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Schwärmer

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schwärmer Der

Bd. 4, Sp. 321b
Der Schwärmer, — s, Mz. gl. 1) Ein Ding, welches schwärmet, welches mit Geräusch schnell hin und her fährt oder fliegt. Besonders nennt man in der Feuerwerkskunst eine kleine walzenfömige Papierhülse, welche mit einem Feuerwerkssatze gefüllt ist und angezündet wird, wo sie dann mit Geprassel hin und her fliegt und endlich mit einem Knalle zerplatzt, einen Schwärmer. Schwärmer werfen, aus einer Flinte schießen. I folgender Stelle wird es auch vom Winde gebraucht in Ansehung seiner Unbeständigkeit, seines Säuselns  »Euros, der warme Schwärmer.« Voß. 2) Ein lebendes Wesen, welches schwärmet. So führen den Namen Schwärmer (1) eine zum Schwärmen besonders aufgelegte Biene, welche gemeiniglich auch durchgehet; der Kollerer. (2) Bei den Jägern, ein Leithund, welcher sich leicht durch sinnliche Eindrücke von der Fährte abbringen läßt. Ferner, in der Naturbeschreibung (3) die Dämmerungsschmetterlinge oder Dämmerungsvögel, Abendvögel (Sphinx L.). (4) Eine Art Klipp= oder Bandfische (Chaetodon vagabundus L.). (5) Die hüpfenden oder springenden Spinnen, welche kein Gewebe machen (Araneae phalangia), auch Läufer, Springer. (6) Eine Art Wanzen (Cimex vagabundus). Besonders ist (7) der Schwärmer, sowol ein Mensch, welcher in rauschenden und ungeordneten Vergnügungen lebt, als auch uneigentlich, ein Mensch, welcher seinen verworrenen und dunkeln Vorstellungen bei einer Sache folgt, sich nur seinen lebhaften aber dunkeln Gefühlen und seiner Einbildungskraft bei derselben so überläßt, daß er keiner kalten und vernünftigen Prüfung fähig ist, und das Mangelhafte und Schwierige der Sache  gar nicht bemerkt und beachtet, und die plötzlichen Einfälle, welche aus seiner Seele hervorgehen, für göttliche Antriebe und Offenbarungen hält. Die Schwärmerinn, eine solche weibliche Person. Solcher Schwärmer giebt es in jeder Wissenschaft, in jeder Beschäftigungsweise. Vorzüglich gebraucht man es aber von solchen, welche es in der Religion sind.
1959 Zeichen · 20 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwärmer

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schwärmer , des -s, plur. ut nom. sing. von dem vorigen Zeitworte. 1. Ein schwärmendes Ding; in welchem Verstande es…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwärmer

    Goethe-Wörterbuch

    Schwärmer in Bed 2(a und b) auch pejor nuanciert 1 entomologisch; Schmetterling aus der Familie der Schwärmer (Sphingida…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwärmer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schwärmer ( Dämmerungsfalter , Sphingidae, Crepuscularia ), Familie aus der Ordnung der Schmetterlinge (s. d.).

  4. modern
    Dialekt
    Schwärmer

    Rheinisches Wb.

    Schwärmer Sg. u. Pl. m.: 1. verächtl. Nachtschwärmer Verbr. aus dem Nhd. — 2. Feuerwerkskörper Verbr. in den Städten, au…

  5. Sprichwörter
    Schwärmer

    Wander (Sprichwörter)

    Schwärmer 1. Ein Schwärmer sprüht wol, zündet aber nicht. Er zündet auch, wenn er nur die rechten Gegenstände trifft. Vo…

  6. Spezial
    Schwärmer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schwär|mer m. (-s,-) 1 (Träumer) somiadú (-dus) m. 2 (Begeisterter) apascioné (-ná) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwaermer

25 Bildungen · 22 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schwaermer

schwarm + -er

schwaermer leitet sich vom Lemma schwarm ab mit Suffix -er, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von schwaermer 2 Komponenten

schwaer+mer

schwaermer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwaermer‑ als Erstglied (22 von 22)

schwärmerbund

DWB

schwaermer·bund

schwärmerbund , m. bund von schwärmern: herz, zerknirscht im tiefsten grunde, ruf' ade dem schwärmerbunde. Voss im Göttinger dichterbund, he…

schwärmerchen

DWB

schwarm·erchen

schwärmerchen , n. kleine schwärmer; namentlich als feuerwerkskörper ( oben 7). vgl. auch schwärmerlein.

