lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Schārte

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
29 in 22 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
75
Verweise raus
61

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schārte

Bd. 3, Sp. 1368
Die Schārte, plur. die -n, ein vermittelst des verstärkenden Endlautes t von 1 Schar, und dem daselbst zum Grunde liegenden Zeitworte scharen, abstammendes Wort, welches daher auch aller dort bemerkten Bedeutungen fähig ist. Im Hochdeutschen kommen davon noch folgende vor. 1. Mit dem Begriffe des hohlen Raumes, eines Gefäßes, ist die Scharte oder Schart, in einigen Gegenden, selbst Obersachsens, ein großer runder küpferner Tiegel auf Füßen, mit einer küpfernen einschließenden Decke, welche oben mit glühenden Kohlen beleget wird, Pasteten darin zu backen, oder andere Speisen darin zuzurichten. In einen von dem Frisch angeführten alten Vocabulario von 1482 ist Schart eine jede Pfanne. 2. Mit dem Begriffe des Schneidens, Brechens, Theilens u. s. f. der sich auf eine unmittelbare Onomatopöie gründet, ist die Scharte, 1) * Ein abgebrochenes, abgeschnittenes, abgesprungenes Stück, ein Span, Splitter, ein Stück; eine noch in den gemeinen Sprecharten, so wohl Ober-, als Niederdeutschlandes gangbare, im Hochdeutschen aber unbekannte Bedeutung. So gebraucht Jeroschin Schart für einen Span. S. auch Heftscharte. Im Nieders. ist Schaard in engerer Bedeutung ein Stück eines zerbrochenen Topfes; eine Scherbe, Angels. Sceard, Engl. Shard, Sheard, Sherd. 2) Ein Einschnitt, eine durch Schneiden, Reißen, Brechen u. s. f. verursachte Öffnung. Bey dem Stryker kommt schart für verwundet vor. Im Engl. ist Scar eine Narbe, Franz. Escarre. In den Alemannischen Gesetzen bedeutet Lidiscarti die Verstümmelung eines Gliedes, und Orsoarti die Verletzung des Ohres. Das Schwed. skårda bedeutet gleichfalls verletzen, das Isländ. skord vermindern, und unser kurz ist nur durch den Mangel des Zischlautes davon verschieden. Es kommt hier noch in folgenden Fällen vor. (a) In dem zusammen gesetzten Hasenscharte bedeutet es eine angeborne Spalte in der Lippe, dergleichen die Hasen haben, S. dieses Wort. (b) An scharfen schneidenden Werkzeugen ist die Scharte eine fehlerhafte Öffnung an der Schärfe, welche durch ein ausgesprungenes Stück verursacht[] worden; Niedersächsisch Schaard, Isländisch Skard. Das Messer hat Scharten, bekommt Scharten. Eine Scharte auswetzen, so wohl eigentlich, als auch figürlich, einen Fehler wieder gut machen, einen Schaden ersetzen. Du hast sein scharfes Schwert mit Scharten stumpf gemacht, Opitz. (c) Ein Einschnitt in die Oberfläche der Mauern oder Brustwehren, dadurch zu schießen, ist unter dem Nahmen einer Schießscharte bekannt. Schwed. Skård, Franz. Escarre. In den Niederdeutschen Marschländern wird auch die in die Oberfläche eines Deiches oder Dammes eingeschnittene Durchfahrt eine Scharte genannt. Ohne Zischlaut ist im Nieders. Kart eine Kerbe. (d) Eine gewisse Pflanze, wird wegen ihrer zackigen gekerbten Blätter so wohl Scharte, als Schartenkraut, und mit einer andern Endsylbe Scharley genannt; Serratula L. welcher Lateinische Nahme sich auf eben diesen Umstand beziehet, von Serra, eine Säge. Es gibt mehrere Arten derselben, worunter besonders diejenige diesen Nahmen führet, welche zum Färben gebraucht wird und eine mittelmäßige gelbe Farbe gibt; Serratula tinctoria L. Färberscharte. Im Nieders. heißt sie nur Schar. Anm. S. 1 Schar. Das a wird im Hochdeutschen in diesem Worte gemeiniglich gedehnt ausgesprochen, andere Mundarten brechen es kurz ab. Aber es, wenn Scharte die Lücke in einer Schneide bedeutet, lang, und wenn es der Einschnitt in einer Brustwehre ist, kurz aussprechen, wie einige wollen, ist eine sehr willkürliche Regel.
3489 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    scharteswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    scharte swf. 1. scharte. a. durch schneiden oder hauen hervorgebrachte vertiefung, lücke, versehrung, besonders an dem s…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scharteF.?

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    scharte , F.? Vw.: s. sarse (2)? L.: MndHwb 3, 57 (scharte)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schārte

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Schārte , plur. die -n, ein vermittelst des verstärkenden Endlautes t von 1 Schar, und dem daselbst zum Grunde liege…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Scharte

    Goethe-Wörterbuch

    Scharte a durch Hiebe, Schläge oä an einer Schneide ausgebrochene od aufgesprungene Kerbe; auch redensartl, zugl in bild…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Scharte

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Scharte , Pflanzengattung, soviel wie Serratula . Gelbe S., soviel wie Färberginster, Genista tinctoria .

