Piᵉrd n. [allg. (außer Kr. WarburgWbg Kr. Waldeck u. Kr. Frankenberg (niederdeutscher Teil)Wal Wol, dort→
Gūl)] 1. das Haustier Pferd. Giestern is mi ät Piäd diör gohn (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@WesternbödefeldWb). Dat Pärd stäk met’n Statt schlägt hinten aus (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). De Piärde wät in Dissel spannt (Kr. MünsterMün Kr. Münster@HavixbeckHa). Ick wull laiwer sin Piäd sein äs sine Frau Pferdeliebhaber schonen ihre Pferde, achten aber nicht auf hartarbeitende Personen in ihrer Umgebung (Kr. MünsterMün Kr. Münster@WestbevernWb). He häff veer Piär vör de Ploog Maßstab für die Größe des Hofes war einst die Zahl der Zugpferde (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). — Vergleiche (meist zur Verstärkung der Aussage): So stark oss’n Piärd sehr stark (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@AhleAl || mehrf.). So möh es ’n Piärd (Kr. LüdinghausenLhs Kr. Lüdinghausen@SeppenradeSr || mehrf.). Besuorpen äs en Piärd (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Bd). Sou schui assen Piärd sehr scheu (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Hoä schweit’t oss ’n Piärd (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BesenkampBk || mehrf.). De aboeidt wie ’n Pead (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). He schuftet as ’n Pädd (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@UlfkotteAd || mehrf.). Heu frätt ossen Peerd (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@DetmoldDe). He quiällt sük as ’n Piärd (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Hei loppt oß ’n Piad (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@LenzinghausenLz || mehrf.). Hei kann e schieten wie ’n Perd (Kr. MindenMin Kr. Minden@KutenhausenKh). He schlait achterut as ’n Piäd (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@LegdenLe). De süppt wie so’n olt Pärd (Kr. MindenMin Vb || mehrf.). — Ra.: Sachte, sachte, junge Per kost’ Geld Mahnung, nicht so heftig, (vor)eilig zu sein (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@BrokhausenBh). 10 Piärde könnt mi nitt von de Stäe kreigen ich bewege mich unter keinen Umständen von der Stelle (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@OstbürenOb || mehrf.). Dat Piärd kritt en Hengstfüellen wenn ein Reiter abgeworfen worden ist (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@BodelschwinghBo). Kr. BielefeldBie iäm bockt dä Piärre bei ihm geht alles schief, klappt nichts (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Dat höllt dat stiärkste Piärd nich uut Antwort auf eine übertriebene Forderung (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch Lr). Nu slao en lamm Piärd ne aolle Koh an’n Batzen Ausruf des Staunens (Münsterl WWB-Source:308:WagenfWagenf || mehrf.). Mit der’n kann ’n Päre stählen auf den kann man sich absolut verlassen (Kr. MindenMin Kr. Minden@SüdhemmernSh || mehrf.). Hei band ßuin Piärd an’n annern Poahl versuchte es auf andere Art und Weise (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.). Hei ßocht dat Piärd un reut drop ist verwirrt (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.). Hei well Piarre schüh maken erzählt die unglaubhaftesten Geschichten (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). Jässe mol en Piät kotzen sein? man will damit etwas Unmögliches bezeichnen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@ImmeckeIm). Hä es sou wiese, hä höht dä Piärre em Water haußen muss alles besser wissen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Hä töimt dat Peard am Steart op beginnt die Arbeit von der falschen Seite (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd || mehrf.). Dai ritt en dull Piärd unternimmt etwas Waghalsiges (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). Vam Piärd op’m Isel kumen sich (wirtschaftlich) verschlechtern (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@OstbürenOb || mehrf.). Dä küert äin’m vam Piärre und sett sük selws drop verdrängt jmdn., um dessen Position einzunehmen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Sachte, sachte mät de jungen Piärde! Mahnung, nicht so heftig, (vor)eilig zu sein (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt || mehrf.). Äbn nao de Pärde kieken Umschreibung für den Toilettengang (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Dai kam te Piärre und genk te Faute hat mit seinem Vermögen geprahlt und es dann verloren (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Hoä ßet’t sik upp’t häoge Piärd er ist überheblich, spielt sich auf (Frbg.) (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BesenkampBk || ähnl. mehrf.). Sette den up dat Peerd un an jeuder Süite henget eun Beun harunner bei dem nutzt keine Hilfe (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). De mott seck upp’n anner Pärd setten muss sich ändern (Kr. MindenMin Vb). Heu kann nich recht uppet Peerd kumen kommt geschäftlich nicht voran (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@DetmoldDe). Hai kann ruien, me mott ne ower eust op det Perd helpen kann eine Sache meistern, wenn die nötigen Mittel zur Verfügung stehen (Kr. SoestSos Kr. Soest@SchonebergSb). Enen op’m fahlen Piarde kriegen jmdn. beim Lügen erwischen (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HolthausenHo). Hä giett opt falsche Piäd gesatt hat die Lage falsch eingeschätzt und entsprechend gehandelt (die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-Eickel@EickelWe). Hä ha op’m richtigen Piäd gerie’en hat von Anfang an alles richtig gemacht und trägt nun den Nutzen davon (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). — Sprichw.: Wer dat Pead suüt, de briukt de Krebb’m nich teo soein an dem Beruf sieht man die Fähigkeiten der Person (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). Wai sick wiährt, behält suin Piäd wer gut arbeitet, vermehrt sein Vermögen (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.), man darf sich nicht alles gefallen lassen (die krfr. Stadt WittenWit die krfr. Stadt Witten@WittenWi || ähnl. mehrf.). Well ieliger is as sien Peerd, de stieg af un gao to Foote (WmWb). Dä nicks vo dä Piär to friärden hätt, dä mott ßick keine häolen (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@BesenkampBk). Wänn dat Peerd daute ess, kümmet de Hawern teo late hilf zur rechten Zeit (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs || mehrf.). Wann dat Piärd grötter wäd as dä Stall, dann daiht mä den Stall in dat Piärd man soll Hochmut nicht übertreiben (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). En Peerd verlöpp sik, en Määnsk verdött sik bei einem zu teuren Kauf (WmWb). De Piärre, dai en Hawer verdaint hatt, kritt ne mäistens nit ein anderer hat mehr Nutzen von einer Arbeit, als derjenige, der sie ausgeführt hat (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). En Piärd, dat guot trecket, mott immer mähr daun (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). En gued Piärd treckt twemaol ein guter gewinnbringender Beruf ist besser als zwei schlechte (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa || mehrf.). Glupske Piäre bietet lauernden Personen ist nicht zu trauen (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl). Me kann de Pearre nich ächtern Plaug spannen alles von der richtigen Seite anfassen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LangendreerLd || mehrf.), alles muss seine natürliche Ordnung haben (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef). Dat Peerd un de Frou sass nich uutlehnen: Dat Peerd kriss mager weer un de Frou dicke (WmWb || mehrf.). Jeder hiätt suin hülten Piärd (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr || mehrf.). De besten Piärde söch man up’n Stall gute Mädchen findet man meistens zu Hause (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd || ähnl. mehrf.). Äin willig Piärd sall mä nich üöwerdriewen Gutmütigkeit nicht ausnutzen (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). En hawern Piäd un en roggenen Mann, de dööt kin Daud un kin Düwel wat an (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw). ’n awgearbäit’t Piärd sall mä ’n Hawer gön’n Ehre das Alter (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). ’n giewen Piäd kick ’m nich in’t Mul (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl || ähnl. mehrf.). An’n got Pärd gehört ’n gudden Tom es muss gezügelt werden (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). — Sagw.: Dat beste Piädd in de Midde, sagg de Düwel, dao gönk he tüsken twee Kloppen (→
¹Kloppe) (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl || mehrf.). — 2. robuste, kräftige Frau [verstr.]. — 3. Turngerät. — 4. Weihnachtsgebäck. — 5. Piard un Gig Blauer Eisenhut, Sturmhut (Aconitum napellus) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh); Piärd un Wagen (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@BuldernBu) dass. [Kr. CoesfeldKos Lhs]. ⟨Nur lautschriftliche Belege: ›Peª(r)t‹ bzw. ›Pēª(r)t‹ u.ä. [allg.], Pērt [WMünsterl], Pēt (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@IbbenbürenIb). — Pl.: ›Peªre‹ bzw. ›Pēªre‹ [WMünsterl Kr. TecklenburgTek Kr. MünsterMün die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Kr. BeckumBek Mark Kr. SoestSos MSauerl Bri], ›Peªde‹ [Kr. SteinfurtStf Isl], ›Pēª‹ [Bek], ›Peªr‹ [die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch Dor], Päier (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@WestrupWp), Pēre [Höx], Pīre (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — Komposita: Meist ›Peªr(d)e‹-, selten ›Peªrds‹- u. ›Peªr(d)eken‹-⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 6,709: Pferd; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 9,510: Perd; HnVwb 2,594: Pferd. Zus.:→
Akker~, Apostel~, Arbēdes~, Aue~, Bī-der-hand~, Bīt~,
Brūd~, Brǖdigames~, Af-bū~, Budde~, Būren~, Būten~,
Dīßel~,
Drosken~,
Dūsend-dāler~, Dǖwels~,
Felge~,
Fos~,
Fracht~,
Füᵉlen~,
Giᵉwel~,
Gras~,
Hand~,
Hār~,
Hauderer~,
Hāwer~,
Höi~,
Holt~, Hoppe~,
Hotte~,
Hǖr~ Jagd~,
Jung~,
Kāren~,
Kō¹~,
Komis~,
Küssen~,
Kutsk~,
Last~,
Leide~,
Līnen~,
Luksus~,
Meªren~, Mō¹der~,
Mutter~,
Ofetsērs~, Ȫ¹wunges~,
Paske~,
Post~,
Rasse~,
Renne~,
Rīd~,
Rūnen~, Rǖter~,
Sādel~,
Schacht~,
Schokkel~,
Ssīgǟner~,
Ssirkus~, Ssis~,
Slachte~,
Snōr~,
So²ge~,
Soldaten~, Spring~,
Stāl~, Stal~,
Stangen~, Steªken~,
Stekken~, Stelle~,
Stelt~, Stē²ne~,
Stok~, Stoppel~,
Straten~, Strauch~, Stūte~, Tachtig-dālers~, Teld~, Tog~,
Tucht~,
Turn~,
Wāgen~,
Wāter~,
Wild~, Winter~, Wippe~.