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sauen

ahd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
16
Verweise raus
30

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

sauen

sauen

Sau f. Die Bezeichnung für das Mutterschwein ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. , anord. sȳr (germ. *sū- f.) zeigt genaue Übereinstimmung mit griech. sȳ́s (σῦς) neben hȳ́s (ὗς) ‘Schwein, Sau, Eber’ und lat. sūs ‘Schwein’, so daß von ie. *sūs ‘Schwein, Sau’ ausgegangen werden kann. Der Ursprung des Wortes ist vermutlich lautnachahmendes ie. *sū̌-. Wenig wahrscheinlich ist ein Anschluß der genannten Formen im Sinne von ‘Gebärerin’ an die unter Sohn (s. d.) angeführte Wurzel ie. *seu-, *sū̌- ‘gebären, erzeugen’. Ebenfalls hierher (da aus den Grunzlaut nachahmenden Lockrufen hervorgegangen) gehören die k-Ableitungen aind. sūkaráḥ ‘Schwein, Eber’, lat. sucula ‘Schweinchen’, Deminutivum zu lat. sūs (s. oben), air. socc sāil ‘Meeressäugetier’ (eigentlich ‘Meerschwein’), asächs. suga ‘Sau’, aengl. sugu, engl. sow, mnl. soghe, seughe, nl. zeug, schwed. (mit expressiver Gemination) sugga (germ. *sug(g)ō-) sowie die unter Schwein (s. d.) genannten Ableitungen. Ein schwach flektierender Plural Sauen (18. Jh.) bleibt auf die Jägersprache beschränkt. Die Wendung unter aller Sau ‘unter aller Kritik, sehr schlecht’ (um 1900) ist vielleicht (nach dem Vorbild von unter aller Kanone, s. Kanon) zu jidd. seo ‘Maßstab’ gebildet. – sauen Vb. ‘sich schlecht, ungesittet benehmen’ (16. Jh.), ‘Ferkel kriegen’ (17. Jh.). versauen Vb. ‘verderben’ durch Schmutz oder unsachgemäße Behandlung (17. Jh.). Sauerei f. ‘Unsauberkeit, Unflätigkeit, Schlamperei’ (17. Jh.). säuisch Adj. ‘wie ein Schwein, unflätig’, seuwisch (15. Jh.). Saubohne f. große Ackerbohne, vielfach als Viehfutter verwendet (18. Jh.), zuvor auch für das den Schweinen unbekömmliche Bilsenkraut (Sawbon, 16. Jh.). Saustall m. ‘Schweinestall’ (sewstal, 15. Jh.), ‘schmutziges Zimmer, Durcheinander, unhaltbare Zustände’ (16. Jh.). Als Bestimmungswort in Zusammensetzungen dient Sau- zur pejorativen Kennzeichnung und Verstärkung wie in saudumm Adj. ‘überaus, völlig dumm’ (19. Jh.) so auch in Sauarzt m. ‘Kurpfuscher’ (16. Jh.), Sauart f. ‘unschickliches Benehmen’ (17. Jh.), Saufraß m. ‘schlechtes Essen’, Saukerl m. ‘schlechter Mensch’ (18. Jh.), Saukälte f. ‘unerträgliche, schlimme Kälte’, saukalt (19. Jh.; vgl. Hundekälte, hundekalt) sowie Sauwetter, Sauwirtschaft, Sauwut.
2244 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    sauen

    Althochdeutsches Wörterbuch

    sauen Gl 4,93,38 s. saban.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sauen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Sauen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches nur in den harten und niedrigen Sprecharten üblich ist, unre…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sauen

    Goethe-Wörterbuch

    sauen für: etw (schnell u deshalb) in unsauberer, unleserlicher Handschrift niederschreiben, klieren [ Rezensionsentwurf…

  4. modern
    Dialekt
    sauentr. v.

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    saue n II [záuən D. Si. ; súwə Ri. — Flexion: záuə. záušt, záut, gezun D. Si. ] tr. v. saugen. — lux. 371 ebenso.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sauen

7 Bildungen · 3 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

sauen‑ als Erstglied (3 von 3)

Saünickel

ElsWB

sau·nickel

Saünickel [Sòinìkl Roppenzw. Su. Ruf. ] m. schmutziger Mensch, Freund von unsauberen Reden. Syn. Soüludi, –teüf e l Su.

sauenzig

RhWB

sauen·zig

sauenzig zouəntsəχ Prüm ; zei- Bitb-Mettend Adj.: schmierig, schmutzig; s. Brut Brot, schlecht, Magenbeschwerden verursachend; s. Kled Kleid…

sauen als Zweitglied (2 von 2)

besauen

DWB

besauen , inquinare, conspurcare: bespaszt sein urtheil und besauts. Voss 6, 121 .

versauen

DWB

ver·sauen

versauen , verb. intrans., einer sau ähnlich werden, unreinlich, schmutzig werden; trans. unreinlich machen, besauen und versauen, coeno obl…

Ableitungen von sauen (2 von 2)

besauen

DWB

besauen , inquinare, conspurcare: bespaszt sein urtheil und besauts. Voss 6, 121 .

versauen

DWB

versauen , verb. intrans., einer sau ähnlich werden, unreinlich, schmutzig werden; trans. unreinlich machen, besauen und versauen, coeno obl…