  6. modern
    Dialekt
    Scharte

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Schart e [ʿSôət Wh. ] f. Scharte in einem Messer. — Bayer. 2, 471.

  7. Sprichwörter
    Scharte

    Wander (Sprichwörter)

    Scharte 1. Die Scharten kosten Geld, die Haare aber wachsen wieder ohne Geld. 2. Das hat eine Schart'n. – Schöpf, 592. S…

  8. Spezial
    Scharte

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schar|te f. (-,-n) 1 (Kerbe) ancrëna (-nes) f. 2 dënt (dënz) m. 3 (Kratzer) rissa (risses) f. , arissada (-des) f. 4 sgr…

Verweisungsnetz

98 Knoten, 102 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 15 Wurzel 3 Kompositum 66 Sackgasse 14

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scharte

53 Bildungen · 43 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von scharte 2 Komponenten

sch+arte

scharte setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scharte‑ als Erstglied (30 von 43)

Scharte(n)büchs

Idiotikon

Scharte(n)büchs Band 4, Spalte 1005 Scharte(n)büchs 4,1005

Scharte(n)chrūt

Idiotikon

Scharte(n)chrūt Band 3, Spalte 910 Scharte(n)chrūt 3,910

Scharte(n)stirzel

Idiotikon

Scharte(n)stirzel Band 11, Spalte 1553 Scharte(n)stirzel 11,1553

Scharte(n)wurz

Idiotikon

Scharte(n)wurz Band 16, Spalte 1752 Scharte(n)wurz 16,1752

Scharteik

MeckWB

schart·eik

Scharteik -ee- f. Buch, altes Buch: 'ein stck van einer Scharteken' Laur. Schg. 4, 303; Dim. : 'de ein Scharteckschen schrifft' Beschl. 103…

schartekchen

DWB

schartekchen , n. , demin. zu scharteke. nd. scharteckschen, im sinne von scharteke 1: wen averst jemand is de ein scharteckschen schrifft, …

schartekchenlesen

DWB

schartekchen·lesen

schartekchenlesen , n. , vgl. das vorige: es hängt einem immer noch an, das skarteckgenlesen, das in Leipzig offt für gelehrsamkeit passirt.…

scharteke

DWB

schar·teke

scharteke , f. , auch scarteke, scartece, scartecke, bair. schartecken. Schm. 2, 471 . 1 1) von alten schriftstücken, büchern, im verächtlic…

schartekenträger

DWB

scharteke·n·traeger

schartekenträger , m. , nach scharteke 1: man findt so balt einn glossen nagr, kahlmeuser und scharteken tragr, in der clöster und städte ma…

Schartekeⁿ

Idiotikon

Schartekeⁿ Band 8, Spalte 1310 Schartekeⁿ 8,1310

scharteln

RhWB

schart·eln

scharteln, schärteln schw.: 1. -āt- leiern; ein Gebet herafsch. sinnlos herableiern Heinsb-Arsbeck . — 2. -Eət- sinnloses Zeug schwatzen Gum…

schartenkopf

DWB

scharten·kopf

schartenkopf , m. bezeichnung eines berges der eine scharte, einsenkung hat. Schm. 2, 471 . vgl. scharte .

schartenkraut

DWB

scharten·kraut

schartenkraut , n. 1 1) färberkraut, färberscharte, serratula tinctoria Tabernaemont. (1664) 439 . Nemnich 2, 1288 ( vgl. scharte 5, a ): da…

schartenlos

DWB

scharten·los

schartenlos , adj. ohne scharten: schartenlos ist euer schwert zwar. Platen 75 b .

scharte als Zweitglied (10 von 10)

Alpenscharte

Adelung

alpen·scharte

Die Alpenscharte , plur. inusit. eine Art der Scharte mit beynahe zotigen eyförmigen Kelchen und ungetheilten Blättern, welche auf hohen Geb…

hasenscharte

DWB

hasen·scharte

hasenscharte , f. 1 1) spalte in der oberlippe, wie sie ein hase zeigt: es werdend ouch etlich kinder empfangen, so mit offnem rachen inwend…

heftscharte

DWB

heft·scharte

heftscharte , f. schale oder griff des winzermessers; beim böttcher ein weidenes band, womit die gespaltenen faszbänder oder reifen zum aust…

helmescharte

KöblerMhd

helme·scharte

helmescharte , F. nhd. „Helmscharte“ Q.: RWh (1235-1240) (FB helmescharte) E.: s. helme, scharte W.: nhd. DW-

Schießscharte

Adelung

schiess·scharte

Die Schießscharte , plur. die -n, Scharten, d. i. Einschnitte in den obern Theil der Mauern und Brustwehren, um dadurch mit groben und klein…

seigerscharte

DWB

seiger·scharte

seigerscharte , f. : seiger-scharten, eisene platten, darauf man das eisen setzt, davon man kupfer sondern will. Frisch 2, 260 a . Jacobsson…

wātscharte

KöblerMhd

wāt·scharte

wātscharte , st. F. nhd. Zerreißen der Kleider, Schneiderei E.: s. wāt, scharte W.: nhd. DW- L.: Lexer 309c (wātscharte), LexerHW 3, 706 (wâ…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „scharte". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/scharte/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „scharte". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/scharte/adelung. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „scharte". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/scharte/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_scharte_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„scharte"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/scharte/adelung},
  urldate      = {2026-05-15},
}