünf pro cent .. schreyt. Schiller 2, 83 (räub. 2, 3 schausp.); ir sult ê spehen, war umbe, wie, wenn unde wâ reht, unde weme ir iuwer minneclîcheʒ jâ sô teilet mite daʒ eʒ iu zeme. Walther v. d. Vogelweide 102, 11; fern aus deines gesezordnenden Albions reichem männergebiet, trug dich das meer, zu spähn, ob noch heimisch bei uns ahnliche tugend sei. Voss 3, 19; aus dem gehöfte will ein kind sich schleichen, zu spähen, was bedeute solcher ton. Chamisso 2, 57 Koch (Matt. Falcone). 33) in demselben sinne wird spähen auch transitiv gebraucht. 3@aa) nicht häufig im mhd.; auskundschaften: darnauch nam Josue zwen man den er wol getrúwet und hiesz sy die statt Yericho spechen und ir gelegenhait. ... dô giengend sy haimlich in die statt und spechotend ir gelegenhait. historienbibel s. 258 Merzdorf. freier, sehen: swer ûf dem hûse od in der stat durch schouwen an die zinnen trat und öugelweide wolde spehen, der muoste in sînem herzen jehen, daʒ er sêhe in alle wîs hin in der vröuden paradîs. Heinr. v. Freiberg Tristan 575; prüfend beschauen: er wil ôt iuwer schœne spehen; und ist, daʒ er ie hât gesehen bî sînen tagen schœner wîp. daʒ gêt Tristande an sînen lîp. 4237; ausforschen mit worten: reht als jenes vrâgen stê, der iuch wil mit worten spehen. Parz. 171, 21. von der mystischen betrachtung (vgl. 1, g): got spehen, contemplari. Schm. 2, 661. dazu: dannoch lebt di augenwaid ... in gotes lob, dienst, unde spehen. Suchenwirt 41, 857. 3@bb) häufiger in der neuern dichtung, von Schönaich ästh. in einer nusz s. 336 Köster als neuerung verspottet: denn er hatte verdacht, sie wären gekommen, die blösse von Mizraim zu spähen. Bodmer Jakob u. Joseph 1, 12, vgl. ebenda; aufmerksam beobachten: Lysander, welcher jeden schritt Melindens sorgfältig spähte. Wieland suppl. 2, 181 (Mel. 253); doch behende wandte die augen sie ab, des Phöbos wege zu spähen, der sich von dem Olympos zur blühenden erde herabliesz. Göthe 40, 356; sie spähete den weg zur rechten und zur linken. Rückert (1882) 12, 277 (Sawitri 6); wie du spieltest, lagen meine augen sorglos auf dir; ich spähte jeden zug in deinem gesicht. Göthe 10, 174 (Stella 4); betrachten: noch immer voll neuer süszer verwunderung über die welt, in welcher sie jetzt war, spähte sie alles darin, bis zu kaum sichtbarer ändrung, mit des wärmsten gefühls theilnahme. Klopstock Mess. 17, 584; und belehr' ich mich nicht, indem ich des lieblichen busens formen spähe, die hand leite die hüften hinab? Göthe 1, 265 (m. eleg. 5). nach etwas ausschauen, es durch angespanntes hinblicken erforschen oder zu finden suchen: östlich spähend ihren lauf, ging auf einmal mir die sonne wunderbar im süden auf. 41, 212 (Faust II, 3); drum eil' ich seine spur zu spähn, die bald mir kenntlich ist, und bald mich wieder täuscht. Stolberg 14, 168; auf geistiges übertragen: mir behaget dein weib zu seyn, und deinen willen zu spähen. Gleim 6, 216 (Amor u. Psyche 25); weh dem volke! das die launen eines menschen spähet, wie der schiffer nach des windes wendung forscht! Stolberg 5, 20; doch ich will eilen, wie ich's nur vermag, die ganze wahrheit des gerüchts zu spähn. 14, 94; da ... ich über mein ich, des unbefriedigten geistes düstre wege zu spähn, still in betrachtung versank. Göthe 1, 269 (m. eleg. 7); freies sinns aufhellung gespäht und wahrheit! Voss 3, 235; er, der die hundert augen des Argus hat flecken an seinem bruder zu spähen, kann er so gar blind gegen sich selbst seyn? Schiller 2, 104 (räuber 2, 3 schausp.); wie können wir aufmerksamer auf die stimme unsers gewissens ... werden, als wenn wir in ihr die stimme der heiligsten hören, der unsichtbar uns immer begleitet, und die geheimsten gedanken unsers herzens späht. Fichte kritik d. offenb. (1793) 118. 44) doch nimmt spähen, zumal in transitiver fügung, oft auch perfectiven sinn an, indem es den erfolg bezeichnet, 'herausfinden, bemerken, erblicken, erkennen' u. ähnl. jedoch gehören diese gebrauchsweisen mehr der älteren sprache an; in neuerer zeit nur in beschränktem umfange in poetischer sprache. 4@aa) so vereinzelt schon ahd.: sô sie thô thâr gâʒun,noh thô zi disge sâʒun; spiohôta ther diufalselbon Judasan thâr. Otfrid 4, 11, 2. sonst seltner mit persönlichem object: immer, du wunderbare, vermuthest du, spähest mich immer (οὐδέ σε λήθω). Voss Il. 1, 561; erblicken: da mich dein auge spähte, was verrieth der wangen morgenröthe? Schiller 1, 282. mit sächlichem object: da spähte er wundersame gesichte! Chamisso 2, 269 Koch (Adalberts fabel). ähnlich: swer wunder wolte spehen von kluogen widergengen. Hadamar v. Laber 436; von der kron werdet ir grosz wunder spehen. fastn. sp. 655, 12; mit hören zusammengestellt: hörst du noch von deinem sternensize, späht dein blick, gewöhnt an sonnenblize, noch in diesem nachtthal unsre thränen, unser starres sehnen? Voss 4, 62. 4@bb) erforschen, durch scharfes blicken erreichen, finden, erkennen: wer kann im ocean der luft des windes pfade spähn? Wieland 21, 161 (Klel., einl. 69); du lehrst mich neue höhen finden, welche das auge der kunst nicht spähet! Stolberg 1, 13 (der genius); wer spähte die fasern der untersten wurzel? 2, 140; also fannden wirs am foringenn plaz, ... dann die Carios hettens ausgespirt oder gespecht. Schmidel reise nach Südamerika 47, 4 Langmantel. geistig gewendet: daʒ wiʒʒen die sæligen wol, den der inren ougen sehen des wâren liehtes ist sô vol, daʒ sie die wârheit kunnen spehen. Lamprecht v. Regensburg tohter v. Syon 288; hie muoste er friuntschaft spehen. Wolfdietr. D V 119, 8; unklar: sô lânt mich aleinedaʒ ich niht schame spehe, sô daʒ mich iuwer keinehie alsô blôʒen sehe. VII, 85, 3 (vgl. die anm. und Frisch 2, 296a). 4@cc) in älterer sprache etwas woran spähen, erkennen: wir hân der zeichen vil gesehen, dar an wir sîne kunft wol spehen. Walther v. d. Vogelweide 21, 29; wan als ich an seiner red tuo spehen, sie hat der siben schon wol dreizehen. fastn. sp. 72, 5; welche frau sich tet an irn eren übersehn, das selb begunt man balt an irem man spehn: im wuchs ein horn an seiner stirn. liederb. aus dem 16. jahrh. s. 355, 23. 4@dd) an stelle des acc. steht ein inhaltssatz: dô spehten mit den ougendie ê hôrten jehen daʒ si alsô schœnesheten niht gesehen sô die frowen beide. Nib. 549, 1; ich prüeve daʒ wol unde spehe daʒ ir z'eim' ingesinde mir ze swære sît. Konr. v. Würzburg Otte m. d. barte 360; dâ bî ich ouch al vollec spehe, daʒ nie sîn gerechtikeit wart von zungen ûʒ geleit. pass. 439, 35 Köpke; sus mach men spen daʒ iʒ under koninc Karle is geschen. Braunschw. reimchron. 379; vgl. auch: (Longinus dicit.) möcht ich recht gesechen, so wolt ich pald spechen mit meinem scharffen sper, ob er noch lebt hintz her. tirol. passionssp. 2525 (s. 160). 4@ee) dem mhd. eigenthümlich ist die verbindung spehen kunnen beurtheilen können, sich worauf verstehen: die frowen spehen kundenund minneclîchen lîp, die lobten durch ir schœnedaʒ Guntheres wîp. Nib. 550, 1; ir möht dâ strîten sehn, ob ir strîten kundet spehn. Parz. 359, 10; der kunde tugende spehen. Virginal 348, 3.
16607 Zeichen · 372 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    spæhenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    spæhen swv. ib. spæhe machen Wwh. 216, 18. die (panier) der swan mit maneger hande zierde spæht Loh. 5399. — mit be-?

