Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
mâle swv.
1. ich male. ein hûs gemâlet gar von golde Iw. 51. des kunst, des wîslîcher rât den umbehanc gemâlet hât leseb. 603,35. nu wil ich gelîchen din hûs eines keisers palase wol, daʒ schône gemâlet wesen sol mit maniger varwe underscheit, mit golde sol iʒ sîn irleit vateruns. 1168. den man noch mâlet für daʒ lamp in der gestalt eines lammes und ouchʒ kriuʒe in sîne klân den erbarme daʒ dâ wart getân Parz. 105,22. der linden gestüele daʒ was von bluomen und von grase der baʒ gemâlete wase den ie linde gewan Trist. 17184. etwenne bûwet er klœster unde münster und vil anders unde mâlet vil gezierde oder gît grôʒe gâbe vriunden unde dürftigen myst. 313,2, wo ich Pfeiffers erklärung nicht billige. malen depingere Diefenb. gl. 92.
2. entwerfe im geiste. eʒ sint aber îteler lêre entwerfunge, daʒ im daʒ herze mâlet wie er ein prêlât sî unde wie er die undertâne wolte berihten unde nâch êren stellen myst. 312, 25. die verborgen untugende an dem menschen mâlent ir ieglîchiu ir apgot mit gedanken das. 313,8. wir sullin vassin andrin sin bî den vorgenantin drin, bogin kochrin strâlin, und da bî uns mâlin drî dinc dar ûf sich ebin ein iclich geistlich lebin stiftin mûʒ Jerosch. 19d.
3. schminke. pfî! wâ sitzest du dâ vor mînen ougen mâlerin? wiltu dich baʒ mâlen, danne dich der almehtige got hât geschaffen Bert. 20.
4. grenze ab (vgl. mâlboum, mâlstein). den pusch mit wesin waʒʒirn holzern und mit allir zugehœrunge als vorre daʒ abegemalt ist Oberl. 979. der hindert das vorgen. closter an den vorgeschrebin termen vnd enden, und ryzit die mal, da si mit gemâlet sîn, neddir mit frevelicher torst ebenda.
5. schreibe. dannoch sô mâlte er unde schreip Conr. Al. 764 wo von wirklichem malen nicht die rede ist. hieʒ dâ ze mâle zeime memoriâle sînen namen mâlen dâ weltchr. d. Rud. v. Ems, bei W. Grimm, über deutsche runen s. 78, anm.