lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Schämel

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
7 in 6 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
19
Verweise raus
9

Eintrag · Rheinisches Wb.

Schämel

Bd. 7, Sp. 895
Schämel das aus lat. scamellum »Bänkchen« (s. Schabell, lat. scabellum) entlehnte Wort, ahd. scamal, mhd. schamel, ist in der ursprüngl. Bed. nur vereinzelt bezeugt, weit verbr. in Bed. 2 (s. d.) -məl, Pl. -əln, –ələ m.: 1.a. šE:məl Fussbank Neuw-Dattenbg (-əlχə), uWupp 1870. — b. -E:- Stuhl ohne Lehne, auf drei, vier Füssen, bes. des Schusters Saarl-Berus, Trier-Stdt (selten), Altk-Freusbg (-e-) Kirchen NFischb, Sieg-Scheiderhöhe, uWupp, Bo-Berkum Gimmersd Holzem Kürrighv Liessem Mehlem N u. OBachem Pech Pissenh Villip Züllighv, sonst Bo -ę·m.-, dies auch Wermelsk; -E- Gummb; -e·ə.- Eup, MGladb; -ø·m.- Heinsb-Oberbr; niedriger Sitz; der Sch. in der Küche u. den Wohnräumen besteht aus zwei durch eine Strebelatte verbundenen schräg gestellten Stehbrettern u. einem längeren Sitzbrett, das in der Mitte einen handbreiten Schlitz zum Aufheben hat; der Mälkeschämel im Stall hat einen runden Sitz u. drei Schdalln (drei Beine geben auf unebenem Boden immer einen sicheren Stand); der Schusterschämel in der Werkstatt hat einen runden Sitz u. vier Schdalln; Schämelche Fussbank Siegld. — c. šīməln Brettchen, Tritthebel, um den Webstuhl in Bewegung zu setzen Bitb [Dudeld šīməltər]; –i·m.- Prüm; -i·m.-, –e- Trier; -ø- Aach-Stdt. — 2.a. Eichenholzbalken über der vorderen Wagenachse, der auf der Press (dem Bett) aufliegt u. nur in der Mitte durch einen dicken, langen Eisennagel (Langkefs-, Leitnol), der auch durch die Press u. durch die Achse hindurchgeht, mit Press u. Achse verbunden ist, so dass der Sch. für sich drehbar ist, wie auch der ganze Vorderwagen; auch die hintere Achse trägt einen Sch., der aber fest steht (Vorer-, Hönnersch.); in den Schämeln stecken je zwei Rungen (Storen) [auf der Achse des Wagens ruhendes Grundholz des Oberwagens, in dem die Rungen stecken, das der Wagenachse entsprechende Grundholz, welches die beiden Grommeln beim Bearchschlēre verbindet, das entsprechende Grundholz zwischen den Rädern des Vorderpfluges, auf dem der Grennel ruht Siegld]. Verbr. Rhfrk, Mosfrk, Siegld, Rip, Berg, lrhn. bis einschl. Heinsb, von dort nach SO gehend über rip. Erk, Grevbr, Neuss; rrhn. das ganze Geb. bis einschl. Rees erfüllend, u. zwar Rhfrk -ē-, –E-; Mosfrk -E:-, –ē:- [doch -:- Bernk-Hilschd Thalfang, Trier-Beuren Bonr Geizenbg Hermeskeil Heidenbg Mehring OEmmel, Daun-Auel; š:mən Trier-Geisf; -E:- Koch-Lutzerath; šī:məl, –ī- Saarbg (u. -e·i.-), Wittl, Bernk-Lieser, Daun-Bleckhsn, Bitb, Prüm, Malm; -i- Bitb-Körperich Roth; šī:məlt Bitb-Speicher; šE:mən Prüm-Hallschlag; š:məl Malm-Herresb Weywertz], Rip -E:- [doch -ę·m.- vielfach in Eusk, Rheinb, Bo, Sieg-Leuschd Uckerath, Waldbr-Odenspiel, Dür; -i- Eusk-Herrig; šE:mən Rheinb-Queckenbg, Sieg-Fussh Hönschd, Bo-Urf; šE:m Grevbr-Noithsn; šę·l. Bo-Keldenich]; Berg šE:məl, –E- [in Lennep auch šEməlts Pl.]; SNfrk in Geilk, Heinsb, Erk [Rickelr -:-], Grevbr, Neuss, MGladb šø·m.əl, –y-, –i-, –e- (an Schimmel angelehnt), dies auch Bergh, Dür, Jül [Müntz -:m-,] Monsch, Aach; -u- Düss-Benr; n. Ruhr šęməl n. [Dinsl-Möllen -mər] [abseits šy·n.ər Kref-Fischeln, -e-, Pl. -mərš Mörs-Neuk Sonsbeck Wallach]. — b. übertr. α. einen Sch. haue breithauen nach unten in den Abbaustrecken, in der Bergmspr. Saargeb. — β. winkeliges Ackerstück; Stelle, wo der Weinberg enger oder breiter wird Trier, Wittl, Bernk, Zell, Koch-Lutzerath, Daun-Strohn, Neuw-Dattenbg. — γ. šE:məlχer Pl. Weiden-, Haselnusskätzchen Zell-Briedel. — δ. verächtl. Mann mit O-Beinen Gummb; f. Frau, die schämelt (s. d.) Sieg-Ägid, Siegld (--).
3582 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schämel

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Schämel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schämelchen, ein Wort, in dessen noch hin und wieder üblichen Bed…

  2. modern
    Dialekt
    Schämel

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schämel ( in Sch.-kapp) s. Schëmel.

