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Lärmen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
13 in 10 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Lärmen

Bd. 2, Sp. 1795
Lärmen 1. Das lärmt wie die schweidnitzer Büchse. (Schles.) Bezieht sich wahrscheinlich auf das uralte Geschütz der Stadt Schweidnitz, welches, wie die Chroniken berichten, 1488 mit 43 Pferden nach Glogau gebracht, auch zuweilen nach Fürstenstein geholt wurde und dessen Knall ganz Schweidnitz erschütterte; denn es fasste gewöhnlich eine über drei Centner schwere Kugel. (Fülleborn, Bresl. Erzähler, 1800, 276.) 2. Er lärmt wie die Frösche im Winter. Ironisch wenn jemand sehr stumm und still gemacht worden ist. 3. Er lärmt wie ein Dieb im Pferdestall. Der eben gar nicht lärmt, um sich nicht zu verrathen. 4. Er lärmt wie zehn Fratschelmänner. Von Personen, die viel Geschrei, im eigentlichen wie uneigentlichen Sinne machten, hatten die alten Griechen auch die Redensart: Er lärmt, als hätte er seine Kehle eine Meile weit offen. Wenn jemand nicht gewöhnlich, ungezwungen, natürlich redete, sondern mit ganz offener Kehle, eine ungewöhnliche starke Stimme machte. Uneigentlich sagte man: Er lärmt wie Antipater mit der Feder. Von dem Streite des Antipater mit Karneades, worin der erstere viel und heftig gegen den letztern schrieb und sich in Schmähungen gegen denselben ergoss, weshalb er den gemeinen Beinamen »der Federschreier« erhielt, weil er nicht mit der Zunge, sondern mit der Feder Lärm machte. Von erfolglosem Geschrei sagte man: Er lärmt wie die Meereswellen, die den Fels beständig schlagen, der aber nie weicht. 5. Lärmen, dass die Thürpfosten (dass Pfosten und Säulen) brechen. Die Franzosen sagen, um einen grossen Lärm zu bezeichnen: Faire le diable à quatre. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts waren die Vorstellungen auf dem Théâtre française gewöhnlich Mysterien, Possen und besonders Teufeleien. Man unterschied grosse und kleine. Die kleinen wurden nur von zwei Teufeln ausgeführt, während die grossen von vieren dargestellt wurden. Da nun nach der Zahl der Teufel der Spektakel kleiner oder grösser war, so brauchte man die obige Redensart, um einen grossen Lärm zu bezeichnen.
2005 Zeichen · 27 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Lärmen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Lärmen , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, einen Lärm machen, verursachen, in der ersten Bedeutung des Hauptwo…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lärmen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Lärmen s Lärm Martina Eicheldinger M.E.

  3. modern
    Dialekt
    Lärmen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Lärme n [Lármə Mü. ; Larmə U.; Lærmə Str. W. ] m. Lärm. L. schlauje n Spektakel machen, sich gegen etw. auflehnen Z. ‘le…

  4. Sprichwörter
    Lärmen

    Wander (Sprichwörter)

    Lärmen 1. Das lärmt wie die schweidnitzer Büchse. ( Schles. ) Bezieht sich wahrscheinlich auf das uralte Geschütz der St…

  5. Spezial
    lärmen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    lär|men vb.intr. fá da vera, fá da crabal, fá sciosciüre, drumblé (-ëia), fracassé (-ssëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laermen

5 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von laermen 2 Komponenten

laer+men

laermen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

laermen‑ als Erstglied (4 von 4)

lärmenblasen

DWB

laermen·blasen

lärmenblasen , n. das zeichen, welches der trompeter der cavallerie gibt, wenn solche sich eiligst auf dem lärmplatze versammeln soll. Jacob…

lärmenschlagen

DWB

laermen·schlagen

lärmenschlagen , n. zeichen des tambours zum sammeln der soldaten auf dem lärmplatze. ebenda; in der form lärmschlagen, bildlich: leute ... …

Lärmenstange

PfWB

laermen·stange

Lärmen-stange f. : ' überaus große weibliche Person ', Lärmestang [ PS-Trulb ]; vgl. DWb. VI 207 Lärmstange.

Ableitungen von laermen (1 von 1)

verlärmen

DWB

verlärmen , verb. lärmend zubringen: den ganzen abend verlärmen. Heinsius 4, 1, 1313 .