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Rüde

mhd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
21 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
45
Verweise raus
31

Eintrag · Rheinisches Wb.

Rüde

Bd. 7, Sp. 571
Rüde das Wort, zu dem auch Räkel zu vergleichen ist, ist in sechs mehr oder weniger geschlossenen Geb., die z. T. wiederum zusammenhängen, verbr. α. im Rhfrk ganz vereinzelt rīt, Pl. -də Wend-Hahnw Remmesw, Meis-Schweinschd, Bernk-Stiphsn Woppenr, Simm-Laub. — β. an der Saar rit Saarl-Hüttersd, Berus (-ī-), Merz-Becking (-ī-) u. geschlossener in Saarbg; daran anschliessend rīt an der Mos in Trier bis einschl. Zell; -i- Koch, Kobl (u. ridχə), Goar; in der Eif rit [Bitb -ī-; NPrüm, Malm -y-] bis einschl. Malm, Schleid-Baasem Waldrf (-i- im nicht entrundenden Geb.), Aden-Ürsf (dass.), Ahrw.-Bengen (dass.). — γ. im Westerw, Siegld rydχən, Pl. -χər Neuw-Lorschd Windhg; -i- Fernth; Altk-OWamb Seifen; -ø- Bachenbg; -e- Siegld-Ld [-ē- Siegld-Gosenb]. — δ. im Berg geschlossen in Gummb, Wippf, Lennep rȳə u. rȳən [Homburgisch rȳəl], Pl. -ən [rȳənts Lennep, Radevormwald]; in Barm, Elbf rt, Pl. -dən [Elbf auch -ts]. — ε. an der Ruhr u. in Dinsl rȳr (u. Lennep-Busenb), Ess; rr Dinsl, Pl. -rən. — ζ. in Aach-Brand Breinig Eilend Kornelimünster Laurensbg Schleckh Vaals Verlautenheide Walh rętχə, –ē:-, wie in Eup-Ld, Pl. -χər; in Eup-Stdt røjəl, Pl. -lə m.: 1.a. der männliche Hund (s. auch Rüdhund) im Gegens. zur Tiff dem weibl. Hund (s. Wk. Tife) Allg., doch s. 1 b. RA.: De Rüə blicket (bellt) as en Foss (Fuchs) allg. über schlechte Nachahmung Gummb-Bergneustdt. De sprungk (sprang) mek an as en R. fuhr mich plötzlich mit Worten heftig an Gummb-Wiehl. Der krig Häu (Hiebe) wie en jongen R. Elbf. Wat mer sech verspart dem eigenen Mund, dat frett de Katz, de R. oər der Hund Duisb. Wer gelehrt spricht, hät Hütten im Kopp, wenn de Rüəns et wüssten, dretten (schissen) se em drin Lennep-Radevormwald. Wenn sek en Jong on en R. begegen on de J. nit schmitt on der R. nit bitt, dann dögen (taugen) se alle beide nit Barm. Fraulüts Knia on Röden Nasen sind ömmer kault (kalt) Elbf. Wann men den Rür schmiten well, mag et lichts, dat men en Klüppel find Ess. Kömmt men öwer de R., k. men ock ö. den Stert (Sterz) Ess, Barm. — Im Berg, bes. am ORande, wie schon die Belege zeigen, bedeutet R. auch schlechthin ‘Hund’, bes. der grössere Jagdhund u. verächtl. Köter; überhaupt ist R. gegenüber Hund veralt. u. Räkel gilt für den männl. H.; die Verallgemeinerung des Begriffes ‘Hund’ stammt aus dem benachbarten Westf., u. man sagt von ihm, auch da im Berg, wo R. nicht vorkommt. der es do dänne, wo der Hongd Rüə hett (heisst). — b. in Simm-Laub, Kobl (ridχə), Bernk (Mos) (rīdχən), Wittl (Mos), Trier-Ld (Mos, n. Mos), Bitb bedeutet R. neben oder meist ohne die Bed. ‘männl. Hund’ das Männchen von kleineren Tieren (Kaninchen, Hase) u. Käfern (Mai-, Hirschkäfer in Bitb-Rittersd). — 2. übertr. rīt, rīdχən ein wegen eines sittl. Vergehens öffentlich Gebrandmarkter Trier-Mehring.
2838 Zeichen · 90 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    RÜDEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    RÜDE swm. grosser jagdhund. ahd. rudo ( eig. wohl rudio, vgl. rudi, rudin) Graff 2,490. molossus rude sumerl. 11, 51. vg…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ³rü̂def.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    3+*° rü̂de , f. : Gerät zum Reinigen der Pflugschar , „rulla ‚ de Stoͤker, darmede man de Plochschar rein maket, ein Ruͤ…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rüde

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Rüde , des -n, plur. die -n. 1) Das männliche Individuum der Hunde, Füchse und Wölfe, im Gegensatze der Fähe; in wel…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rüde

    Goethe-Wörterbuch

    Rüde männlicher Haushund; im Bild pointiert für einen wehrhaften Hütehund [ mBez auf die Vertreibung der Jesuiten aus St…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rüde

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Rüde , bei Hunden, Füchsen und Wölfen das Männchen; überhaupt ein großer Hund, besonders der Sauhetzer. Der Rüdemann hat…