Verweisungsnetz

29 Knoten, 25 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 22 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaemel

29 Bildungen · 25 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schaemel 2 Komponenten

scha+emel

schaemel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaemel‑ als Erstglied (25 von 25)

Schämelbein

Campe

schaemel·bein

Das Schämelbein , — es, Mz. — e , eins der drei oder vier Beine eines Schämels.

Schämelbeine

RhWB

schaemel·beine

Schämel-beine (s. S.) 1. Pl. verächtl. krumme B.; O-Beine, die unten einander schämeln Berg. — 2. šōməl- verächtl. ein Mensch mit schwankend…

Schämelbohrer

Campe

schaemel·bohrer

Der Schämelbohrer , — s, Mz . gl. bei den Tischlern, ein Löffelbohrer von beträchtlicher Größe, die Löcher, in welche die Schämelbeine komme…

Schämelbrett

RhWB

schaemel·brett

Schämel-brett (s. S.) Koch-Laub , Neuw , Altk , Sieg-Uckerath , Ahrw-Hönning Westum , Rheinb-Fritzd n.: das auf der Wagenachse ruhende Br., …

Schämeleisen

Adelung

schaeme·leisen

Das Schämeleisen , des -s, plur. ut nom. sing. an den Weberstühlen, diejenigen Eisen, in welchen sich die Weberschämel bewegen.

schǟmelen

WWB

schaem·elen

schǟmelen V. [ Sos Mes Alt] schlenkernd, langsam und schwerfällig gehen; die Hinterfüße nach auswärts stellen ( Alt Pb).

Schämelgeld

Campe

schaemel·geld

Das Schämelgeld , — es, Mz. — er , das Miethgeld für einen Schämel oder Sitz z. B. bei einem Jahrmarkte in einer Bude. Haltaus.

schämelig

RhWB

schämelig -E:-, –E- Neuw , Sieg , Gummb Adj.: schief gewachsen, krumm; einen humpeligen Gang habend, wobei man die Beine unten aneinanderrei…

Schämelkaule

RhWB

schaemel·kaule

Schämel-kaule še·m.əltsku·l. MGladb , Kemp f.: Loch im Fussboden des Handwebstuhls, in das die vom Weber niedergetretenen Tretbalken sich se…

Schämelmörser

Adelung

schaemel·moerser

Der Schämelmörser , des -s, plur. ut nom. sing. in der Artillerie, ein mit einem Schämel, d. i. angegossenen Fuße, versehener Mörser; ein Fu…

Schämelschlitten

RhWB

schaemel·schlitten

Schämel-schlitten (s. S.) May-Andernach m.: Schl., höher als der Rodelschl.; sein Sitz besteht nicht wie beim R. aus mehreren Lättchen, sond…

schämelschuh

DWB

schaemel·schuh

schämelschuh , m. : du muost die schemelschuoch vertretten, wiltu etwas haben ( verecundia viro egenti inutilis ). S. Franck sprichw. 2, 45 …

Schämelte

RhWB

schaem·elte

Schämelte -əltə, Pl. -tən Mettm-Cronenbg f.: verächtl. Mädchen mit krummen Beinen.

schämelwort

DWB

schaemel·wort

schämelwort , n. : schämelworte folgen der faulheit und buhlschaft. Simrock sprichw. 479 .

schaemel als Zweitglied (4 von 4)

Fußschämel

Adelung

fuss·schaemel

Der Fußschämel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schämel zum Behuf der Füße; eine Fußbank. Zu seinem Fußschämel, Ps. 99, 5. Vor seinem Fußsc…

Mêlkschämel

Adelung

melk·schaemel

Der Mêlkschämel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schämel, worauf sich die melkende Person während des Melkens setzet; der Melkstuhl, wenn e…

Reitschämel

Adelung

reit·schaemel

Der Reitschämel , des -s, plur. ut nom. sing. in den Sägemühlen, dasjenige Gerüst, worauf der Sägeblock lieget; von reiten, sich bewegen, we…

Wêndeschämel

Adelung

wende·schaemel

Der Wêndeschämel , des -s, plur. ut nom. sing. an einem Wagen, ein horizontales Holz, welches auf der Achse um einen eisernen Nagel beweglic…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schaemel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schaemel/rhwb?formid=S02510
MLA
Cotta, Marcel. „schaemel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schaemel/rhwb?formid=S02510. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schaemel". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schaemel/rhwb?formid=S02510.
BibTeX
@misc{lautwandel_schaemel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schaemel"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/schaemel/rhwb?formid=S02510},
  urldate      = {2026-05-13},
}