Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
rûh
Jh.s in Gl. und in B, GB, bei N, in WH: ‚sta-
chelig, grob, borstig, struppig, zottig, uneben,
dick, rau; asper, cristatus, drustus [= durus ?],
hirsutus, hirtus, hispidus, pilosus, saetiger,
scaber, villosus‘ 〈Var.: -uu-, -uo-; -ch〉. – Mhd.
rûch (rouch [rauch], rûhe, rûwe, rû, gen. rûhes
[rûches, rauches], rûwes) adj. ‚haarig, struppig,
zottig, rau, hart, streng, wirsch, ungebildet‘,
frühnhd. rauch adj. ‚rau, schroff‘, nhd. rau adj.
‚auf der Oberfläche kleine Unebenheiten, Risse
o. Ä. aufweisend, sich nicht glatt anfühlend,
nicht mild, sondern unangenehm kalt, (von ei-
ner Landschaft o. Ä.) nicht lieblich anmutend,
unwirtlich, (von der Stimme o. Ä.) nicht volltö-
nend, heiser, kratzig, (vom Hals) entzündet und
deshalb eine unangenehm kratzende Empfin-
dung hervorrufend, im Umgang mit anderen
Feingefühl vermissen lassend, (landschaftlich)
roh‘ neben veralt. rauch adj. ‚behaart, haarig,
mit Haaren bewachsen‘, das heute nur noch in
den Komp. Rauchwerk n. ‚Pelzwerk‘ und
Rauchware f. ‚Pelzware‘ fortlebt.
Die Formen rau und rauch sind das Resultat
einer Paradigmenspaltung: rauch setzt die un-
flektierte Form mhd. rûch, rau die flektierte
Form mhd. rûher fort.