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Marten

mnd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
Anchors
9 in 6 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Marten

Bd. 4, Sp. 1125
Wossidia Marten Martin m. 1. der männliche PN.; lang Marten Name des Mittelfingers Nd. Kbl. 10,4; Marten, Matten Name des Hasen Schill. Kr. 3, 1a; Wo. V. 2, 1860; die Kinder rufen dem fliehenden Hasen nach: Martin, täuw 'n bäten, sast 'n Breif mitnähmen 1109 a; auch appellativ: en lütten Matten Zier. Plaugf. 64; Martin nennt die Gans den Gänserich Wo. V. 2, 562 c. Zss.: Mus'-, Prachermarten. 2. der Kalenderheilige Martin; sein Tag, der 11. November, gewöhnlich mit Martini bezeichnet, war ein wichtiger Termin des Wirtschaftslebens: an ihm ging die Sommerarbeit auf dem Felde zu Ende und begann die Arbeit auf dem Hof und im Hause; der Acker war bestellt und die Ackergeräte wurden ins Trokkene gebracht; das Vieh wurde upstallt; der 11. November war Dienstwechsel des Schäfers (s. Deinst, Bd. 2, 293); in der Scheune begann der Flegeldrusch: Martin treckt de Hœker in de Schün, Marejen wedder rut StaStargard@GalenbeckGal; im Freien das Braken des Flachses; im Hause mußten die Mägde spinnen und die Knechte Kipen tünen SchöSchönberg@MalzowMalz oder die Arbeitsgeräte ausbessern; zu Martini war das Ende der Schiffahrt: 'Unse Olden bünden up Sünt Marten ere Schep an de Palen, So wüßten se up Ostern se wedder to halen' Mantz. Sel. 2, 40; war der erste Zahltermin des Jahres, die andern lagen zu Weihnachten und zu Ostern Bär. Ges. 3, 1, 10; die Kornpacht und der Grundzins sowie die Kirchenlasten waren zu entrichten; ihr Geldwert wurde nach dem Roggenpreis des Martenstages festgesetzt Schö; die Stoppelgänse mußten an die Gutsherrschaft abgeliefert werden Sta; an die Pfarrei war eine fette Gans zu liefern Ha; überall war großes Gänseschlachten zum eigenen Verbrauch sowie zum Verkauf; denn die Martensgaus galt als schmackhaftester Gänsebraten; die Kinder zogen, das Martensleid singend und Gaben heischend, von Hof zu Hof und von Haus zu Haus; aus LuLudwigslust@GrabowGrab wird bei Bartsch 2, 221 vom Singen der Kurrendeschüler berichtet; der Name Appelmarten und die Erwähnung von Äpfeln und Nüssen im Beleg bei Grab. Lohgerb. 73 (zit. u. Martensdag) zeugen gleichfalls von den Spenden an die umziehenden Sänger; in Schw erhielten die Smaltauers Martini fürs Einfangen und Lähmen der Schwäne zusammen 3 Faden Holz und jeder den Geldwert von 6 Scheffel Roggen; in WaWaren@MalchowMalch am Martinstage wir grot Daukmakerball, zu dem die Meister die Gesellen einluden. Einen Umzug der Kinder mit der Laterne hat es nicht gegeben; dieser fiel bereits in den August und September; s. Latern. Im übrigen vgl. die Zss. mit Martens-. Sprachliche Belege: von Martini bet Fasselabend is dat fett Vierteljohr SchöSchönberg@RatzeburgRatz; de fett Gaus'braden üm Mattini ut Bri. 5, 69; So in de iersten Daogen nao Martin (im Reim auf in) Hey. Kam. 2; bet Martinich (1907) WaWaren@MarihnMar; Wetterregeln: Martini klor Ward dei Rogg' gaut swor Wa; Sünd Sankt Andreis un Sankt Martin natt, Is dei Winter för dei Katt Gü Güstrow@WarnowWarn; Wenn Martini wascht, denn drög't Andreas; wenn Martini drög't, denn wascht Andreas StaStargard@NeustrelitzNStrel; ein junger Kinderreim lautet: Sank Matten, Sank Matten, krup ut den Busch, Dor sitten twee Duben up dinen Hus' Wi. Die Wortform Marteinen s. u. Martensschün. Zss.: Appel-, Nœtmarten. FN.: Martens (heu) bruch, -horst, -kamp, -krog, -soll. — Dä. 300b; Da. 132b; Kü. 2, 365; 363; Me. 3, 597.
3224 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    MartenN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Marten , N. Vw.: s. Merten

