Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
nesteln
nesteln
nesteln Vb. ‘knüpfen, schlingen, ungeschickt, ungeduldig herumfingern’, ahd. nestilōn ‘mit einer Kopfbinde versehen’ (9./10. Jh.), mhd. nesteln ‘festbinden, schnüren’, asächs. nestilon, mnd. nl. nestelen ‘zuschnüren’ ist eine denominale Bildung zu ahd. nestila f., nestilo m. ‘Kopfbinde’ (8. Jh.), mhd. nestel f. ‘Bandschleife, Schnürriemen, Binde’, nhd. (noch landschaftlich) Nestel m. f., asächs. nestila f., mnd. nestel f., mnl. nestel(e), nl. nestel m., afries. nestla m., aengl. (schwundstufig) nostle ‘Kopfbinde, Band’, Deminutivformen neben altgutn. nast ‘Schnalle’, anord. nest (aus germ. *nastjō) ‘Nadel, Spange’, nisti, nist ‘Heftnadel’, ahd. (schwundstufig) nusta ‘Schnalle, Schlinge’ (9. Jh.). Die Substantive mit st-Suffix stehen neben verwandtem Netz und wohl auch Nessel (s. d.), so daß ie. *ned- ‘zusammendrehen, knüpfen’, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)nē- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen, nähen’ (s. nähen) zugrunde liegt.