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rüde

mhd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
21 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rüde m.

Bd. 14, Sp. 1383
rüde, m. canis, molossus, mhd. rüde, ahd. rudo Graff 2, 490. rud, ruod, rd Dief. 366a (15. jahrh.), schäfferriede aus Frisius ebenda. rüdenhund (der) rüd, molossus Maaler 337b, schles. ried, dazu demin. das riedel Steinbach 2, 261, s. Weinhold schles. wb. 78b. eigenthümlich die riede bei Opitz, s. unter 2. besonders md. mit verschärfung der consonanz im inlaut, so dasz der kurze stammvocal gewahrt bleibt: ridde Dief. a. a. o. Weigand 2, 498. dum wanne canis dat riddichen keuft os dat knörichen. de fide meretr. 71, 30 Zarncke; wie ein faulfressiger, schlefferiger rüdde. Luther 6, 162b; das rüttchen Schmidt 167. nd. rode Dief. 95b. 366a. wie im hd. mit umlaut, längung des stammvocals, verschärfung der inneren consonanz: rodde Dief. 366a, röde, rödde Schottel 1388, rOede brem. wb. 3, 513. Woeste 217a, rodde Schütze 3, 299. das d verschwindet in der aussprache vieler gegenden: brem. wb. a. a. o. und 3, 518. ten Doornkaat Koolman 3, 47a. Schambach 174a. Frommann mundarten 3, 263, 87. 268, 19. 4, 271, 64. 5, 57, 13. 5, 161, 13. 6, 367. mndl. rode, reude, canis mas Kilian gr. 13, 302, nld. reu. dem alt-nd. rode vergleicht sich ags. roðhund (auch hd. rüdenhund), weiter ab steht ags. ryðða, molossus. die herkunft des wortes ist dunkel. 11) ursprünglich scheint rüde eine besondere art groszer, starker hunde zu bezeichnen; es glossiert daher molossus (s. Graff 2, 490). ags. ryðða und roðhund tragen die gleiche bedeutung: molosus haiʒt ain rüd, daʒ ist ain grôʒer hunt, sam man si gar grôʒ vint in Lamparten. Megenberg 151, 2; als die dapfern rüden, die groszen hund thund, wen die kleinen mistbellerlin über sie schreien, sie gond für und verachtens. Keisersberg evang. (1517) 158b. als besondere gattung wird rüde sogar im gegensatz zu hund gebraucht: nicht wie der bapst thut, der weder hund noch rüde, weder fürst noch bischoff ist, und will doch beides unter sich haben. Luther 5, 476a. vor allem ist rüde der hetzhund, jagdhund (engl. the hound), so schon im mhd. im Schwabenspiegel unter anderen bezeichnungen für jagdhunde: für einen rüden drî schillinge und einen als guten rüden. 282, 6 Gengler; vreche rüden, den meisters hant abe stroufet ir bant. Parz. 281, 3; im ranc nâch herschaft sîn sin, als nâch dem âse tuot der rüde. ges. abent. 3, 84, 63; man beiʒet mit den raben und mit der bunten krâ, sô jagt man dâ mit rüden und mit hovewarten. minnes. 2, 348b Hagen; er sol für triuwen nimmer fuoʒ gesetzen mit rüden zu dem swîne an gemeineʒ wild mag man in ouch wol hetzen. Hadamar v. Laber jagd 417. mnd. alze se hadden wesen in der wulwejacht myth oren roden yn dem roderbuske (1493). Schiller-Lübben 3, 495b; nhd. ich hielt unter ihnen als wie ein wildes schwein unter den rüden. Götz v. Berlichingen 84; saurüde Frisch 2, 131b; dann leydthund, wynd, rüden, und bracken on kosten füllen nit jr backen. S. Brant narrensch. 74, 4; damit sie die windspiel und rüden im murren kunden machen zfriden. Wickram irr. reit. bilger 18a. fast ausschlieszlich in diesem sinne gebraucht die neuere schriftsprache das wort: hörst du nichts? — mir ist vor dem ohr, als bellten rüden. Müllner schuld (1821) 19; es haben sich die müden rüden im hohen gras zur ruh gelegt. Rückert ges. ged. 1, 272. 