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riese

mhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 11 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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25
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

riese f.

Bd. 14, Sp. 934
riese, f. 11) natürliche oder künstliche fläche an einem bergabhang, über die wasser, geröll oder holz herabfällt. oberd. wort; im niederd. naturgemäsz sehr selten. mhd. rise ist abgeleitet von rîsen. die kürze des i läszt sich nicht sicher nachweisen, doch wird sie durch den umstand wahrscheinlich gemacht, dasz bair. die risen (Schmeller 2, 147) das gewöhnlichere gegenüber die reisen (2, 144) zu sein scheint. letztere form läszt sich leicht als neubildung zum verbum reisen (mhd. rîsen) erklären, während andererseits, wenn man mhd. rîse annähme, ein grund für das unterbleiben der diphthongisierung im bair. wol schwer zu finden wäre. rîs', rîs'n Schöpf 558. Lexer kärnt. wb. 209. Schmid 435, d'risi Seiler 239. Adelung; nd. rêse f. ein abhang wo kalk zu tage tritt, der dann an der luft verwittert, abbröckelt und herabrieselt, aber auch der sandabhang. Schambach 171a; sus warf er in als einen bal eine rise hin ze tal. Wigalois 5121; ein stechel rise zetal ich lief gein einem waʒʒer, daʒ was tief. Ulrich v. Lichtenstein frauend. 365, 31; nâch mir die rise er lief ze tal. 366, 9; geh (sagt Unfalo zum jäger) im über die risen vor, so bleibt er nit, er geht fürwar dir on allen scheuch hinden nach. Teuerd. 155, 19; den steg konnt' ich nicht finden, und wollte darum ohne weiteres gerade hinüber, dem Näbis zu, glitschte aber über eine riese zum bach hinab, wo mich das wasser beinahe ergriffen hätte. arm. mann im Tockenb. 11; früher, als Hansmichels wald noch stand, war der weg ins Vorsasz nirgends besonders gefährlich, als in den sogenannten riesen, den schluchten, wo sich der bergsturz alles zermalmend seinen weg in die tiefe grub. Felder sonderl. 2, 270; schon hatte er das letzte mal rechts um gemacht und war bereits mitten in der sogenannten riese, die die grenze des Vorsasses bildete, als ein eigenthümlicher knall plötzlich alles erschütterte. 255; hinter der riese, durch welche Sepp gestern hinabgeschlagen wurde, wartete der pfadfinder auf seine gefährten. 270. 22) die risi, ein geröllkegel an bergabhängen. Hunziker 207. 33) schleife, worauf der pflug aufs feld geführt wird. Schmid 435.
2140 Zeichen · 40 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    riesesw. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    riese , sw. M. Vw.: s. rise (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Riese

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Riese , des -ns, plur. die -n, eine Person von ungewöhnlicher Größe und Stärke. Der Riese Goliath. Noch in den neuer…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Riese

    Goethe-Wörterbuch

    Riese apokopiert (figurensprachl) ‘Ries’ 39,39,1 1 im Mythos: mehr od weniger menschlichenähnliches (zaubermächtiges) Le…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Riese

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Riese , in der Sage aller Völker Wesen von menschlicher Bildung, Menschen oder Halbgötter von ungeheurer Größe, um so gr…

  5. modern
    Dialekt
    Riese

    Südhessisches Wörterbuch

    Riese Band 4, Spalte 1399-1400

  6. Sprichwörter
    Riese

    Wander (Sprichwörter)

    Riese 1. Auch ein Riese gleitet hinab, wenn er über einer verdeckten Grube wandelt, welche Zwerge ausgehöhlt haben. ( Ae…

  7. Spezial
    Riese

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Rie|se m. (-n,-n) 1 (mythologische Gestalt) gigant (-nc) m. 2 ‹fig› (großer Mensch) gigant (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit riese

380 Bildungen · 376 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

riese‑ als Erstglied (30 von 376)

riese

KöblerMhd

riese... , . Vw.: s. rise...

riesebett

DWB

riese·bett

riesebett , n. krankenbett. der erste theil des compositums hängt mit rîsen, niedersinken, zusammen ( vgl. bettrise, lecto decumbens, corrue…

Riese II

RhWB

Riese II rī(:)zə Sg. t. m.: in der Wend.: No Adam R. stimmt das Rechnen, nach dem Nhd., bes. in den Städten.

