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Messer

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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28 in 20 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Messer

Bd. 13, Sp. 661
Messer, Werkzeuge zum Schneiden, aus Stahl, Neusilber, Silber, Gold, Knochen, Horn etc., je nach ihrer Bestimmung besonders benannt: Brot-, Tisch-, Feder-, Rasier-, Radier-, Papier-, Fleischer-, Schnitz-, Obst-, Tranchiermesser etc. Ferner unterscheidet man M. mit feststehender oder einzuschlagender Klinge (Einschlagemesser), Taschenmesser etc. Jedes M. besteht aus einer Klinge und einem Heft. Die Stahlklingen werden aus Stahl geschmiedet, indem man erst die eigentliche Klinge und dann die Angel oder bei Einlegemessern den Druck in einer zweiten Hitze herstellt. Die Scheibe (Schulter, Schild, Balance) zwischen Klinge und Angel wird durch Ansetzen auf dem Amboß und mit Hilfe eines zweiteiligen Gesenkes oder mittels eines stählernen Stempels (Stemmeisen) erzeugt. Das ausgearbeitete M. wird darauf gehärtet, angelassen, gerichtet, auf nassen oder trocknen Schleifsteinen geschliffen, auf einer hölzernen rotierenden Scheibe mit Schmirgel und Öl weiter bearbeitet und bei feinern Sorten mit Kalk, Polierrot oder Zinnasche und Öl oder Branntwein auf belederter Scheibe poliert und auf einem Handölstein vom Grat befreit (abgezogen). Die in der Massenfabrikation übliche Anfertigung einer Messerklinge mit mechanischen Hämmern in sechs Stadien a bis f aus Stahlflachschienen (Ruten) zeigt nebenstehende Figur. Die Flächen einer Tischmesserklinge sind unter einem Winkel von 2–5° gegeneinander geneigt, und durch das Scharfschleifen entsteht an der Schneide ein Winkel von 15–20°. Die Seiten einer Federmesserklinge laufen in der Schneide unter einem Winkel von 13–19° zusammen. Kleine M. werden aus Stahlblech unter einem Durchstoß ausgeschnitten und durch Nachschmieden und Schleifen vollendet. Bei großen Schneidwerkzeugen wird der Festigkeit halber die Klinge aus Schmiedeeisen mit der Schneide aus Stahl durch Vorstählen hergestellt. Die Hefte bestehen aus Holz, Elfenbein, Horn, Metall, Perlmutter, Knochen etc. und werden entweder in Plattenform (Schalen) aufgenietet oder auf die spitz auslaufende Angel aufgekittet. Zu Rasiermessern sowie den Messern für chirurgische Zwecke wird der feinste Stahl bei schwacher Rotglut unter öfterer Erwärmung verarbeitet, dann gehärtet, angelassen und geschliffen auf drei Schleifsteinen, von denen die beiden letzten und kleinsten die Höhlung herstellen. Zum Polieren dient Schmirgel, dann Zinnasche oder Polierrot auf Lederscheiben oder Riemen mit Öl. Das Abziehen geschieht zuerst auf einem sehr feinkörnigen Sandstein mit etwas konvexer Oberfläche, dann auf dem Rasiermesser schleifstein mit ebenen Flächen mit Öl und zuletzt auf einem blauen, feinkörnigen Schiefer mit Wasser. Die höchste Verfeinerung erhält die Klinge durch den Streichriemen, dessen eine Seite mit Polierrot und die andre mit Graphit (beide Pulver mit Öl oder Talg angemacht) eingerieben ist. Die rote Seite wird zuerst benutzt. Die Krümmung auf den Seitenflächen der Rasiermesser hat einen Halbmesser von 35–100 mm, die Seiten stoßen an der Schneide unter einem Winkel von 16–19° zusammen, so daß die Leichtigkeit, mit der Rasiermesser schneiden, nur von der vollkommenen Ausbildung der Schneidkante, der seinen Politur der Schneide und der sehr geringen Dicke der Klinge in nächster Nachbarschaft der Schneide abhängig ist. Sehr gute Rasiermesser werden durch Ausschneiden der Klingen mittels eines Durchschnitts aus Stahlplatten hergestellt; der dicke Rücken wird an diese M. als besonderes Stück angesetzt. Gabeln werden wie M. verfertigt. Man schmiedet aus einem Stahlstab zuerst die Angel und den Schaft oder Stiel und haut dann die Gabel ab, indem man ein etwa 2 cm langes Stück des Stabes daran sitzen läßt, das in einer zweiten Hitze zu einer Platte von der Länge der Zinken ausgeschmiedet und dann in einem Gesenke vollendet wird. Die Zinken werden durch Aushauen mit dem Meißel oder mit einem Durchschnitt und durch Ausfeilen mit der Gabelfeile hergestellt. Das Härten und Anlassen geschieht wie bei den Messern. Man schleift die Gabeln zum Teil aus freier Hand auf einem Ölstein und schmirgelt oder poliert sie auf Bürstenscheiben oder mittels des Polierstahls. M. und Gabeln aus andern Metallen werden auf gleiche Weise oder durch Gießen angefertigt. Vgl. R. Röntgen, Der Werkzeugfabrikant (Weim. 1875); Haedicke, Die Technologie des Eisens (Leipz. 1900); Pagé, La coutellerie depuis l'origine jusqu'à nos jours (Châtellerault 1896–98, 3 Bde.). M. und Gabeln als Eßbesteck kamen erst im 15. Jahrh. vereinzelt auf und wurden dann im 16. Jahrh. allgemeiner, aber immer noch als Luxusgerät betrachtet und demnach künstlerisch verziert. Besonders kostbare Exemplare wurden in silbernen Scheiden (Bestecken) aufbewahrt. Die Gabeln, ursprünglich zweizinkig, seit der Mitte des 16. Jahrh. auch dreizinkig, wurden an den aus Silber, Gold, Eisen, Elfenbein, Knochen oder Holz gefertigten Griffen mit Figuren, Köpfen und Ornamenten verziert. Einige charakteristische Beispiele aus der Renaissancezeit zeigt obenstehende Abbildung. Seit Mitte des 18. Jahrh. wurden die Griffe aus glattem, bemaltem Porzellan gefertigt, die auch in neuerer Zeit wieder sehr beliebt geworden sind. Aus Holz geschnitzte Gabeln werden noch heute mit Figuren, Köpfen, Blumen etc. an den Griffen versehen. Die reichste Sammlung von Bestecken seit der Zeit der Gotik besaß früher R. Zschille in Großenhain. Vgl. Pabst, Kunstsammlungen des Herrn Richard Zschille, 2. Teil (Berl. 1887). S. auch Artikel »Löffel«.
5421 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    messerst. N.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    messer , st. N. Vw.: s. mezzer

