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pfründe

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

pfründe f.

Bd. 13, Sp. 1799
pfründe, f. , ahd. pruanta, phruonta, phrunda, fruonda, mhd. phrüende, phruonde; md. pfrûnde, prûnde; alts. prevenda, mnd. provende, provene, nebst dem unverkürzten ahd. phrovinta (Hoffmann ahd. glossen sp. 40) entlehnt aus mlat. provenda (ital. profenda, franz. provende), einer durch einwirkung von providere entstandenen nebenform zum älteren lat. praebenda, der darzureichende unterhalt u. s. w. (s.präbende). Diez4 255, vergl. proviant. im nhd. ist die umgelautete form pfründe (pfriend der heiligen leben 72a, pfriende Murner narrenbeschw. 42, 16, pfreund Luther an den adel 25 f. neudruck, oberpfälzisch pfrüemd Schm.2 1, 453 vom j. 1657; wetterauisch prîn d. i. pfrün Weigand2 2, 343) durchgedrungen, früher und noch mundartlich auch ohne umlaut: pfruond N. Manuel vom papst u. s. w. 830, pfrund Luther an den adel 24 f. neudr. Murner schelmenz. 29b. Denzler 221b. Stalder 1, 165, pfrondt Zimm. chron.2 176, 26, mit abfall des d (Weinhold alem. gr. § 183) pfruon : tuon S. Brant 30, 1. Murner narrenbeschw. 42, 17. Pauli 312 Öst., wetterauisch pfrun weisth. 3, 457. 11) im allgemeinen die nötige nahrung, der unterhalt (Lexer 2, 264): da ward ich betrübt gar ser von dem schaffner, und gab mir auch meiner pfriend nit. der heiligen leben (1472) 72a; da du dem armen menschen sein pfriend nit gebt (gegeben). ebenda; münch und pfaffen, den (denen) dein hausfrau die pfrüend ab irem tisch gibt. Aventin. 4, 242, 17; do was er mier 18 mill (meilen) nachzogen, den er hatt ein guotte pfruond mit (an) mier verloren, ich hatt in (durch betteln) ettlich iar ernert. Th. Platter 31 B. obscen was nachtfutter: das sich mein man zu der geselt, die im mit zierheit wol gefelt, dodurch mir wirt mein pfrunt entzogen. fastn. sp. 107, 11; und tragt eur frauen ir pfrünt auszem haus. 649, 7, 13. 22) besonders ein vertrags- oder stiftungsmäszig gereichter lebensunterhalt in einem stifte, verpflegungs-, armenhause u. s. w., sowie die stelle in einem solchen (Lexer 2, 265. Schm.2 1, 453); sprichwörtlich einem ein pfrund geben, wann er nicht mehr essen mag. Denzler 221b; leibgeding, altetheil Stieler 571; 'auf dem lande heiszt pfrüend besonders die nahrung von seite der kinder, welche sich eltern ausbedingen, wenn sie denselben das hauswesen übergeben' Schm.2 1, 454. 33) ein weltliches amt und die einkünfte aus einem solchen: wie mit loblicher gewonhait herkommen sei, das der burgermaister und rat ... jerlich ir phrünt und ambt zu den weinachten aufsagen. Wiener copeibuch 288 (vom j. 1461) Zeibig; den hirten ire pfrun (jährlichen lohn) geben. weisth. 3, 457 (vom j. 1485); die pfründ des wildhüeters. österr. weisth. 1, 289, 25 (vom j. 1494), des swaigers 291, 37; vielmehr ist jeder hof im staate eine mit dem dienst der gemeinen vertheidigung behaftete pfründe, welche der eigenthümer, als er davon gezogen, einem vikar auf lebenszeit konferirt. Möser 3, 287; dasz ... diese gute pfründe (das schaffneramt) auf mich erben möchte. Göthe 21, 21; ein paar doktoren ohne pfründen. Schiller 4, 104. 44) besonders ein geistliches amt und die damit verbundenen einkünfte, sodann auch ein geistliches beneficium Möser 3, 257. Holtzendorff rechtslex. 