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Semp

mnd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Semp m.

Bd. 6, Sp. 274
Wossidia Semp m. Senf 1. Pflanzen a. die Senfstaude, sinapis alba, lat. so benannt nach der hellen Farbe ihrer Samen: sinapis 'Sennip' Chytr. 493; 'Senp' Paulli 486; Semp Mantz. Ruh. 9, 53; Schill. Kr. 2, 30b; E. Krüg. 80; witten Semp Loep. 116. In a. Spr. auch 'witt Sennep' mit der lat. Bezeichnung eruca, vgl. Marz. 2, 305; eruca 'wit Sennip' Chytr. 493; 'wid Sennep' Paulli 292. b. Senfkohl, brassica nigra, lat. so benannt nach seinen schwarzen Früchten: Semp Monschr. 3, 827; E. Krüg. 21; Niem. Idiot. 23. c. in a. Spr. Ackerschöterich, erysimum cheiranthoides: erysimum 'wilt Senp' Chytr. 487; vgl. Schuttsenf Marz. 2, 319. 2. Nutzung von sinapis alba a. Pflanze als Viehfutter: stats Wickhawern kann ok witten Semp sei't warden ..., he gebrukt man söß bet acht Wochen von 't seien an, bet he to meihen is un gift denn 'n schönes Melkfore (Melkfoder) Loep. 116; als Kornart angebaut in Schö; Sta; wurde nicht ausgedroschen Ma; Wi; Ro. FN. Sempkamp, -kul (Ha@). b. Same zu Gewürz, welches dann selbst Semp heißt, s. auch 3; hierfür, nur im SW, das Syn. Muster (Bd. 4, 1316): 'für Norddeutschland steht fest, daß ihn (den Semp) unsere Bauerngärten, die als Nachbildung der alten Klostergärten anzusehen sind, von der frühesten bis in die neue Zeit hinein geführt haben' Buddin in Ratz. Mitt. 9, 6; uns' Mudder hadd' in 'n Goorden ümmer 'n Flagg mit Semp seigt, denn' paalten wi harwstœwers ut: 5; der Same wurde in der Sempmœhl (vgl. das) zerquetscht; Gewinnung von Gewürzsenf aus Pflanzen, die mit sinapis alba verwandt sind, wird gelegentlich erwähnt: in LuLudwigslust@HerzfeldHerzf hieß der Küdick (Bd. 4, 735) Sempkrut Schill. Kr. 3, 32b; E. Krüg. 80; wozu vgl. Me. 4, 472; aus HaHagenow@WittenburgWitt wird über die Mitte des 19. Jh. von den Rapp, dee to Semp maakt würd' berichtet. Mit Essig zubereitet bes. zu Fleischgerichten gegessen: tau Schinken un tau Knakenpeter würd' hei mit Essig mahlt Ratz. Mitt. 9, 5; aber zu Rotscher würd' hei mit Bottermelk maakt: ebda; SchöSchönberg@FalkenhagenFalkenhagen; die Senfherstellung in eigener Wirtschaft wurde dann völlig durch das fertige Gewürz der Kaufleute verdrängt, im ersten Weltkrieg jedoch vereinzelt als Notbehelf wieder aufgegriffen Ratz. Mitt. 9, 5; Senf als scharfe Würze weiterhin, nicht nur zu Fleisch, beliebt: wenn dei Daglöhners bi Kopmann N. kemen, eten sei oft Kes' un dor dicken Semp up (1934) WaWaren@RöbelRöb. c. andere Verwendungen; als altes Heilmittel, z. B. als Zugpflaster: 'sennep' Rost. Arzn. 11a; als Mittel für Bartwuchs wird empfohlen: Hauhnerschit binnen un Semp buten, de Hauhnerschit schüfft, de Semp treckt (1931) Ma; scherzhaft noch in der Abfertigung: lat di Tee kaken von Semp, dat di 't nich in 'n Kopp tüht PaParchim@PlauPlau; junge Frauen schmieren Semp auf die Brustwarze, um ein Kind zu entwöhnen RoRostock@RibnitzRibn; öft.; sie sagen dabei: fi ack, de Katt hett dor up schäten Wo. V. 3, 242. 3. Sprachliches a. eig.; 'De Ehn ... Hefft sick so wiet van hier verspracken (verlobt), Dat nümms dar Semp un Supp van krigt (von der Hochzeitstafel)' (1740) Kohf. Hg. 26, 3; dor (bei geringer Speisenmenge) hadd' de drüdd' nich Semp von krägen hätte nicht einmal jeder Dritte etwas von dem Essen bekommen Wa; RoRostock@RibnitzRibn; Beispielsprw.: ick ät giern 'n bäten wat Scharps, säd' de Mann, donn smeert he sick 'n Spon vull Semp up 'n Kanten RoRostock@RibnitzRibn; scherzhaft für jem., dem ein Kind geboren ist: dee bruukt nu ok keenen Semp to köpen (weil er den Wiegendreck hat) Kühl. b. bildl.: di will 'ck den Semp besorgen das Nötige, näml. Prügel Wa; scharfer, würzender Beitrag zur Unterhaltung, Rede, Meinung, Sermon: de molestis sermonibus ... dat was eenen groten Semp Mantz. Ruh. 9, 53; 'He mackd een groten Semp' (1678) Kohf. Hg. 3, 2; Un höert denn mynen Semp mahls an (1742) 30, 3; mak dor keenen Semp von! kein langes Gerede WiWismar@Hinter WendorfHWend; sienen Semp ock mit dartho geven Mantz. Ruh. 9, 53; Mi 79a; allgem.; ehren Semp dorhen afgäben, hei müßt ... (ihre Meinung dahingehend abgeben, er müsse ...) Reut. 2, 312; jede Fru, dee bi 'n Bu vörbigeiht, kriggt ehren Semp mit Spottrede Lu Ludwigslust@Groß LaaschGLaasch; hei meuk em so väl Semp vör Vorspiegelungen Schmidt Gad. 3, 186; dee (der Roggen) hett sinen Semp wegkrägen vom Frost gelitten SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd. — Mnd. sennep. — Br. Wb. 4, 752; Dä. 422a; Da. 191b; Kü. 3, 111; Me. 4, 472.
4218 Zeichen · 119 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sempM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    semp , M. Vw.: s. sennep

