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Schämel

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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7 in 6 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schämel

Bd. 3, Sp. 1346
Der Schämel, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schämelchen, ein Wort, in dessen noch hin und wieder üblichen Bedeutungen mehrere Hauptbegriffe vorstechen. 1) * Mit dem Begriffe der Masse, der Ausdehnung in die Länge, Breite und Dicke, ist der Schämel in einigen Oberdeutschen Gegenden ein Klumpen, ein Stück. So ist bey dem Wurstisen ein Eisschämel ein großes Stück Eis, eine Eisscholle. Es kann hier auch von dem veralteten, noch bey dem Kero befindlichen skemman, abkürzen, abstammen, so daß es ein abgesondertes Stück bedeuten würde. S. die Anmerk. zu dem Zeitworte Schämen. 2) In manchen Fällen ist der Schämel ein Gerüst, ein Gestell, welches etwas träget, wobey zuweilen der Begriff der Beweglichkeit mit eintritt. Ein breterner Stuhl heißt ein Schämel. Der Reitschämel ist in den Sägemühlen das Gestell, worauf der Sägeklotz lieget, und auf demselben gleichsam reitet, d. i. sich vorwärts beweget. In der Artillerie ist der Schämel eines Mörsers ein an den Mörser gleich angegossener Fuß, S. Schämelmörser. In der Landwirthschaft ist der Wendeschämel, Lenkschämel, Rungenschämel, ein auf der Achse bewegliches Holz, worin die Rungen befestiget sind, und welches die Wendung des Wagens erleichtert. Die Schämel der Weber sind bewegliche Tritte unter den Füßen des Webenden. 3) In der engsten und gewöhnlichsten Bedeutung ist der Schämel ein kleines niedriges Gestell, die Füße im Sitzen darauf zu stellen, daher er auch, zum Unterschiede von den vorigen Arten, der Fußschämel genannt wird. Im gemeinen Leben Obersachsens und Oberdeutschlandes heißt er die Hütsche. Anm. In der letzten Bedeutung schon im Tatian Scamal, im Oberdeutschen Schamel, und im Nieders. Schemmel. Kero nennet alle Sitze oder Bänke Scamelu. Das Latein. Scamnum und Scabellum ist genau damit verwandt. Um des männlichen Geschlechtes willen kann die Endsylbe hier nicht eine Verkleinerung bezeichnen, sondern sie muß die Ableitungssylbe -el seyn, welches so wohl ein Werkzeug, als ein Subject andeutet. Es kommt[] hier also auf die Sylbe Schäm -an, welche ihre Erläuterung in der Anmerkung zu dem Worte Schämen finden wird.
2106 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schämel

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Schämel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schämelchen, ein Wort, in dessen noch hin und wieder üblichen Bed…

  2. modern
    Dialekt
    Schämel

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schämel ( in Sch.-kapp) s. Schëmel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaemel

29 Bildungen · 25 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schaemel 2 Komponenten

scha+emel

schaemel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaemel‑ als Erstglied (25 von 25)

Schämelbein

Campe

schaemel·bein

Das Schämelbein , — es, Mz. — e , eins der drei oder vier Beine eines Schämels.

Schämelbeine

RhWB

schaemel·beine

Schämel-beine (s. S.) 1. Pl. verächtl. krumme B.; O-Beine, die unten einander schämeln Berg. — 2. šōməl- verächtl. ein Mensch mit schwankend…

Schämelbohrer

Campe

schaemel·bohrer

Der Schämelbohrer , — s, Mz . gl. bei den Tischlern, ein Löffelbohrer von beträchtlicher Größe, die Löcher, in welche die Schämelbeine komme…

Schämelbrett

RhWB

schaemel·brett

Schämel-brett (s. S.) Koch-Laub , Neuw , Altk , Sieg-Uckerath , Ahrw-Hönning Westum , Rheinb-Fritzd n.: das auf der Wagenachse ruhende Br., …

Schämeleisen

Adelung

schaeme·leisen

Das Schämeleisen , des -s, plur. ut nom. sing. an den Weberstühlen, diejenigen Eisen, in welchen sich die Weberschämel bewegen.

schǟmelen

WWB

schaem·elen

schǟmelen V. [ Sos Mes Alt] schlenkernd, langsam und schwerfällig gehen; die Hinterfüße nach auswärts stellen ( Alt Pb).

Schämelgeld

Campe

schaemel·geld

Das Schämelgeld , — es, Mz. — er , das Miethgeld für einen Schämel oder Sitz z. B. bei einem Jahrmarkte in einer Bude. Haltaus.

schämelig

RhWB

schämelig -E:-, –E- Neuw , Sieg , Gummb Adj.: schief gewachsen, krumm; einen humpeligen Gang habend, wobei man die Beine unten aneinanderrei…

Schämelkaule

RhWB

schaemel·kaule

Schämel-kaule še·m.əltsku·l. MGladb , Kemp f.: Loch im Fussboden des Handwebstuhls, in das die vom Weber niedergetretenen Tretbalken sich se…

Schämelmörser

Adelung

schaemel·moerser

Der Schämelmörser , des -s, plur. ut nom. sing. in der Artillerie, ein mit einem Schämel, d. i. angegossenen Fuße, versehener Mörser; ein Fu…

Schämelschlitten

RhWB

schaemel·schlitten

Schämel-schlitten (s. S.) May-Andernach m.: Schl., höher als der Rodelschl.; sein Sitz besteht nicht wie beim R. aus mehreren Lättchen, sond…

schämelschuh

DWB

schaemel·schuh

schämelschuh , m. : du muost die schemelschuoch vertretten, wiltu etwas haben ( verecundia viro egenti inutilis ). S. Franck sprichw. 2, 45 …

Schämelte

RhWB

schaem·elte

Schämelte -əltə, Pl. -tən Mettm-Cronenbg f.: verächtl. Mädchen mit krummen Beinen.

schämelwort

DWB

schaemel·wort

schämelwort , n. : schämelworte folgen der faulheit und buhlschaft. Simrock sprichw. 479 .

schaemel als Zweitglied (4 von 4)

Fußschämel

Adelung

fuss·schaemel

Der Fußschämel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schämel zum Behuf der Füße; eine Fußbank. Zu seinem Fußschämel, Ps. 99, 5. Vor seinem Fußsc…

Mêlkschämel

Adelung

melk·schaemel

Der Mêlkschämel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Schämel, worauf sich die melkende Person während des Melkens setzet; der Melkstuhl, wenn e…

Reitschämel

Adelung

reit·schaemel

Der Reitschämel , des -s, plur. ut nom. sing. in den Sägemühlen, dasjenige Gerüst, worauf der Sägeblock lieget; von reiten, sich bewegen, we…

Wêndeschämel

Adelung

wende·schaemel

Der Wêndeschämel , des -s, plur. ut nom. sing. an einem Wagen, ein horizontales Holz, welches auf der Achse um einen eisernen Nagel beweglic…