mästen,
verb. mast oder feiszt machen; ahd. mastan, mestan (
alendum mastenti, mastendan Steinmeyer - Sievers
gloss. 1, 22, 36),
ags. mästan,
mhd. mnd. mnl. mesten. 11)
mit acc., in bezug auf schlachtthiere: saginare mesten, meisten, misten Dief. 507
b; mesten,
incrassare, impinguare, obesare, impinguescere. voc. inc. theut. n 6
a; mesten, feisztmachen, in die mestung legen,
saginare, farcire, huberare, opimare, pinguefacere, obesare, saginare. Maaler 289
b; die seüw einlegen zuo mesten, die seüw mesten,
cibatu longiore sustentare sues. ebenda; sein haus was an einem wasser, da man die seuw in wescht, wann man sy mesten will. Pauli
schimpf 24; hätten ... gute schöpse gemästet. Schweinichen 1, 363; schweine mesten,
porcos, sues saginare Stieler 1274; die vögel mit eingeweichtem brote mästen,
aves madefacto pane obesare. Steinbach 2, 30; sie mästet die gänse,
anseres pingues facit. ebenda; eine henne mästen,
gallinam opimam reddere. ebenda; die kühe werden wie die ochsen gemästet.
öcon. lex. 1536; man mästet sie (
die gänse)
auch mit schrote von allerhand geringen getraide. 1538; man mestet swîn mit klîen und eicheln.
Renner 5883; der wirt mest hner, gens damit. Wickram
bilg. P 3,
bl. 56; die gänse mästet man (
im november), besteigt das dach, man drischet. Brockes 2, 538; viel fette schweine mästest du, und giebst den hühnern futter. Schiller
hist.-krit. ausg. 11, 215; mit schrot gemästet wird das schwein, und als der winter dränget, geschlachtet. Voss 6, 147;
im part. gemästet: eʒ ist auch gesetz, das elleu gemesten swein, di in der stat gemest werden, in der stat bleiben sullen.
Nürnberger pol.-ordn. 201; eine gemästete gans,
anser fartilis Steinbach 2, 30; geh an den mark und kauf uns ein drei capaunen, gemest und feist. H. Sachs
fastn. sp. 2, 46, 251; viele gemästete schaf und viel schwerwandelndes hornvieh zogen sie ab am gerüst und bestellten sie.
Ilias 23, 164; die um sie selbst so viele gemästete rinder und schafe schlachteten.
Odyss. 23, 304;
mit unterdrücktem object: mestall (
mäststall), das ort da man mestet,
saginarium Maaler 289
b; mästet man mit rüben, möhren und andern dergleichen gewächsen .. (
so) sollen dieselben mit abwaschen und sonsten zuvor gereiniget werden.
öcon. lex. 1534. 22) mästen,
fett machen, auch in bezug auf menschen: seine gebeine werden gemest mit mark.
Hiob 21, 24; (
ein pfaffe) sol ûf eime kôre wol singen hôhe wîse und mit rîlîcher spîse vil schône mesten sînen lîp. K. v. Würzburg
troj. krieg 19149;
und hier gern seinen bauch mästen: den bauch mesten und fülln. Kirchhof
wendunm. 452
a; ich habe niemals danach gefragt: von welchem schnepfen und fasanen, capaunen und welschenhahnen ich mein bäuchelchen gemästet. Göthe 47, 77;
vgl. auch unter anmästen
oben th. 1, 405;
ironisch: einen auf schwäbisch mästen,
ihm magere kost geben: er (
der hauswirt) zehrte mit seinen kostgängern und seine kostgänger nicht mit ihm, und er hätte sich und sein hausgesind mit demjenigen, was sie ihm eintrugen, gar reichlich ernehren können, wann es der schindhund nur dazu hätte angewendet; aber er mästete uns auf schwäbisch und hielt gewaltig zurück.
Simpl. 1, 348
Kurz. 33)
gern reflexiv, sich mästen: swer sich welle mesten, der sol kêren zem gesinde, guotiu vuore macht si veiʒ.
minnes. 2, 287
b Hagen; darumb das jnen der bapst kein sold gibt, lesset sie sich mit geschenken selbs mesten. Luther 1, 299
a; wolt auch wol, das man der hohen groszen klöster ... nicht alle zurisse, sondern zu schulen machte, wo es not were, das hülfe dem armen adel seer, und wurden nützliche leute draus, da jtzt eitel beuche und wenste, wie die ratten und meuse in den scheunen, sich mesten. 8, 10
a; das jr euch mestet von dem besten aller speisopfer meines volks Israel.
1 Sam. 2, 29; sich mit guten biszlein mesten,
cupediis farciri. Stieler 1273; da mästen sich wieder die mönche, und wer bekümmert sich darum, dasz das volk hungert? Seume
spazierg. 2, 79; mein bruder mästet sich mit ehelicher liebe, und ist schon am zweiten duzend kinder. Sturz 1, 27; sie mögen sich, nebst tausend gästen, mit schnepfendreck und austern mästen. Gleim 1, 113; auch mästet man sich eben nicht (
als dichter) von Mäcenaten-gnade. Bürger 40
a; sie brachten, sich zu mästen, und gutlich sich zu thun, ihr faules leben hin. Gotter 1, 369; die sich vom raube der vertriebnen bürger mästen. Schiller
Piccol. 1, 2;
von thieren: ein gefräsziges schwein mästete sich unter einer hohen eiche mit der herabgefallenen frucht. Lessing 1, 136; ein unflätiges ungeheuer (
die natur), das von seinem eigenen koth, viele tausendmal aufgewärmt, sich mästet. Schiller
hist.-krit. ausg. 2, 349; ich weiʒ wol, daʒ sich an im werdent mesten kleiniu würmelî
n. minnes. 2, 250
b Hagen; von allen thieren, grosz und klein, die sich bei göttern mästen, behagt Silenus eselein noch meinem sinn am besten. Bürger 28
a. 44) mästen,
in bildern: tôren mestet lop und smeichen.
Renner 5885; diese wolgemeste grobe dicke gespückte lü
gen. Kirchhof
wendunm. 357
a; ich mäste eure schande, und füttere euer gericht. Schiller
hist.-krit. ausg. 2, 291 (
räuber trauerspiel 4, 8); einen dürren wetzstein mästen, osten setzen zu dem westen, .. wer sich desz wil unterstehen, musz mit schimpf zurücke gehen. Logau 1, 7, 52; er kan die tittel mästen, trägt stets den fetsten auf, zeucht stets herfür den besten. 3, 215. 55) mästen,
mit sächlichem subject, wie nähren, von dem futter, was feiszt macht: mastspeisz, die wol mestet,
sagina Maaler 284
c; das wol neert und mestet,
altilis 289
b; rothe rüben mit dem kraute mästen auch wohl.
öcon. lex. 1535;
transitiv: ich lebe hier fast königlich (
spricht der mops), mich mästen lauter leckerbissen. Hagedorn 2, 28.