22) von starken groszen bauernhunden, die als hofwart dienen, oder die schafheerde zusammenhalten und vor wölfen schützen. rüde, m., hofhund, ein bauerhund. Schottel 1388. so in nd. mundarten: rodde, hund, schäferhund, baurenpetze. Schütze 3, 299 (vgl. Schambach 174a. brem. wb. nachtr. 244. ten Doornkaat Koolman 3, 47a): die herde bedenkt nicht, dasz da, wo der rüde fehlt, sie den wölfen ausgesetzt ist. Göthe 25, 256. eine alte nd. bezeichnung ist scaprode, hohes wergeld setzt der Sachsenspiegel für ihn an: den hunt, den man scaprode het, mit dren schillingen. 3, 51, 1; it. sendet X grote rodden, de dar waken mogen wor des not is (1395). Schiller-Lübben 3, 495b; dein hund daʒ sei ein rud vil guot, der dir daʒ dein beschirm mit huot. Wittenweiler ring 31d, 6; komb! so wil ich mein groszen wacker mit nemen. so nimb du dein rüden (spricht ein bauer zum andern). H. Sachs fastn. sp. 3, 118, 163 neudr.; kann nur der wolff erlangen, dasz ihm die riede wird zum ersten weggethan, gewiszlich musz das schaaff hernachmals auch daran. Opitz 3, 316. 33) als bezeichnung des männlichen thieres, bei hund, wolf und fuchs: rode, reude, canis mas Kilian; das mänlin oder der ried soll allwegen kurzleibig und gebogen sein, die hindin aber oder die präcke einen langelechten leib haben ... es werden auch vil mehr rüdlin dann zätzlin von solchen belegen geworffen. Sebiz feldbau (1580) 578; die fähin (füchsin) unterscheidet sich vom rüd nur durch einen etwas spitzigern kopf. v. Thüngen weidm. pract. 120; die wölfe rollen oder ranzen auch um lichtmesz, da es denn unter den rüdden, wo ihrer etliche zu einer hitzigen fähe kommen, ohne ein gewaltiges raufen und würgen nicht abgehet. v. Heppe leithund 296. als bezeichnung des männlichen hundes ist rüde oder eine diminutivform (vgl.männchen) mundartlich noch lebendig: schles. rüdel, rîdel Weinhold 78b. im Westerwald rüttchen Schmidt 167. vgl. Pfister 238 (Oberhessen). Frommann mundarten 6, 367 (Lippe). 4, 195 (Siebenbürgen). 44) in einzelnen mundarten wird rüde als allgemeine bezeichnung gebraucht und hund tritt zurück. so besonders in den gebirgigen gegenden der grafschaft Mark, daher sagt man: dä es dàhēr, wà de hongd re hett. Woeste 219a. Frommann mundarten 5, 138, 16. vgl. Schambach 174a. 55) übertragen und bildlich. juden heiszen des teufels rüden: sint bœse jüden des tiuvels rüden, wes rüden sint getoufte jüden. H. v. Trimberg renner 23344. der teufel heiszt der hellerüde. myth.4 832. daʒ ich rüd (ich niedriger, armseliger mensch) dir daʒ niht gesagen kan. Megenberg 278, 30. einen wucherer nennt H. Sachs einen geltrüden (ein wokener is snoder wan eyn rode Schiller-Lübben 3, 495b): den wuchrer und den geitzing jüden, den nehrwolff unde den geltrüden. H. Sachs fastn. sp. 4, 140, 64 neudruck. wo rüde in der volkssprache in allgemeinerem gebrauche noch lebt, ist es natürlich auch scheltwort. ten Doornkaat Koolman 3, 47a.
6212 Zeichen · 169 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    RÜDEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    RÜDE swm. grosser jagdhund. ahd. rudo ( eig. wohl rudio, vgl. rudi, rudin) Graff 2,490. molossus rude sumerl. 11, 51. vg…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ³rü̂def.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    3+*° rü̂de , f. : Gerät zum Reinigen der Pflugschar , „rulla ‚ de Stoͤker, darmede man de Plochschar rein maket, ein Ruͤ…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rüde

