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morchel

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

morchel f.

Bd. 12, Sp. 2529
morchel, f. ein eszbarer schwamm; diminutivbildung zu dem sp. 2473 aufgeführten ahd. moraha, mhd. morhe, morche. 11) das letztere bezeichnete bereits verschiedenes; vielfach die gelbe rübe, daneben aber auch den eszbaren erdschwamm, und hier traten mundartlich abweichende formen auf: boletus, morche Dief. 78a; eitel pfifferling und morchen. Luther 3, 285b; die morche, plur. morchen, tuber, fungus suillus Stieler 1294; morchen, fungi esculenti colore subfusco Frisch 1, 669c; in Oberdeutschland eine vollere oder zerdehntere form morache, maurache (vgl. oben sp. 1814): die selben swammen .. haiʒent ze latein morachi und haiʒent ze däutsch maurochen oder in anderr däutsch morhen. Megenberg 401, 27; tuber, fungus, boletus, pfifferling, holzschwamm, oder morach. Gersdorf feldb. der wundarzn. 105; ohne geferdt ersicht er ein arme frawen ein korb mit frischen morochen daher tragen; den last er der frawen abkaufen, schickt die morochen maister Hannsen, das er im die zuberaiten solle. Zimm. chron. 4, 150, 6; die pauren zogen wider haim, sie wolten sich basz besinnen, da muesten sie erdbern und die morachen gewinen. 2, 561, 6; noch jetzt bair. die maurachen, auch der mauracher, die morchel, phallus esculentus Schm. 1, 1638 Fromm.; die morach, der mörcheling, die morchel 1641; schweiz. die morache, moroche, der moracher, das morauchli, phallus esculentus Stalder 2, 214. morche hiesz aber auch der nachtschatten: morella, morch, morhe Dief. 368a; solanum i. morella, morhe l. morche 540b; morella, herba habens dispocitionem rappe (lies rapae), mören, more, mar. nov. gloss. 257a. endlich musz in der folgenden stelle, dem zusammenhange nach, morche eine besondere form des gehörns am wild ausgedrückt haben: umb disz gieng ein umbgang auf cassidonischen und rot marmolsteinin seulen und schwibbögen: gemalt und geziert mit allerhand zinken, morchen, kolben und gehürn von hirzen, gemsen, einhörnern, rhinoceroten, wasserpferden, elephantenzänen, und anderm schawwürdigem schmuck. Garg. 280b. 22) die form morchel erscheint schon ahd. als morhila, aber in der bedeutung der rübenart pastinaca silvatica (Graff 2, 845), ebenso mhd. daucus, wildermorhel l. pastinag Dief. 166b; pastinaca, morhel, morgel, morheln, morel, marhel, merhern 416a; hier aber auch den schwamm bezeichnend: boletus, morchil 78a; was sich nun nhd. fortsetzt: morchlen, eine gattung schwümmen, so man isset, tuber, terrae fructus Maaler 293c; morgeln, morchen, maurrachen, also werden oft insgemein alle gedörrete und an der luft wohl getrocknete erdschwämme genennet, welche zum essen dienlich. öcon. lex. 1647; morchel bei Nemnich die gattung phallus, unter ihr vorzüglich phallus esculentus 4, 930, falsche morcheln oder steinmorcheln der faltenschwamm, helvella mitra 3, 129; doch war der sommer ihm mild, dann sammelt er beeren des waldes für die benachbarte stadt, auch nüss' und hambutten und morcheln. Voss Luise 1, 230; eigenthümlich für die schlehe: murchel, pruneolus Alb. z 4b. 33) morchel, bildlich für menschenkot, vom erdschwamme aus: ich nahme eine gefrorne morchel, wie sie die bauren hinter die zäune legen. Simpl. 1, 426 Kurz; bair. maurachln, haufen von menschenkot Schm. 1, 1638 Fromm.; früher morche in derselben zweideutigkeit: wo der morchen noch mer sten, die wolt ich euch wol wurzen und hacken klein, so weren sie dan also durchspicket rein, als ir wol seht, mit guten grieben. fastn. sp. 212, 29 (im fastnachtsspiel vom dreck).
3479 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    morchelstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    morchel morhel stf. carica fructus. palme eyn fige oder morchel voc. ex quo v. 1469. morchel boletus voc. vratisl. bausi…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Morchel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Morchel , plur. die -n, eine Art eßbarer Gichtschwämme mit einem eyförmigen Hute, der mit vielen kleinen Höhlungen g…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Morchel

    Goethe-Wörterbuch

    Morchel ‘Morgel’ GWB B7,61,7 Schlauchpilz mit hohlem bräunlichem Hut: als Speisepilz Staff hat mir die schönsten Morgeln…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Morchel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Morchel , s. Morchella .