  6. modern
    Dialekt
    Rüdef.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Rüde f. a. Spr. Reute, Pflugstocher, Gerät zum Abstreifen der am Pflugbrett festsitzenden Erde: rulla 'de StOeker, darme…

  7. Sprichwörter
    Rüde

    Wander (Sprichwörter)

    Rüde Rüde (s. Rüe). 1. Es ist kein Rüde, er pisst gegen die Wand. Holl. : Al wat reutje heet, wil tegen den wand pissen.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruede

56 Bildungen · 50 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

ruede‑ als Erstglied (30 von 50)

ruede(n) I

Idiotikon

ruede(n) I Band 6, Spalte 628 ruede(n) I 6,628

ruede(n) II

Idiotikon

ruede(n) II Band 6, Spalte 632 ruede(n) II 6,632

rüdenband

DWB

rueden·band

rüdenband , n. rüdenband, copulum Dief.-Wülcker 825 . band, riemen an dem rüden geleitet werden: also wölchem an den halsz geworfen wirdet a…

rüdenblume

DWB

rueden·blume

rüdenblume , f. westf. käseblume, hundskamille, löwenzahn. Woeste 210 a , hundeblume, hundsblume.

rüdendreck

DWB

rueden·dreck

rüdendreck , m. hundedreck, album graecum, im mittelalter als arzneimittel benutzt. Schiller-Lübben 3, 496 b ( s. th. 4, 2, 1933 hundsdreck)…

rüdenhaar

DWB

rueden·haar

rüdenhaar , n. heilt den bisz des hundes. Woeste 219 b ( s. th. 4, 2 sp. 1936).

rüdenhorn

DWB

rueden·horn

rüdenhorn , n. das horn, welches beim sauhetzen geblasen wird, wenn die hunde an der sau sind. Frisch 2, 131 c .

rüdenhund

DWB

rueden·hund

rüdenhund , m. rüd, molossus Maaler 337 b , rudenhund, jagdhund. Jacobsson 7, 120 b .

rüdenigel

DWB

ruede·nigel

rüdenigel , m. , westfäl. Woeste 219 b , der hundsigel, neben dem schweinigel ( s. hundsigel th. 4, 2, 1937).

Rǖdenknüppel

WWB

rueden·knueppel

Rǖden-knüppel m. 1. Stab zum Reinigen des Streichbretts ( Min Ha ). — 2. Röü - Stock, um beim Pflügen Mist in die Furche zu stoßen ( Wal Ro)…

Rǖdenleider

WWB

rueden·leider

Rǖden-leider m. Arbeiter mit dem Mähstock; Rutenhalter beim Mähen ( KkWb ); Mann, der mit einem langen Stock das Getreide zum Mähen herabdrü…

rüdenmager

DWB

rueden·mager

rüdenmager , adj. mager wie ein hund. Woeste 219 b ( s. hundemager th. 4, 2, 1922).

rüdenpartei

DWB

rueden·partei

rüdenpartei , f. die zur wartung der saurüden bestellten personen, die rüdenknechte. Campe.

Rüdenpartey

Adelung

Die Rüdenpartey , plur. die -en, bey großen Jägereyen, alle zur Wartung der Saurüden bestellte Personen, worunter die Rüdenknechte vorzüglic…

rüdenring

DWB

rueden·ring

rüdenring , m. hundering, eine ringförmige hautentzündung. man bekommt sie, wenn man seinem hunde ein stück brod vorhält und dann nicht gibt…

rüdenschnauze

DWB

rueden·schnauze

rüdenschnauze , f. hundsschnauze: mnd. eyne roddensnute de is alletyt kolt. Schiller-Lübben 3, 496 a .

rüdenstall

DWB

rueden·stall

rüdenstall , m. stall für jagdhunde: me soll di in den rüenstall te Lüssel schicken. Woeste 219 b .

Rüdensterz

RhWB

rueden·sterz

Rüden-sterz r:dəlštērt Sol , m.: dreikantige, ausgerundete Fechterklinge.

Rǖdenstil

WWB

rueden·stil

Rǖden-stil m. 1. Pflugsterzstiel zum Halten des Pfluges und Abstoßen der Erde von der Pflugschar ( Min Ha ). — 2. kleiner Spaten zum Reinige…

rüdensühne

DWB

rueden·suehne

rüdensühne , f. , mnd. roddensone, eine versöhnung, die gleich wieder in zank umschlägt. Schiller-Lübben 3, 496 b .

ruede als Zweitglied (6 von 6)

abbetêkenkrü̑de

MNWB

abbetêkenkrü̑de , n. , Apothekerware, Gewürz , gezuckerte Gewürze.

abbetêkerkrü̑de

MNWB

abbetêkerkrü̑de , n. , Apothekerware, Gewürz , gezuckerte Gewürze.

saurüde

DWB

sau·ruede

saurüde , m. hund, der zur sauhatz, zur jagd auf wilde schweine verwendet wird, hatzhund, eine art starker zottiger bauernhunde ( vgl. saube…

schafrüde

DWB

schaf·ruede

schafrüde , m. canis opilionis, pecuarius Frisch 2, 157 a . Adelung: mnd. den hunt, den man scuprode ( l. scaprode) het, ( gilt man ) mit dr…

sîper(s)krü̂de

MNWB

° sîper(s)krü̂de , pl. , Übertragung von „cypri” (Cant. 4, 13).