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Narbe

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
16 in 14 Wb.
Sprachstufen
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18

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Narbe

Bd. 14, Sp. 423
Narbe (Cicatrix), ein Gewebe, das sich bei der Heilung von Wunden oder Substanzverlusten aller Art bildet. Am ausgeprägtesten zeigt sich der Charakter der N. an der äußern Haut; die N. ist hier anfänglich weich, reich an Gefäßen, daher gerötet; später wird sie fester, trockner, blässer und schließlich zu einer sehr derben, faserigen, gefäßarmen, weißlichen Substanz umgebildet. Das Narbengewebe entwickelt sich bei Wunden aus den Wundrändern, bei Geschwüren etc. aus dem Boden des Substanzverlustes und besteht anfänglich aus weichem Granulationsgewebe und seinen Gefäßen. Letztere gehen aber später zum größten Teil unter, und das weiche, gefäßreiche Bindegewebe schrumpft zu einer derben, gefäßarmen Masse zusammen. Dies bedingt eine Verkleinerung der N. (sogen. Narbenretraktion), die besonders bei der Heilung von großen Geschwürsflächen von größter Bedeutung ist. Man muß daher bei Narbenbildung an der Beugeseite der Glieder diese in gestreckter Lage, bei Narbenbildung an der Streckseite in gebeugter Lage erhalten; denn würde man z. B. bei einer Brandwunde in der Ellbogenbeuge den Unterarm gegen den Oberarm gebeugt halten, so würde die N. durch ihre Retraktion den erstern vollends gegen den Oberarm heranziehen, so daß sich letzterer gar nicht mehr strecken ließe. Eine Geschwulst, die aus Narbengewebe besteht, heißt Keloid (s. d.). – In der Botanik heißt N. (Cicatrix, Stigma) die Bruchstelle eines abgefallenen Blattes an den Zweigen (s. Blattnarbe), dann aber auch das obere, zur Aufnahme des Pollens bestimmte, eigentümlich gebildete Organ des Stempels (s. Blüte, S. 88). – In der Gerberei die natürlichen oder künstlich erzeugten Vertiefungen auf der Außenseite (Narbenseite) des Leders. Die natürlichen Vertiefungen entsprechen den Einstülpungen, in denen die Haarbälge saßen.
1805 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    narbe

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    narbe s. narwe.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Narbe

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Die Narbe , plur. die -n, Diminut. das Närbchen, Oberd. Närblein, ein Wort, welches ehedem eine Vertiefung in die Län…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Narbe

    Goethe-Wörterbuch

    Narbe A bei der Wundheilung zurückbleibende sichtbare Spur, Wundmal 1 mBez auf menschliches (Haut-)Gewebe; meist übertr …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Narbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Narbe (cicatrix) , die nach der Heilung einer verwundeten Körperstelle zurückgebliebene sichtbare Substanzveränderung. D…

  5. modern
    Dialekt
    Narbe

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Narbe das Wort ist allg. verbr., doch Mosfrk, Rip, Nfrk noch stark zurückgehalten durch Leich-, Leimzeichen ; die Formen…

  6. Sprichwörter
    Narbe

    Wander (Sprichwörter)

    Narbe 1. Der Narben lacht, der Wunden nie gefühlt. – Körte, 4431. 2. Die Narbe bleibt, wenn auch die Wunde heilt. Lat. :…

  7. Spezial
    Narbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Nar|be f. (-,-n) 1 sanisc f. , sroma (-mes) f. 2 (Pockennarbe) sëgn dla variora m. 3 cujidöra (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit narbe

12 Bildungen · 11 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

narbe‑ als Erstglied (11 von 11)

narbenbedeckt

DWB

narben·bedeckt

narbenbedeckt partic. : der gewohnte panzer sich um die narbenbedeckte brust schmiegte. Scheffel Ekkeh. 208 .

narbenlos

DWB

narben·los

narbenlos , adj. ohne narben: ich wähnte eine art unzerstörbarer naturen vor mir zu sehen, die nur spielweise so grimmig auf einander los gi…

narbenseite

DWB

narben·seite

narbenseite , f. gleich haarseite des leders Jacobsson 2, 181 b ; die närbenseite Schm. 1, 1756 Fromm.

narbenstrich

DWB

narben·strich

narbenstrich , m. : einer haut den narbenstrich geben, sie mit dem streicheisen auf der narbenseite der länge nach streichen, um die narbe n…

narbenvoll

DWB

narben·voll

narbenvoll , adj. voll narben, narbenbedeckt: denn sie beut die brust dem feinde dar, die narbenvolle brust. Platen (1847) 4, 187 ; nun ists…

narbe als Zweitglied (1 von 1)