riesel

FWB

1. ›Graupel, Schneegeriesel‹; 2. als ›Tau‹ semantisierte himmlische Güte, Gnade.; 3. s. rüsel.

rieselbach

DWB

riesel·bach

rieselbach , m. ein rieselnder bach: diese rosendornen an gefrornen bornen, wenn sie an rieselbächen wieder in knospen steh'n, dürft' ich da…

Rieseldol

PfWB

riesel·dol

Riesel-dol , Riesel-dolen m. : 'mit Steingeröll ausgefüllter Abzugsgraben, Entwässerungsgraben', Rieseldol [ KU-Roßb ], Rissel- [KU-Blaub IB…

rieselein

DWB

riese·lein

rieselein , n. ein kleiner riese, in spöttischer rede: er ( Deutschland ) ist ein täppisches rieselein, reiszt aus dem boden die eiche, und …

Riᵉselen

WWB

ries·elen

Riᵉselen Pl. Masern (Frbg.) ( Bri Kb). ¶ HnVwb 2,861: Riesel .

Rieseler

MeckWB

riese·ler

Rieseler m. Aufsichthabender über die Rieselwiese (1932) Ma Dev . Vgl. rieseln .

rieselfeld

DWB

riesel·feld

rieselfeld , n. bezeichnung von feldern, die durch berieselung mit flüssigen abfuhrstoffen gedüngt werden.

Rieselfelder

Meyers

Rieselfelder , Einrichtungen zur Aufnahme und Beseitigung von Abwässern, besonders von Stadtlauge, welche die Exkremente und Gebrauchswässer…

rieselfluh

DWB

riesel·fluh

rieselfluh , f. schweiz. durch lockere erde verbundenes steingeröll. Stalder 2, 229 . vgl. fluh theil 3, 1849 ff.

rieselgeräusch

DWB

riesel·geraeusch

rieselgeräusch , n. das geräusch des rieselns: dieses rieselgeräusch. welches dem quell enttönt, dieses zittern des laubs, flüstert mein her…

Rieselgraben

PfWB

riesel·graben

Riesel-graben m. : dass., Risselgrawe [ IB-Nd'würzb LU-Hochd ]; vgl. Russelgraben . —

rieselicht

DWB

riese·licht

rieselig , rieselicht , adj. 1 1) mit rieseln, sommersprossen versehen ( s. riesel 3): rieselig, lenticulosus Schottel 1386 ; rieselicht, le…

Rieselig

Campe

rie·selig

† Rieselig , — er, — ste , adj . u. adv . Rieseln oder Sommerflecke habend, wie auch, andere kleine Flecken in Menge habend.

Riᵉselkalk

WWB

riesel·kalk

Riᵉsel-kalk m. kleines Stück abgebröckelter Kalk, das als Dünger verwendet wurde (Lippe Oesterh ).

riesellaut

DWB

riesel·laut

riesellaut , m. laut, den das rieseln hervorbringt: in der linde süsz gedüfte, in der tannen riesellaut. Tieck novellenkr. 4, 51 .

rieseln

DWB

ries·eln

rieseln , verb. , mhd. riseln, mit dem beweglichkeit, wiederholung, kleinheit bezeichnenden l- suffix von rîsen, cadere, delabi gebildet. 1 …

rieselquelle

DWB

riesel·quelle

rieselquelle , f. rieselnde quelle: die rieselquelle murmelt angenehm, doch schiffe trägt sie nicht und kähne nicht. Platen 73 a ; die flure…

Rieselrägen

MeckWB

Rieselrägen m. feiner Regen, den man zunächst kaum beachtet; Sprw.: Plückschulden un Rieselrägen drängen dörch bet up 't Fell Schw.

rieselraupe

DWB

riesel·raupe

rieselraupe , f. name weiszgefleckter oder gesprenkelter raupen ( larvae albosparsae ) Campe. vgl. Nemnich.

riese als Zweitglied (3 von 3)

Blätteriêse

Adelung

blatte·riese

Die Blätteriêse , plur. inus. von den Bienen, wenn sie von den Blättern eintragen, zum Unterschiede von der Blumenlese.

Commissärpriese

Wander

Commissärpriese Eine Commissärpriese nehmen. – Frischbier, I, 521.

Ableitungen von riese (1 von 1)

urriese

DWB

-riese Jac. Grimm mythologie 2 4 , 579 (ur- C 4 c).