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Marten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Marten , Dorf im preuß. Regbez. Arnsberg, Landkreis Dortmund, an der Staatsbahnlinie Ruhrort-Herne-Dortmund, hat Steinko…

  3. modern
    Dialekt
    Marten

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Marten [martən Nj. u. s.; marte Hw. ; màrdi Ri. ; míərtən Si. ] männl. Vorname Martin. Spruch: Mateis un Marten — wen k…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit marten

21 Bildungen · 20 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von marten 2 Komponenten

mar+ten

marten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

marten‑ als Erstglied (20 von 20)

Martenblaum

MeckWB

marten·blaum

Martenblaum f. Gänseblümchen, bellis perennis Ha Bes ; auch Matgenblaum Lu GLaasch ; zu Marnblaum ( s. Marlblaum ).

Martenbund

MeckWB

marten·bund

Martenbund n. in dem alten Spruch SüntMattenbund Höllt dei Kauh ut dei Grund Ro Dierh deutet auf die Erntevorräte in der Scheune.

Martensdag

MeckWB

martens·dag

Martensdag Martinidag m. der Tag des Hl. Martin, der 11. November: 'anno 1599 up Sunte Martens dach hefft Clawes Bolte 1 tunne beer dem ampt…

Martensen

Meyers

marten·sen

Martensen , Hans Lassen , namhafter dän. Theolog, geb. 19. Aug. 1808 in Flensburg, gest. 4. Febr. 1884 in Kopenhagen, wirkte als Professor d…

Martensfarken

MeckWB

martens·farken

Martensfarken n. zu Martini geworfene Ferkel: 'Also sollen sie auch die Behren von den Zuchtsögen allewege uf Jacobi absundern und nicht ehr…

Martens, F. K

DWBQVZ

Martens, F. K. s. Röhling, Joh. Christoph.

Martensgaus

MeckWB

martens·gaus

Martensgaus f. Martinsgans; wurde früher am 11. November gegessen Bartsch 2, 221; Schill. Kr. 3, 12 a .

Martensgill'

MeckWB

martens·gill

Martensgill' f. Martinsgilde; eine nach St. Martin benannte Gilde bestand 1516 in Gü Jb. 57, 235 und seit 1497 in Gü Bütz Arch. Landesk. 185…

Martenshüürn

MeckWB

Martenshüürn n. Pl. Backwerk, welches am Sterbetage des Hl. Martin, dem 11. November, gebacken und gegessen wurde, zur Erinnerung an die Ver…

Martensleid

MeckWB

martens·leid

Martensleid n. Martinslied; Lied der Gaben sammelnden Kinder Bartsch 2, 221.

Martensmaand

MeckWB

Martensmaand m. November: Martinsmaand H. Schröd. Buerh. 1, 1; Martinimaand Gü Eick h.

Martensmann

MeckWB

martens·mann

Martensmann m. ein Lübecker Ratsdiener, der am Martinsabend, dem 10. November, in Begleitung zweier Zeugen ein Faß Rheinweinmost dem herzogl…

Martensmark

MeckWB

martens·mark

Martensmark -markt, Martini- n. , m. : Martinimarkt, Herbstmarkt Anfang November Pa; Ha Witt ; Lu; Goss. Was mein 87.

Martensschün

MeckWB

martens·schuen

Martensschün f. die zum Martinstage gefüllte Scheune; auf den Reichtum aus Ernte und Viehhaltung, aus dem am Martinstage reichlich gespendet…

martensstōven

KöblerMnd

martensstōven , M. Vw.: s. mertenesstōven*

Ableitungen von marten (1 von 1)

Martène

Meyers

Martène (spr. -tǟn'), Edmond , gelehrter Benediktiner, geb. 22. Dez. 1654 in St. – Jean-de-Lone bei Dijon, gest. 20. Juni 1739 im Kloster St…