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Maulschelle

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Maulschelle

Maulschelle

1Schelle f. ‘Glöckchen, Klingel’, ahd. skella (11. Jh.), mhd. mnd. schelle, mnl. scelle, nl. schel (germ. *skellō f.) steht als Verbalsubstantiv zu dem im 17. Jh. untergegangenen starken Verb ahd. skellan ‘tönen, lärmen, schallen, klingen’ (um 1000; vgl. irskellan ‘ertönen, erklingen’, 9. Jh.), mhd. mnd. frühnhd. schellen, mnl. scellen, anord. skjalla (germ. *skellan). Daneben begegnet ein (im Nhd. ebenfalls untergegangenes) Kausativum ahd. skellen (um 1000), mhd. frühnhd. schellen ‘erklingen lassen’, aengl. scillan, anord. skella (germ. *skaljan). Das starke und das schwache Verb sind im Dt. jedoch bewahrt in der Präfixbildung zerschellen (s. d.). Nächstverwandt ist Schall (s. d.). Außergerm. läßt sich vielleicht russ. (mundartlich) skólit’ (сколить) ‘winseln, heulen’ (von Hund und Wolf) heranziehen. Es handelt sich offensichtlich um schallnachahmende Bildungen, die an ie. *skel- (wozu auch schelten, s. d.), eine mit s- anlautende Variante der Wurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. hell), angeschlossen werden können. – Schellenkappe f. ‘mit Glöckchen besetzte Narrenkappe’ (18. Jh.). Schellenbaum m. auf die Janitscharenmusik zurückgehendes Musikinstrument, dessen Querstangen mit Schellen (Glöckchen) bestückt sind (19. Jh.), heute Repräsentationszeichen der Militärmusik. schellen Vb. ‘klingeln, läuten’, Neubildung (17. Jh.) zum Substantiv (s. oben). 2Schelle f. ‘Schlag ins Gesicht, Ohrfeige’ (18. Jh.), gekürzt aus älterem gleichbed. Maulschelle f. (16. Jh.), eigentlich ‘schallender Schlag aufs Maul’, gebildet zu frühnhd. schellen ‘schallen, klingen’ (s. oben).
1605 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Maulschèlle

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Maulschèlle , plur. die -n, im gemeinen Leben, eine Schelle, d. i. ein Schlag mit der flachen Hand auf das Maul oder…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Maulschelle

    Goethe-Wörterbuch

    Maulschelle Ohrfeige [ beim Zählspiel ] Ich selbst kriegte zwey M-n AA28,5 Werth I 44,229,27 Cell IV 7 Syn Backenstreich…

  3. modern
    Dialekt
    Maulschellef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Maul-schelle f. : 'Ohrfeige'; eem e Maulschell gewwe [ PS-Geisbg GH-Max'au ]; a. 1712: Maulschelle [LU-Assh (alte Akten)…

  4. Sprichwörter
    Maulschelle

    Wander (Sprichwörter)

    Maulschelle 1. Auf eine Maulschelle gehört ein Dolch. – Eiselein, 455; Eisenhart, 471; Pistor., I, 61; Simrock, 6901; Kö…

  5. Spezial
    Maulschelle

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Maul|schel|le f. (-,-n) stlaf (-s) m. , strisciun (-s) m. , toc dales orëdles ia m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit maulschelle

2 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von maulschelle

maulschellen + -e

maulschelle leitet sich vom Lemma maulschellen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von maulschelle 2 Komponenten

maul+schelle

maulschelle setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

maulschelle‑ als Erstglied (1 von 1)

maulschelle als Zweitglied (1 von 1)

Bauernmaulschelle

Wander

bauern·maulschelle

Bauernmaulschelle Einem eine Bauernmaulschell geben, dass er sich eine Weile besinnen muss, ob er Mägdgen oder Bubgen sei. – Schuppius, Trak…