  5. modern
    Dialekt
    Morch(el)

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Morch(el) [Môr Rädersd. ; Mòrχ Roppenzw. Henfli. Osenb. Niffer ; Mòriχ Mittl. ; Moriχ M. ; Môrχl Felleri. Urbis ; Mòraχ…

  6. Spezial
    Morchel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mor|chel (Morchella sp.) f. (-,-n) ‹bot› pët dla olp m. , vësc (vësc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit morchel

28 Bildungen · 4 Erstglied · 24 Zweitglied · 0 Ableitungen

morchel‑ als Erstglied (4 von 4)

morchelig

RhWB

morchelig morjəliχ Altk-Bachenbg Adj.: liederlich, von einem Weibe.

Morchella

Meyers

morch·ella

Morchella Dill . ( Morchel ), Pilzgattung aus der Abteilung der Askomyzeten, charakterisiert durch große, gestielte, hutförmige Fruchtkörper…

morchel als Zweitglied (24 von 24)

Bauernmorchel

PfWB

bauern·morchel

Bauern-morchel f. : Schimpfwort des Städters für den Bauern, Bauremoʳchl [ NW-Bobh ]; vgl. PfWB Morchel . —

gichtmorchel

DWB

gicht·morchel

gichtmorchel , f. , phallus impudicus ( esculentus ), ein pilz, der zur herstellung von salben und pulver verwendet wurde, ein volksheilmitt…

giftmorchel

DWB

gift·morchel

giftmorchel , f. : stinkende giftmorchel phallus impudicus, ungenieszbare pilzart Lewin gifte (1929) 917 , wohl miszverstanden aus gichtmorc…

glockenmorchel

DWB

glocken·morchel

-morchel morchulla patula Lenz die nützl. und schädl. schwämme (1872) 117 ; Holl wb. dtscher pflanzennamen 131 a ;

Ohrenmorchel

Adelung

ohren·morchel

Die Ohrenmorchel , plur. die -n, eine Art runder Morcheln voller löcheriger Knorren, Stockmorcheln; zum Unterschiede von den Spitzmorcheln.

rutenmorchel

DWB

ruten·morchel

rutenmorchel , f. phallus impudicus, nicht volksthümliche bezeichnung eines erdschwammes. Pritzel-Jessen 462 .

schaufelmorchel

DWB

schaufel·morchel

schaufelmorchel , f. spatularia, benannt nach der schaufelförmigen, am stil herablaufenden keule. Oken 3, 123 , als unterart gelbliche schau…

schwanzmorchel

DWB

schwanz·morchel

schwanzmorchel , f. , hochd. übertragung des nd. stertmorchel als bezeichnung einer morchelähnlichen pilzart, phallus impudicus bei Pritzel-…

spitzmorchel

DWB

spitz·morchel

spitzmorchel , f. eine spitze art der morcheln, spitzmorgeln, plur. ( im gegensatz zu den ohren- oder stockmorgeln). Amaranthes 1289 . öcon.…

stempelmorchel

DWB

stempel·morchel

stempelmorchel , f. , zu stempel A 1 d: die stempelmorcheln (pistillaria) sind kleine, walzige pilze mit verkümmerten schläuchen, und tragen…

stockmorchel

DWB

stock·morchel

stockmorchel , f. , ( im gegensatz zur spitzmorchel th. 10, 1 sp. 2642), eine runde löcherige morchel, wohl in anlehnung an 1 stock, m., 1 t…

stumpfmorchel

DWB

stumpf·morchel

stumpfmorchel , f. , name der helvella esculenta, auch stockmorchel, wohl im gegensatz zu spitzmorchel (s. th. 10, 1, 2642), Holl dtsche pfl…

wachsmorchel

DWB

wachs·morchel

wachsmorchel , f. ein kleiner hornartiger pilz und zwar 1 1) die gemeine wachsmorchel, calocera cornea, gelb, kleberig und rasenartig verwac…