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2. Narbe

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
16 in 14 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

2. Narbe

Bd. 3, Sp. 427
2. Die Narbe, plur. die -n, Diminut. das Närbchen, Oberd. Närblein, ein Wort, welches ehedem eine Vertiefung in die Länge bedeutet zu haben scheinet, jetzt aber nur noch am häufigsten von dem Überbleibsel einer zugeheilten Wunde gebraucht wird. Eine Narbe im Gesichte haben. Die Wunde hat eine Narbe zurück gelassen. Voller Narben seyn. Pockennarben oder Blatternarben. Ähnliche Vertiefungen auf der äußern Seite des zubereiteten Leders werden gleichfalls Narben genannt, daher die Leder- und Pergamentarbeiter auch die äußere Haut auf den Fellen, und zuweilen auch die ganze auswendige Seite einer Haut, auf welcher die Haare gesessen haben, die Narbe, und in einigen Gegenden den Närben nennen. Die Narbe wegnehmen, oder abnarben, die Oberhaut der Felle verletzen. In den Eyern der Eyer legenden Thiere ist die Narbe ein kleiner weißer Zirkel, in welchem sich das junge Thier entwickelt, so wie die Narbe an den[] Samen der Gewächse eine Vertiefung der Haut an der Stelle ist, wo der Same in seinem Gehäuse angewachsen war, Hilum L. Anm. Im Sachsenspiegel Nare, im Niedersächs. Nare und Narve, im Dän. Narv. Andere Sprachen haben dieses Wort nur ohne Anfangs N, wie das Schwed. Arr, das Isländ. Aer, das Nord-Engl. Ar, das Esthländ. Ar, und das Finnländ. Aerpi, alle in der Bedeutung einer Narbe von einer Wunde. Daß es in dieser Gestalt auch in einigen Gegenden Deutschlandes nicht selten seyn müsse, erhellet aus einem 1482 in Augsburg gedruckten Vocabelbuche, wo Cicatrix durch Arbe, Rense oder Mase gegeben wird. Es scheinet von ähren, arare, herzustammen, so fern solches Furchen in die Erde ziehen bedeutet. In der Grafschaft Rietberg nennet man die mit einem besondern Messer, welches das Siebt oder Heidesiebt genannt wird, abgeschnittene Heide, welche der Arbeiter, so wie er sie abschneidet, mit dem Rechen seitwärts schiebet, die Narbe, welches diese Ableitung bestätiget. Dieses Abschneiden selbst wird daselbst narben oder abnarben genannt. Übrigens ist dieses Wort der Hochdeutschen Mundart am geläufigsten, die Nieders. gebraucht dafür Schramme, Lidrecken, Gliedzeichen, Liekreken, Fleischzeichen, und die gemeinen Oberdeutschen Mahlzeichen, Anmahl, Wundenmahl, Mase, bey dem Notker Wuntmale. S. auch Schmarre.
2226 Zeichen · 30 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    narbe

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    narbe s. narwe.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Narbe

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Die Narbe , plur. die -n, Diminut. das Närbchen, Oberd. Närblein, ein Wort, welches ehedem eine Vertiefung in die Län…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Narbe

    Goethe-Wörterbuch

    Narbe A bei der Wundheilung zurückbleibende sichtbare Spur, Wundmal 1 mBez auf menschliches (Haut-)Gewebe; meist übertr …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Narbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Narbe (cicatrix) , die nach der Heilung einer verwundeten Körperstelle zurückgebliebene sichtbare Substanzveränderung. D…

  5. modern
    Dialekt
    Narbe

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Narbe das Wort ist allg. verbr., doch Mosfrk, Rip, Nfrk noch stark zurückgehalten durch Leich-, Leimzeichen ; die Formen…

  6. Sprichwörter
    Narbe

    Wander (Sprichwörter)

    Narbe 1. Der Narben lacht, der Wunden nie gefühlt. – Körte, 4431. 2. Die Narbe bleibt, wenn auch die Wunde heilt. Lat. :…

  7. Spezial
    Narbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Nar|be f. (-,-n) 1 sanisc f. , sroma (-mes) f. 2 (Pockennarbe) sëgn dla variora m. 3 cujidöra (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit narbe

12 Bildungen · 11 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

narbe‑ als Erstglied (11 von 11)

narbenbedeckt

DWB

narben·bedeckt

narbenbedeckt partic. : der gewohnte panzer sich um die narbenbedeckte brust schmiegte. Scheffel Ekkeh. 208 .

narbenlos

DWB

narben·los

narbenlos , adj. ohne narben: ich wähnte eine art unzerstörbarer naturen vor mir zu sehen, die nur spielweise so grimmig auf einander los gi…

narbenseite

DWB

narben·seite

narbenseite , f. gleich haarseite des leders Jacobsson 2, 181 b ; die närbenseite Schm. 1, 1756 Fromm.

narbenstrich

DWB

narben·strich

narbenstrich , m. : einer haut den narbenstrich geben, sie mit dem streicheisen auf der narbenseite der länge nach streichen, um die narbe n…

narbenvoll

DWB

narben·voll

narbenvoll , adj. voll narben, narbenbedeckt: denn sie beut die brust dem feinde dar, die narbenvolle brust. Platen (1847) 4, 187 ; nun ists…

narbe als Zweitglied (1 von 1)