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Rüde , des -n, plur. die -n. 1) Das männliche Individuum der Hunde, Füchse und Wölfe, im Gegensatze der Fähe; in wel…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rüde

    Goethe-Wörterbuch

    Rüde männlicher Haushund; im Bild pointiert für einen wehrhaften Hütehund [ mBez auf die Vertreibung der Jesuiten aus St…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rüde

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Rüde , bei Hunden, Füchsen und Wölfen das Männchen; überhaupt ein großer Hund, besonders der Sauhetzer. Der Rüdemann hat…

  6. modern
    Dialekt
    Rüdef.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Rüde f. a. Spr. Reute, Pflugstocher, Gerät zum Abstreifen der am Pflugbrett festsitzenden Erde: rulla 'de StOeker, darme…

  7. Sprichwörter
    Rüde

    Wander (Sprichwörter)

    Rüde Rüde (s. Rüe). 1. Es ist kein Rüde, er pisst gegen die Wand. Holl. : Al wat reutje heet, wil tegen den wand pissen.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ruede

56 Bildungen · 50 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

ruede‑ als Erstglied (30 von 50)

ruede(n) I

Idiotikon

ruede(n) I Band 6, Spalte 628 ruede(n) I 6,628

ruede(n) II

Idiotikon

ruede(n) II Band 6, Spalte 632 ruede(n) II 6,632

rüdenband

DWB

rueden·band

rüdenband , n. rüdenband, copulum Dief.-Wülcker 825 . band, riemen an dem rüden geleitet werden: also wölchem an den halsz geworfen wirdet a…

rüdenblume

DWB

rueden·blume

rüdenblume , f. westf. käseblume, hundskamille, löwenzahn. Woeste 210 a , hundeblume, hundsblume.

rüdendreck

DWB

rueden·dreck

rüdendreck , m. hundedreck, album graecum, im mittelalter als arzneimittel benutzt. Schiller-Lübben 3, 496 b ( s. th. 4, 2, 1933 hundsdreck)…

rüdenhaar

DWB

rueden·haar

rüdenhaar , n. heilt den bisz des hundes. Woeste 219 b ( s. th. 4, 2 sp. 1936).

rüdenhorn

DWB

rueden·horn

rüdenhorn , n. das horn, welches beim sauhetzen geblasen wird, wenn die hunde an der sau sind. Frisch 2, 131 c .

rüdenhund

DWB

rueden·hund

rüdenhund , m. rüd, molossus Maaler 337 b , rudenhund, jagdhund. Jacobsson 7, 120 b .

rüdenigel

DWB

ruede·nigel

rüdenigel , m. , westfäl. Woeste 219 b , der hundsigel, neben dem schweinigel ( s. hundsigel th. 4, 2, 1937).

Rǖdenknüppel

WWB

rueden·knueppel

Rǖden-knüppel m. 1. Stab zum Reinigen des Streichbretts ( Min Ha ). — 2. Röü - Stock, um beim Pflügen Mist in die Furche zu stoßen ( Wal Ro)…

Rǖdenleider

WWB

rueden·leider

Rǖden-leider m. Arbeiter mit dem Mähstock; Rutenhalter beim Mähen ( KkWb ); Mann, der mit einem langen Stock das Getreide zum Mähen herabdrü…

rüdenmager

DWB

rueden·mager

rüdenmager , adj. mager wie ein hund. Woeste 219 b ( s. hundemager th. 4, 2, 1922).

rüdenpartei

DWB

rueden·partei

rüdenpartei , f. die zur wartung der saurüden bestellten personen, die rüdenknechte. Campe.

Rüdenpartey

Adelung

Die Rüdenpartey , plur. die -en, bey großen Jägereyen, alle zur Wartung der Saurüden bestellte Personen, worunter die Rüdenknechte vorzüglic…

rüdenring

DWB

rueden·ring

rüdenring , m. hundering, eine ringförmige hautentzündung. man bekommt sie, wenn man seinem hunde ein stück brod vorhält und dann nicht gibt…

rüdenschnauze

DWB

rueden·schnauze

rüdenschnauze , f. hundsschnauze: mnd. eyne roddensnute de is alletyt kolt. Schiller-Lübben 3, 496 a .

rüdenstall

DWB

rueden·stall

rüdenstall , m. stall für jagdhunde: me soll di in den rüenstall te Lüssel schicken. Woeste 219 b .

Rüdensterz

RhWB

rueden·sterz

Rüden-sterz r:dəlštērt Sol , m.: dreikantige, ausgerundete Fechterklinge.

Rǖdenstil

WWB

rueden·stil

Rǖden-stil m. 1. Pflugsterzstiel zum Halten des Pfluges und Abstoßen der Erde von der Pflugschar ( Min Ha ). — 2. kleiner Spaten zum Reinige…

rüdensühne

DWB

rueden·suehne

rüdensühne , f. , mnd. roddensone, eine versöhnung, die gleich wieder in zank umschlägt. Schiller-Lübben 3, 496 b .

ruede als Zweitglied (6 von 6)

abbetêkenkrü̑de

MNWB

abbetêkenkrü̑de , n. , Apothekerware, Gewürz , gezuckerte Gewürze.

abbetêkerkrü̑de

MNWB

abbetêkerkrü̑de , n. , Apothekerware, Gewürz , gezuckerte Gewürze.

saurüde

DWB

sau·ruede

saurüde , m. hund, der zur sauhatz, zur jagd auf wilde schweine verwendet wird, hatzhund, eine art starker zottiger bauernhunde ( vgl. saube…

schafrüde

DWB

schaf·ruede

schafrüde , m. canis opilionis, pecuarius Frisch 2, 157 a . Adelung: mnd. den hunt, den man scuprode ( l. scaprode) het, ( gilt man ) mit dr…

sîper(s)krü̂de

MNWB

° sîper(s)krü̂de , pl. , Übertragung von „cypri” (Cant. 4, 13).