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    messerN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    messer , N. nhd. Messer (N.), Waffe Hw.: s. messerkȫker, messerlīn, messet; vgl. mhd. mezzer (2) E.: s. messet W.: s. nh…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Mêsser

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Der Mêsser , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Messerinn, von dem vorigen Zeitworte, eine Person, welche misset,…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1Messer

    Goethe-Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    1 Messer mask; nach ital ‘messère’ Anrede für männliche Person Messer Gaster [ Herr Magen aus dem ‘Gargantua’ von Rabela…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Messer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Messer , Werkzeuge zum Schneiden, aus Stahl, Neusilber, Silber, Gold, Knochen, Horn etc., je nach ihrer Bestimmung beson…

  6. modern
    Dialekt
    Mësser

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Mësser [Masər fast allg.; Mæsər Str. W.; Pl. ebenso, nur Mæsərə W.; Demin. Masərlə, bezw. Mæsərlə] n. Messer. Er schreit…

  7. Sprichwörter
    Messer

    Wander (Sprichwörter)

    Messer 1. Bei Messer und Scheiden muss man viel leiden. – Parömiakon, 2127. Klage des Messerschmieds. 2. Besser ein stum…

  8. Spezial
    Messer1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Mes|ser 1 n. (-s,-) 1 cortel (-tí) m. 2 (Klinge) lama (lames) f. 3 (Rasiermesser) rasú (rasus) m. 4 (Trittmesser, um Heu…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit messer

386 Bildungen · 166 Erstglied · 219 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von messer

mess + -er

messer leitet sich vom Lemma mess ab mit Suffix -er.