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Semp

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Semp. , bei Tiernamen Abkürzung für Karl Semper (s. d. 2).

  3. modern
    Dialekt
    Sempm.

    Mecklenburgisches Wb.

    Semp m. Senf 1. Pflanzen a. die Senfstaude, sinapis alba, lat. so benannt nach der hellen Farbe ihrer Samen: sinapis 'Se…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit semp

65 Bildungen · 65 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

semp‑ als Erstglied (30 von 65)

Sempach

Herder

semp·ach

Sempach , Städtchen im Kanton Luzern, an einem kleinen See, mit 1100 E., geschichtlich bekannt durch den Sieg der Schweizer gegen Herzog Leo…

Sempach N

Idiotikon

Sempach N. Band 7, Spalte 990 Sempach N. 7,990

Sempacherhalbarteⁿ

Idiotikon

Sempacherhalbarteⁿ Band 4, Spalte 1621 Sempacherhalbarteⁿ 4,1621

Sempbötting

MeckWB

Sempbötting n. eig. mit Senf bestrichenes Butterbrot; Abfertigung für einen Angeber: kriggst 'n Sempbötting Wo. Sa.

Sempdeig

MeckWB

semp·deig

Sempdeig m. 'Senfteig' in der spöttischen Kennzeichnung für einen Verrückten: dee möt 'n Ieshot uphebben mit ne Lehmkremp un Sempdeig üm de …

sempel

DWB

sem·pel

sempel , m. , nebenform zu zampel bei den webern Jacobsson 4, 680 a . vgl. dies unten.

sempelment

MeckWB

sempel·ment

sempelment ohne Umstände, akkurat, genau: he dröp (im Duell) sempelment de Bost (1887) Ma Rempl . Zu simpel.

sempeln

DWB

semp·eln

sempeln , verb. , schweiz. (sempelen) zaudern, langsam sein, arbeiten Stalder 2, 370 , ebenso in der Eifel Frommanns zeitschr. 6, 19 . vgl. …

sempen

MeckWB

sem·pen

sempen seinen Semp geben, hetzen: se sempt ümmertau ( Ha Witt ) Quickborn 31, 18.

semper

DWB

sem·per

semper , m. 1 1) bezeichnung von theilen des menschlichen körpers, in den folgenden stellen anscheinend das gesäsz bezeichnend: die bawren-k…

semper I

Idiotikon

semper I Band 7, Spalte 990 semper I 7,990

semper II

Idiotikon

semper II Band 7, Spalte 990 semper II 7,990

semperentieren

RhWB

semper·en·tieren

semperentieren zęmpəręntē:rə  vereinzelt Sieg-Fussh schw.: in der Wend.: Mot dem es net zo s. nicht umzugehen.

semperer

DWB

semp·erer

semperer , m. , bair. rausch Schm. 2 2, 283. vgl. sumberer , sumerer, trommel-, paukenschläger, ebenda. Lexer mhd. handwb. 2, 1296 .

sempereⁿ

Idiotikon

sempereⁿ Band 7, Spalte 989 sempereⁿ 7,989

semperfrei

DWB

semper·frei

semperfrei , adj. ausdruck der älteren rechtssprache, mhd. semper vrî, sempar vrî, der höchsten art der freiheit theilhaftig, von personen, …

Semperfreie

Herder

semper·freie

Semperfreie (nach Eichhorn von sonderbar Freie, nach andern von sendbar Freie), wahrscheinlich Bezeichnung des alten, eigentlichen Adels.

Semperfreie Leute

Meyers

semperfreie·leute

Semperfreie Leute ( Höchstfreie ), nach der, übrigens schwankenden, Terminologie des Schwabenspiegels (s. d.) die Angehörigen des ersten Sta…

Semperfreiherr

DRW

semper·freiherr

Semperfreiherr, m. Standesbezeichnung eines Sendbarfreien (II) 4 semperfreyhern; der erst ist der von Lindenburg, der ander der von Dosys; d…

Semper idem

Meyers

semper·idem

Semper idem (lat., »immer derselbe«), Zitat aus Cicero, » Tusc .« 3,15,31, wo der durch nichts zu störende Gleichmut des Sokrates gerühmt wi…

sempermann

DWB

semper·mann

sempermann , m. ausdruck der älteren rechtssprache, zusammengezogen aus sendbar, mhd. sendbære, semper mann ( flectiert, ein sempêrer man. q…

sempern

DWB

semp·ern

sempern , verb. , kärnt. beständig etwas haben wollen, einen mit bitten quälen. Lexer kärnt. wb. 231 . vgl. semmern oben und zimpern unten.