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Schämel

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
7 in 6 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schämel Der

Bd. 4, Sp. 69a
Der Schämel, — s, Mz. gl; Vw. das — chen. 1) I O. D. ein Klumpen, ein Stück. So ist beim Wurstisen ein großes Stück Eis, eine Eisscholle, ein Eisschämel. I der Kriegsbaukunst heißt der schmale Gang an der Brustwehr des Walles von der innern Seite desselben der Schämel; auch das Bänklein. 2) Ein Gerüst, Gestell, gewöhnlich mit dem Nebenbegriffe der Beweglichkeit. Der Schämel in den Sägemühlen, der Reitschämel, ist das Gestell, auf welchem der Sägeblock liegt und gegen die Säge geführt wird. Bei den Webern sind die Schämel bewegliche Tritte am Webstuhle. I der Geschützkunst versteht man unter dem Schämel eines Mörsers, den Fuß, welcher an den Mörser gleich angegossen ist. Eben daselbst wird auch das Holz auf dem Protzwagen, woran das Ende des Kanonengestelles befestiget wird, Schämel genannt. I Bergbaue ist der Schämel dasjenige Holz an einem Pferdegöpel, auf welchem der Treibeknecht des Göpels sitzt und durch welchen der Reibnagel gehet, woran die Deichsel angehängt wird. I den Hüttenwerken heißt Schämel das am Blasebalge angemachte Holz, welches von den Kämmen der Radwelle gefaßt und mit welchem zugleich der obere Theil des Blasebalges niedergezogen wird. I den Wörtern Lenkschämel, Rungenschämel und Wendeschämel, bedeutet Schämel ebenfalls ein auf der Achse des Wagens bewegliches Holz, welches etwas trägt. I engerer und gewöhnlicherer Bedeutung ist der Schämel sowol ein niedriger Sitz gewöhnlich mit 4 Beinen ohne Lehne (Tabouret), als auch ein kleines niedriges Gestell, die Füße im Sitzen darauf zu stellen, der Fußschämel, die Fußbank, die Hütsche. »Bis ich lege meine Feinde zum Schämel deiner Füße.« Luther. Ehemahls hieß auch ein Frauen= oder Weibersattel Schämel. Die guildinen schamel ob lichtem phelle guot. d. Nibelungen L. V. 2111. b. Oberlin. I vielen Gegenden lautet es häufig der Schämmel, Schemmel, im O. D. Schamel.
1867 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schämel

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Schämel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schämelchen, ein Wort, in dessen noch hin und wieder üblichen Bed…

  2. modern
    Dialekt
    Schämel

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schämel ( in Sch.-kapp) s. Schëmel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaemel

29 Bildungen · 25 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schaemel 2 Komponenten

scha+emel

schaemel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaemel‑ als Erstglied (25 von 25)

Schämelbein

Campe

schaemel·bein

Das Schämelbein , — es, Mz. — e , eins der drei oder vier Beine eines Schämels.

Schämelbeine

RhWB

schaemel·beine

Schämel-beine (s. S.) 1. Pl. verächtl. krumme B.; O-Beine, die unten einander schämeln Berg. — 2. šōməl- verächtl. ein Mensch mit schwankend…

Schämelbohrer

Campe

schaemel·bohrer

Der Schämelbohrer , — s, Mz . gl. bei den Tischlern, ein Löffelbohrer von beträchtlicher Größe, die Löcher, in welche die Schämelbeine komme…

Schämelbrett

RhWB

schaemel·brett

Schämel-brett (s. S.) Koch-Laub , Neuw , Altk , Sieg-Uckerath , Ahrw-Hönning Westum , Rheinb-Fritzd n.: das auf der Wagenachse ruhende Br., …

Schämeleisen

Adelung

schaeme·leisen

Das Schämeleisen , des -s, plur. ut nom. sing. an den Weberstühlen, diejenigen Eisen, in welchen sich die Weberschämel bewegen.

schǟmelen

WWB

schaem·elen

schǟmelen V. [ Sos Mes Alt] schlenkernd, langsam und schwerfällig gehen; die Hinterfüße nach auswärts stellen ( Alt Pb).

Schämelgeld

Campe

schaemel·geld

Das Schämelgeld , — es, Mz. — er , das Miethgeld für einen Schämel oder Sitz z. B. bei einem Jahrmarkte in einer Bude. Haltaus.

schämelig

RhWB

schämelig -E:-, –E- Neuw , Sieg , Gummb Adj.: schief gewachsen, krumm; einen humpeligen Gang habend, wobei man die Beine unten aneinanderrei…

Schämelkaule

RhWB

schaemel·kaule

Schämel-kaule še·m.əltsku·l. MGladb , Kemp f.: Loch im Fussboden des Handwebstuhls, in das die vom Weber niedergetretenen Tretbalken sich se…

Schämelmörser

Adelung

schaemel·moerser

Der Schämelmörser , des -s, plur. ut nom. sing. in der Artillerie, ein mit einem Schämel, d. i. angegossenen Fuße, versehener Mörser; ein Fu…

Schämelschlitten

RhWB

schaemel·schlitten

Schämel-schlitten (s. S.) May-Andernach m.: Schl., höher als der Rodelschl.; sein Sitz besteht nicht wie beim R. aus mehreren Lättchen, sond…

schämelschuh

DWB

schaemel·schuh

schämelschuh , m. : du muost die schemelschuoch vertretten, wiltu etwas haben ( verecundia viro egenti inutilis ). S. Franck sprichw. 2, 45 …

Schämelte

RhWB

schaem·elte

Schämelte -əltə, Pl. -tən Mettm-Cronenbg f.: verächtl. Mädchen mit krummen Beinen.

schämelwort

DWB

schaemel·wort

schämelwort , n. : schämelworte folgen der faulheit und buhlschaft. Simrock sprichw. 479 .

schaemel als Zweitglied (4 von 4)

Fußschämel

Adelung

fuss·schaemel

Der Fußschämel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schämel zum Behuf der Füße; eine Fußbank. Zu seinem Fußschämel, Ps. 99, 5. Vor seinem Fußsc…

Mêlkschämel

Adelung

melk·schaemel

Der Mêlkschämel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schämel, worauf sich die melkende Person während des Melkens setzet; der Melkstuhl, wenn e…

Reitschämel

Adelung

reit·schaemel

Der Reitschämel , des -s, plur. ut nom. sing. in den Sägemühlen, dasjenige Gerüst, worauf der Sägeblock lieget; von reiten, sich bewegen, we…

Wêndeschämel

Adelung

wende·schaemel

Der Wêndeschämel , des -s, plur. ut nom. sing. an einem Wagen, ein horizontales Holz, welches auf der Achse um einen eisernen Nagel beweglic…