Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
SCHAPËL stn.
a. schapel als schmuck der frauen. vgl. Weinhold die deutschen frauen in dem mittelalter s. 462. ir sît sô wol getân, daʒ ich iu mîn schapel gerne geben wil. wîʒer unde rôter bluomen weiʒ ich vil Walth. 75,10. dâ wir schapel brâchen ê, dâ lît nu rîfe und ouch der snê das. 75,36. ir houbet wâren gezieret mit schapeln bluomîn Wigal. 10520. vgl. 11300. ein grûn scheppil von blûmen oder von boumblaten Marleg. 21,165. ich trage rôsen und wil ein schapel machen myst. 242,24. si truogen ûf ir houbten von golde liehtiu bant (daʒ wâren rîchiu schapel) Nib. 1594,3. man sach ir goldes eine snuor zeinem schapel ûfe ligen Engelh. 3011. ein schapel ir hâr betwanc von golde und von gesteine krone 101. b Sch. von smaragden ein schapel Hätzl. 2,25,27. bei dem kusse werden die schapel zurückgeschlagen: man sach dâ schappel rucken mit wîʒen henden dan, dâ si sich kusten beide Nib. 544,3. daʒ schapel konnte auch kreuzweise verschlungen um den kopf gehen Er. 1575. ein schapel kann das gebende der frauen ausmachen, doch wird auch das gebende (s. d. w.) von dem schapel für unverheiratete unterschieden: jene setzen das schapel auf das gebende (H. Trist. 3766), diese auf das blosse haar. ein schapel was ir gebende Parz. 426,28. si vuorte kein gebende denne von golde ein schapel krone 174. a Sch. si hete âne gebende ein schapel ûffe von klê Trist. 17609. nun habe ich weder schapel noch gebende, noch frowen zeinem tanze Walth. 25,9. wie ist ir schappel und gebend Hätzl. 2,54,147. schapel ûf blôʒeʒ houbet, als megden ist erloubet Mart. 218. vgl. Geo. 970. dise ahte juncfrouwen kluoc, ieslîchiu ob ir hâre truoc ein kleine blüemîn schapel Parz. 234,11. zwei schapel über blôʒiu hâr blüemîn was ir gebende das. 232,16. si wolt daʒ schapel lâʒen und von im tragen wîplîcheʒ gebende Tit. 10,80. ein ieglich man mac wünschen mîn: dem aber mîn schappel werden sol, der muoʒ vil wol gevieret sîn Winsbekin 16. — schappel unde vingerlîn an damen verschenkt Gudr. 299,4. die schapel gehören zu der gerade kulm. r. 4,50. 51. — mir ist von strôwe ein schapel und mîn vrîer muot lieber danne ein rôsen kranz sô ich bin behuot MS. 1,85. b. schapel von salbay, von rauten oder von yspen oder von boly augsb. str. bei Schmeller 3, 375. — schapel um den arm getragen: an irem arme si trûc einen schônen reif von golde, dar ûf si setzen wolde blûmen und ein scheppil haben (nachher bindet sie die rosen auf den goldreif mit einem silberdrahte) Marleg. 21,277.
b. für männer. von einer linden er dô brach zwei schapel wol geloubet, eineʒ sazt er ûf sîn houbet Trist. 3149. H. Trist. 1176. der muoʒ dem Ouwære lân sîn schapel und sîn lôrzwî Trist. 4635. von lôrboume er ûffe trûch ein scheppel als ein krône Pass. 176,79. ein schapel grüene als turnierdank für den besten kneht Suchenw. 30,167. dâ streich manc ritter wol sîn hâr, dar ûf bluomîniu schapel (: snel) Parz. 776,7. er vuorte ein wæheʒ schapel von bluomen süeʒe unde guot krone 125. b Sch. nu traget für die rôsen diu wâfen an der hant, für schappel wol gesteinet die liehten helme guot Nib. 1791,3. krûs was sîn hâr, von edeln steinen drûf ein schapel Geo. 4729. vgl. krone 46. b. troj. s. 113. c. Mel. 3626. er tregt einen hôhen huot, dâ ist ein schappel ûf genât Nith. H. s. 239. die Hildemârs gelöschten schuoh die sint von rôtem ledere, dâ sint tschappel in genât mit bilden für diu knie das. s. 216. — zu samne si drî strenge von scharfen dornen wunden unde als ein schepil bunden Pass. 65,68. îsere zu eime schapeile gemachit phlag ûf zu tragene Hercules rittersp. 4077. — daʒ volch dâ sach engel stân und in den handen schepil hân von liljen und von rôsen Pass. 180,5. hier könnten auch blumensträusse gemeint sein. in der Wetterau ist schapel ein bei festlichkeiten vor die brust gesteckter strauss von künstlichen blumen.