Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
respons
fang des 13. Jh.s, frk.) und (wohl auch) in B:
‚Responsorium [= Wechselgesang]; dunaz (lin-
gua ignota, Hildeg.), responsorium‘. Das Wort
ist aus mlat. responsum n. oder responsus m.
entlehnt, Wörter, die neben der generellen Bed.
‚Antwort‘ in späterer Zeit auch die Bed. von
mlat. responsorium n. ‚Wechselgesang‘ ange-
nommen haben. Nicht gesichert sind die Belege
in B, da an allen Belegstellen lediglich ein s mit
unterschiedlichen Kasusendungen geschrieben
ist (vgl. Masser 2002: 145. 149. 151). Proble-
matisch dabei ist, dass mlat. responsum erst seit
dem 12. Jh. die Bed. ‚Wechselgesang‘ aufweist
(vgl. die Angabe in eOED s. v. response n.: „in
post-classical Latin also liturgical responsory
[12th cent.; 13th cent. in a British source]“). Es
bleibt daher unsicher, inwiefern diese Bed. be-
reits im 9. Jh. gilt und damit auch, ob s in B
tatsächlich zu respons zu ergänzen ist. – Mhd.
respons st.m./n. ‚Responsorium [Wechselge-
sang]‘, nhd. (in abweichender Bed. und daher
eine erneute Entlehnung) Respons m. ‚auf eine
Initiative, auf bestimmte Vorschläge, Anre-
gungen hin erfolgende Reaktion der anderen
Seite‘.