Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
MÂSE swf. swm.
1. die narbe, das wundmal. cicatrix mase sumerl. 25,51. man sihet die mâsen sîner wunden Griesh. pred. 1,153. die von dem phlaster genâsen die überhuop eʒ mâsen, sô daʒ man die lîch eben sach als dâ nie wunde geschach Er. 5144. ein mâsen dier enpfienget dô durch den bâbest Lêô, die lât mich ob der nasen sehen W. Wh. 92,1. waʒ hilfet aller arztlist, sît diu wunde sô tief und verborgen ist?... ein rîcher hêrre mir enbôt, er wolt mir buoʒen mîne nôt und âne mâsen machen heil leseb. 274, 5. fg. wir enpfiengen alle mâsen (von einem slangen) das. 697,15. so sal her wîsen die wunden oder die mâsen ob sie heil sîn Ssp. I, 63,1. in L. vgl. das. 1,68,3. mit wunden unde mit mâsen Konr. troj. bl. 211. bei Scherz 1010. darnach schlug der teufel den bischof Forsenn als pitterlich, das er die masen trug bis an sein ende bei Scherz ebenda. sîn wunden die sint heil ân mâsen und ân meil Geo. 4136. — nu het ouch vil der mâsen diu veste Oransche enphangen mit würfen von den mangen und von den drîbocken W. Wh. 222,14., wie man jetzt sagt, eine festung pockennarbig schiessen.
2. der fleck, meist in übertragenem sinne, wie schon in den folgenden beiden stellen, obwohl aus ihnen auch der gebrauch des wortes im eigentlichen sinne hervorgeht (vgl. pfütz und môsz narrensch. 21, ß. auch Frisch 1,647b). dir hât ein niuweʒ reineʒ kleit got dîn schephære angeleit, daʒ soltu behüeten wol, wan eʒ niht mâsen haben sol Barl. 175,25. daʒ er der sêle gewant, den lîp, behalte reine von sündelichem meine, daʒ sîne brûtlouflîchen kleit, diu sûber wâren angeleit, iender mâsen solden hân das. 298,11. ir kûschlîche tugende bleib genzlich âne mâsen Pass. K. 669,69. die gewunnen reiniu herzen sunder mâsen Ulr. 495. wârheit âne mâsen Diut. 2,164. ein visch genant ist cête, der sunder alle mâsen in sich verslant Jonâsen g. sm. 1617., vgl. W. Grimms anm. zu dieser stelle. Maria ist wandels vrî und mâsen blôʒ MS. 2,121. a.