Zerlegung von messer 2 Komponenten

mes+ser

messer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

messer‑ als Erstglied (30 von 166)

Messer I

SHW

Messer I Band 4, Spalte 639-640

Messer II

SHW

Messer II Band 4, Spalte 641-642

Messerbank

SHW

Messer-bank Band 4, Spalte 641-642

Messerheft

SHW

Messer-heft Band 4, Spalte 641-642

Messerheld

SHW

Messer-held Band 4, Spalte 641-642

Messeramt

DRW

messer·amt

Messeramt, n. zu 1Messer städtische Institution zum Überprüfen von Gewicht und Maß si [Stadträte] sullen ouch das messerampt leichen vnd was…

messerangel

DWB

messer·angel

messerangel , f. der spitze oder breite theil eines messers unterhalb der klinge, womit das messer im heft oder in der schale befestigt ist.

messer als Zweitglied (30 von 219)

Abmesser

DRW

Abmesser Meßbeamter im Begwesen, Marktverkehr usw. die abmesser sullen nicht traid kauffen auf widerhingeben 16. Jh. SalzbMarktO. 15 den Bra…

Ackermêsser

Adelung

acker·messer

Das Ackermêsser , des -s, plur. ut nom. sing. ein in Italien von dem Marchese del Borro um das Jahr 1713 erfundenes Werkzeug, mit Ersparung …

ausmesser

DWB

aus·messer

ausmesser , m. mensor, distributor: süsz seind sie ( deine blicke ) des trosts ausmesser. Weckherlin 794 .

B(e)hauʷmesser

Idiotikon

B(e)hauʷmesser Band 4, Spalte 461 B(e)hauʷmesser 4,461

B(e)schnīdmesser

Idiotikon

B(e)schnīdmesser Band 4, Spalte 463 B(e)schnīdmesser 4,463

B(e)sügmesser

Idiotikon

B(e)sügmesser Band 4, Spalte 464 B(e)sügmesser 4,464

Ba(nd)messer

Idiotikon

Ba(nd)messer Band 4, Spalte 462 Ba(nd)messer 4,462

Bankmêsser

Adelung

bank·messer

Das Bankmêsser , des -s, plur. ut nom. sing. im Wallfischfange, ein großes Messer, mit welchem der Wallfischspeck auf einer Bank zerschnitte…

Bei(n)messer

Idiotikon

Bei(n)messer Band 4, Spalte 462 Bei(n)messer 4,462

Bockmêsser

Adelung

bock·messer

Das Bockmêsser , des -s, plur. ut nom. sing. bey den Kammmachern, ein breites, vierecktes Messer mit zwey Griffen, das Horn auf dem Schabebo…

Brênnmêsser

Adelung

brenn·messer

Das Brênnmêsser , des -s, plur. ut nom. sing. ein kupfernes Werkzeug der Viehärzte, den Pferden in verschiedenen Krankheiten das Englische F…

Brocke(n)messer

Idiotikon

Brocke(n)messer Band 4, Spalte 462 Brocke(n)messer 4,462

brotmesser

DWB

brot·messer

brotmesser , n. culter cibarius: so stosz ich ihm mit der einen hand diesen brief hier unter die nase und mit der andern bohr ich ihm ein br…

Bubenmesser

Wander

buben·messer

Bubenmesser Bubenmesser vnd vnzüchtige Frawenpürtzel blecken gerne. – Theatr. Diabolorum, 223 b .

Bügelmêsser

Adelung

buegel·messer

Das Bügelmêsser , des -s, plur. ut nom. sing. der Nahme eines gewissen Bügeleisens bey den Peruckenmachern, welches die Gestalt eines stumpf…

Bändermesser

Idiotikon

Bändermesser Band 4, Spalte 462 Bändermesser 4,462

Bölle(n)messer

Idiotikon

Bölle(n)messer Band 4, Spalte 462 Bölle(n)messer 4,462

Bīmesser

Idiotikon

Bīmesser Band 4, Spalte 462 Bīmesser 4,462

Ableitungen von messer (1 von 1)

Vermesser

Campe

Der Vermesser , — s, Mz . gl. einer, der etwas vermißt, sowol der etwas ausmißt, als auch, nach dem Maße vertheilet oder zutheilet.