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mißtrauen

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
13 in 8 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

mißtrauen

mißtrauen

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen. – mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. Hall); s. auch einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.

2557 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mißtrāuen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Mißtrāuen , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und der Gegensatz von trauen oder vertrauen ist, an…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mißtrauen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Mißtrauen im Vers auch -traun grundsätzliche Skepsis, Argwohn, Verdacht (bes im Hinblick auf jds Gesinnung, Absichten, K…

  3. modern
    Dialekt
    mißtrauenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    miß-trauen schw. : wie schd., mißtraue (misˈdrauə) [vereinzelt, Lambert Penns 105], Part. Perf. (ge)mißtraut.

  4. Spezial
    Misstrauen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Miss|trau|en n. (-s) 1 malfidënza (-zes) f. , desfidënza (-zes) f. , malcrëta (-tes) f. 2 (Argwohn) sospet (-ec) m. , sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit misstrauen

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von misstrauen

miss- + trauen

misstrauen leitet sich vom Lemma trauen ab mit Präfix miss-.

Zerlegung von misstrauen 2 Komponenten

miss+trauen

misstrauen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

misstrauen‑ als Erstglied (3 von 3)

Mißtrauenlos

Campe

misstrauen·los

○ Mißtrauenlos , — er, — este , adj . u. adv . kein Mißtrauen habend, zeigend. Lafontaine. Z. Davon die Mißtrauenlosigkeit .

Misstrauensantrag

LDWB2

misstrauen·s·antrag

Miss|trau|ens|an|trag m. (-[e]s, ...anträge) moziun de desfidënza f. ▬ einen Misstrauensantrag einbringen presenté na moziun de desfidënza; …

Mißtrauensvotum

DERW

misstrauen·s·votum

Mißtrauensvotum, N., ›Aussprechen des Mißtrauens durch die Parlamentsmehrheit gegenüber dem Regierungsführer in Form einer Abstimmungsnieder…