2, 236: mhd. sîn phrûnde (zehende unt wideme) wære im benomen. kaiserchronik 441, 4 Diemer; (werben um) pharre unde phruont. Thomasin welscher gast 6391; der hât ze Basel in der stat, zuo deme tuome phrüende. Konrad Silv. 93. nhd. 4@aa) im singular (früher auch schwachformig): ein zimlich pfruond nert einen wol. S. Brant 30, 5; ein prieser, der het ein erbere pfruond, davon er lebt. Pauli 312 Öst.; da manch frum priester sein pfrund musz vorlieren. Luther an den adel 24 neudruck; es must aber auch nit mehr sein, das ein person mehr den eine thumerei und pfreund hette. 60; die geistlichen päbstlichen recht pieten den stiften und geistlichen, das si glert leut halten, ein frei pfrüend in geben süllen. Aventin. 4, 518, 25; (pfarrer) uf der pfründ sitzen. Schade sat. 3, 72, 5; und so einer sich nit helt als im zuo stat, nimpt man im sein pfründ und gibts eim andern. Gengenbach von drien christen 468; derselbig hat oft .. wider den geitz der geistlichen, und das unbillich einer mehr denn éin pfründen besesz, gepredigt. Kirchhof wendunmuth 2, 544 (1, 2, 84) Öst.; dem wellte er die böst pfrondt .. sein lebenlang über geben. Zimmerische chron.2 176, 26; es sei schwerer ein gute pfrundt aufzukünden als zu uberkommen. Zinkgref 1, 165; wer ein pfründ hat zu verlihen, dem muosz man vor den seckel wihen. Murner narrenbeschw. 42, 19. 4@bb) im plural (früher auch schwachformig): dann er (teufel) het von vil pfründen nur ein priester. Steinhöwel Es. 153a; mancher vil pfruonden bsitzen duot, der nit wer zuo eim pfrndlin guot. S. Brant 30, 19 und anm.; pfaffen, die vil pfrnden haben. Pauli 312 Öst., vgl. Schade sat. 3, 89 ff.; die pfrunden vorlihen. Luther an den adel 25 neudruck; das man die pfreund und lehen vorkeuft. 27; wie sie mit den pfreunden handeln. 25; fürsten, so solche clöster, pfrüend .. gestift haben. Aventin. 4, 42, 31; der buoben seint vil überal, den einzige pfründen seint zuo schmal. Schade sat. 1, 9, 61; sie (pfaffen) hand grosz pfrüenden, rent und gült. N. Manuel vom papst u. s. w. 647; ob es aber gut und der seelen hailsamlich, das ain gaistlicher, er sei gleich was stands er welle, mit sovil pfründen und gaistlichen gütern behenkt seie, das weisz ich nit ... aber es ist ie einmal war, das ain einziger mentsch solche pfründen nit alle kan verdienen oder denen vor sein u. s. w. Zimm. chr.2 3, 135, 10; es were groszer mangel .. an priestern, dannenhero käme, dasz als einer zehen und mehr pfrundten haben müste. Zinkgref 1, 235; eure mit geistlichen pfründen versehene kinder. Wegele gesch. der universität Würzburg 2, 3, 9 (vom j. 1561); diejenigen (studenten), so geistliche beneficien und pfründen haben. 60 (vom j. 1567); man wird nit genug finden, denen man beneficia und feiste pfrunden ausztheilet, also dasz ihren viel werden zwo, drei, vier und mehr pfrunden besitzen. Fischart groszm. 64; die bei hof mit gelt pfrnde kriegen wöllen. Wurstisen 229; dasz es recht sei, zwei pfründen zu haben, verstehen nur die nicht, welche blosz eine haben. Simrock sprichw. 428; haben die neuen bischöffe mehr seelen gerettet, als fette pfründen geschmaust? Göthe 8, 184; übertragen: aus habgier keusch, fromm, tapfer, unbescholten, pflegt er (papst) die tugenden als fette pfründen; und würden laster ihm so reich vergolten, er wär ein held in jeder art von sünden. Lenau (1880) 2, 245.
6584 Zeichen · 165 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfründe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Pfründe , plur. die -n, ein Wort, welches in der Römischen Kirche am üblichsten ist, den Unterhalt zu bezeichnen, we…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfründe

    Goethe-Wörterbuch

    Pfründe a mit Einkünften verbundenes geistliches Amt [ Sekretär zum Weltgeistlichen: ] Vertraue, daß wir dich in kurzer …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfründe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pfründe ( Präbende , v. althochd. pruanta , Nahrung, Besoldung, davon das neulat. praebenda , lat. Beneficium ), der Inb…

  4. modern
    Dialekt
    Pfründef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Pfründe f. : 1. 'die dem Geistlichen verliehenen Einkünfte', Pfründ(e) (!) [ KB-Rams LU-Limbghf SP-Harths LA-Böching BZ-…

  5. Sprichwörter
    Pfründe

    Wander (Sprichwörter)

    Pfründe 1. Dass zwei Pfründen haben, recht sei, verstehen blos die nicht, welche nur eine haben. – Simrock, 7916. 2. Die…

  6. Spezial
    Pfründe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfrün|de f. (-) 1 benefize (-zi) m. 2 (Einkommen) entrades da n benefize f.pl.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfruende

28 Bildungen · 28 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

pfruende‑ als Erstglied (28 von 28)

pfründebrot

DWB

pfruende·brot

pfründebrot , pfründenbrot , n. , mhd. phrüende-, phruondebrôt ( Lexer 2, 265 u. nachträge 340), mnd. provenbrôt, brot das als pfründe gegeb…

pfründegut

DWB

pfruende·gut

pfründegut , n. zu einer pfründe (4) gehöriges gut: weil die güter für den bauunterhalt ( des Kölner domes ) mit den pfründegütern zusammeng…

Pfründelos

Campe

pfruend·elos

Pfründelos , adj . u. adv . keine Pfründe habend, oder, der Pfründe beraubt. »Die pfründelose (n) Laien haben dagegen die Ehre und Wonne des…

pfründenfett

DWB

pfruenden·fett

pfründenfett , n. : ich sah den Bonifaz, der viele leute mit pfründenfett geazt. Streckfusz Dante fegefeuer 24, 28 .

pfründenfrei

PfWB

pfruenden·frei

 pfründen-frei Adj. : ' frei von der Verpflichtung zur Zahlung des Hirtenlohnes ', s. Pfründe 4. a. 1655: Zum zwanzigsten, den büttel betre…

pfründenfresser

DWB

pfruenden·fresser

pfründenfresser , m. so hieszen in der reformationszeit die sogenannten curtisanen, welche vorgaben, vom päpstlichen hofe anweisung auf pfrü…

Pfruendenfrësser

Idiotikon

Pfruendenfrësser Band 1, Spalte 1327 Pfruendenfrësser 1,1327

pfründengeld

DWB

pfruenden·geld

pfründengeld , pfründgeld , n. die mit einer pfründe (4) verbundene besoldung: dieweil der könig .. ausz seim reich kein pfrundengelt mehr w…

pfründengötz

DWB

pfruenden·goetz

pfründengötz , m. : die priester sind schuldig almuosen zuo geben von dem, das in übrig ist. wo nun x priester uf x pfründen seszen, würd de…

pfründenhandel

DWB

pfruenden·handel

pfründenhandel , pfründhandel , m. handel mit pfründen (4), vgl. pfründenkauf , -markt: anno 1238 fieng der pfründhandel an so mechtig einzu…

pfründenjäger

DWB

pfruenden·jaeger

pfründenjäger , m. der auf pfründen (4) jagd macht, synonym zu pfründenfresser Schade sat. 3, 61, 17 . vgl. pfründenräuber .

Pfründenkammer

Campe

pfruenden·kammer

◎ Die Pfründenkammer , Mz . u. eine Kammer, Verwaltungskammer, welche Pfründen zu vergeben, darüber zu verfügen hat. Die päpstliche Pfründen…

pfründenkauf

DWB

pfruenden·kauf

pfründenkauf , m. simonia Stieler 939 , davon pfründenkäufer Fischart bienenkorb (1580) 224 b , pfründenkaufmann, pfründenkaufmanschaft 207 …

pfründenkrämer

DWB

pfruenden·kraemer

pfründenkrämer , m. der mit pfründen (4) handelt, simonie treibt: ein simoniacus oder pfrundenkramer. Fischart a. a. o. 219 a ; ich wolt wol…

pfründenmarkt

DWB

pfruenden·markt

pfründenmarkt , m. , vgl. pfründenhandel , -kauf: ich wil schweigen simonei und .. pfründenmarkt .. und was mehr der heilige stuel zu Rom ..…

Pfruendenpflëger

Idiotikon

Pfruendenpflëger Band 5, Spalte 1236 Pfruendenpflëger 5,1236

pfründenräuber

DWB

pfruenden·raeuber

pfründenräuber , m. , vergl. pfründenfresser , -jäger: wo die pfrndenreuber überhant nemen, do gat aller gottsdienst zuo grunt. Schade sat.…

pfründenvergeber

DWB

pfruenden·vergeber

pfründenvergeber , m. : hätte diese dame .. sich einem pfründenvergeber für eine reiche präbende überlassen, das .. würdest du sehr natürlic…

pfründeordnung

DWBQVZ

pfruende·ordnung

pfründe-ordnung des vormaligen klosters Geisenfeld. aus dem XIII. jahrhundert. hg. v. Wittmann. in: quellen zur bayerischen und deutschen ge…