schwärmerei

DWB

schwarm·e·rei

schwärmerei , f. gebahren eines schwärmers. 1 1) den kirchenglauben betreffend: das jr blinder dünckel .. sich düncken lesst, die schrift st…

schwärmereifer

DWB

schwaermer·eifer

schwärmereifer , m. eifer eines schwärmers, fanatikers: der unbescheidne schwärmereifer der evangelischen prediger überschritt dieses von de…

Schwärmerēy

Adelung

schwarm·e·rey

Die Schwärmerēy , plur. die -en, welches nur in der dritten und vierten figürlichen Bedeutung des Zeitwortes üblich ist. 1) Als ein Abstract…

Schwärmerfaß

Campe

schwaermer·fass

Das Schwärmerfaß , — sses, Mz. — fässer , bei den Lustfeuerwerkern, Röhren worein Schwärmer geladen werden, um mit Einem Mahl viel Schwärmer…

schwärmerfasz

DWB

schwärmerfasz , n. faszartige röhre für schwärmer beim feuerwerk: schwärmerfässer, röhren, worein schwärmer geladen werden, um mit einemmal …

schwärmergeist

DWB

schwaermer·geist

schwärmergeist , m. geist eines schwärmers, schwärmer selbst seinem geiste nach: schwärmergeist, fanaticus Dentzler 2, 258 a ; damit man den…

schwärmerian

DWB

schwaer·merian

schwärmerian , m. ersonnener name für einen schwärmer ( zur bildung vergl. dummerjahn theil 2, 1519, liederjahn theil 6, 986, auch grobian):…

schwärmerin

DWB

schwarm·erin

schwärmerin , f. weiblicher schwärmer: schwärmerinn, ambulatrix, foemina circumcursans, vagabunda, circulatrix Stieler 1952 ; eine schmeiszf…

schwärmerisch

DWB

schwaer·merisch

schwärmerisch , adj. die art eines schwärmers habend, nach den meisten bedeutungen des subst.; in bezug auf irrlehre des glaubens: davon pfl…

schwärmerkopf

DWB

schwaermer·kopf

schwärmerkopf , m. kopf eines schwärmers, schwärmer selbst nach seiner geistigen seite ( vergl. schwärmergeist): das rumpeln in den schwerme…

schwärmerlein

DWB

schwaermer·lein

schwärmerlein , n. kleiner schwärmer; sektierende person: so sind mir nu die schwermerlin, die trefflich pochen, das Christus habe nie kein …

schwärmerlich

DWB

schwaer·merlich

schwärmerlich , adj. und adv. , wie ein schwärmer; von Wieland gebildet und gebraucht: 'wer hätte nicht in süszer trunkenheit solch einen mu…

schwärmerling

DWB

schwaer·merling

schwärmerling , m. schwärmender sektierer ( vgl. schwärmer 1): meine schwermerlinge aber messen der apostel hertz nach jrem eigen hertze, da…

schwärmermeister

DWB

schwaermer·meister

schwärmermeister , m. meister, führer der schwärmer ( s. d. 1): ob ich nu auch keinen schwermermeister bekere. Luther 3, 378 a .

schwärmermesse

DWB

schwaermer·messe

schwärmermesse , f. messe, wie sie ein schwärmer ( s. d. 1) liest: da ich wider kam, und wider sein ( Carlstads ) bildstürmen und messe pred…

schwärmerrotte

DWB

schwaermer·rotte

schwärmerrotte , f. : auch hab' ich noch nie gehört noch gelesen, dasz ein solcher mann ( der in seinem kabinet, seiner kinderstube und sein…

schwärmersekte

DWB

schwaermer·sekte

schwärmersekte , f. : nicht anders wars im christenthum, als man auf die sichtbare ankunft des herren hofte. in allen schwärmersekten, die d…

schwärmertopf

DWB

schwaermer·topf

schwärmertopf , m. ein vom töpfer verfertigtes gefäsz, wie ein krug gestaltet und mit schwärmern und andern feuerfangenden materialien angef…

schwaermer als Zweitglied (3 von 3)

handschwärmer

DWB

hand·schwaermer

handschwärmer , m. kleiner schwärmer ( rakete ), der mit der freien hand geworfen wird. Jacobsson 2, 208 a .

nachtschwärmer

DWB

nacht·schwaermer

nachtschwärmer , m. noctivagus. Stieler 1322 : nachtschwärmer, die den tag in nacht, und die nacht in tag veränderen. Aler 1441 a ; eine ras…