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spähen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Spähen , verb. regul. neutr. & act. welches im ersten Falle das Hülfswort haben erfordert. Es ist eines der ältesten Wör…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    spähen

    Goethe-Wörterbuch

    spähen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    spähenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    spähen schw. : ' Ausschau halten, genau betrachten, spionieren ', nach dem Schd.; Syn. s. auskundschaften . Un de Junker…

  5. Spezial
    spähen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    spä|hen vb.intr. 1 (scharf hinsehen) mëte averda, osservé (-vëia), ciutié (ciütia) 2 (zu erkunden suchen) spicolé (-lëia…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spaehen

8 Bildungen · 0 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

spaehen als Zweitglied (5 von 5)

ausspähen

DWB

aus·spaehen

ausspähen , speculari, investigare, erspähen, früher geschrieben ausspehen ( Luther hat weder das einfache, noch das zusammengesetzte wort )…

durchspähen

DWB

durch·spaehen

durchspähen , durchforschen, durchsuchen, durchblicken, pervestigare, perscrutari Stieler 2065 . vergl. ausspähen . erspähen. die räuber dur…

erspähen

DWB

erspähen , speculari, explorare, ahd. irspëhôn, mhd. erspëhen. Ernst 2586. Barl. 313, 4. nhd. Maaler 117 c ; damit er etwas möcht erspehen, …

nachspähen

DWB

nach·spaehen

nachspähen , verb. mit dativ. 1 1) spähend folgen, zu erspähen suchen, diligentius aliquem observare Stieler 2065 : allgefällige ruh! spähte…

Ableitungen von spaehen (3 von 3)

bespähen

DWB

bespähen , oculis indagare, nnl. bespieden: der späher bespäht, der lauscher belauscht; ich seh den genius schon in der halle stehn, und der…

erspähen

DWB

erspähen , speculari, explorare, ahd. irspëhôn, mhd. erspëhen. Ernst 2586. Barl. 313, 4. nhd. Maaler 117 c ; damit er etwas möcht erspehen, …

verspähen

DWB

verspähen , verb. , mhd. verspehen, auskundschaften mhd. wb. 2, 2, 497 b ; Lexer mhd. handwb. 3, 243 ; nachtr. 393; Schmeller bayer. wb. 2, …