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kötze

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kötze f.

Bd. 11, Sp. 1903
kötze, f. korb, rückenkorb u. a. II. Bedeutung und gebrauch. I@11) korb: citella, sporta, kötze Dief. 127c 15. jh. (rhein.). I@1@aa) hauptsächlich tragkorb, rückenkorb mit armbändern (Schm. 2, 347, Vilmar 221), corbis dorsuaria Stieler 1020: dein kötzen ist da worden leer. Ayrer fastn. 108b, vorher korb genannt (mit birnen); nam ihn (den mantel) in ein fränkische kötzen und truge ihn für das statthor. Kirchhof wendunm. (1602) 1, 511, eine kötze in bestimmter, fränk. form; bei diesem steine ruhte frau Hulda jedesmal aus, wenn sie ermüdeten mädchen, welche zu schwer mit gras, streu oder holz belastet waren, die kötze abgenommen und getragen hatte. Wolfs zeitschr. f. myth. 1, 24, unterfränk.; sah aus wie ein .. bettler und trug eine kötze auf dem rücken, als wollte er milde gaben darin sammeln. kinderm. no. 46, hessisch. I@1@bb) aber auch als doppelkorb den ein esel trägt, s. fastn. sp. 731, 21. 346, 1 (obscön angewandt). I@1@cc) auch für vogelkorb, bei Dasyp. s. v. avis: aviarium, ein vogelkrätze oder kötze, ein ort da man vogel ziehet oder neret. 16b. als fischkorb s. II, 1, a. I@1@dd) es gilt heutzutage, meist mit nebenform kütze (s. II, 1), in Franken, z. b. graskötz, tragkötz, mistkötz, hüenerkötz Schm. 2, 347, von da wesentlich das Main- und Rheinland abwärts, am Mittelrhein, in Nassau, Niederhessen (Vilmar 221, mit beschreibung der verschiedenen form des korbes), auf dem Westerwalde Schmidt 95, der es auch als pfälz. angibt; auch ins nrh. greifend bei Fromm. 5, 278b. 281, in Waldeck Curtze 478b (s. auch II, 1, a), anderseits südl. ins schwäbische (Schmidt a. a. o., vergl. übrigens II, 1, c). auch nordfränk., im henneb. Reinw. 1, 86. 2, 74, in der Ruhl Regel 151; nördl. aber selbst ins nd. gebiet greifend, götting. kœze, selbst kœte Schambach 110b, vgl. II, 2. I@22) westerw. auch dicker bauch: sie hat eine kötze. Schmidt 95, eig. wol als futterkorb, freszkorb gedacht. so schon kötz bauch bei H. Folz, in der anrede an einen trinker: wann du dein kötz seufest so vol. Kellers fastnachtsp. 1211. ebenso nordböhm. kober (s. d. 1, b) bauch, eig. korb, und osnabr. kype korb (s. kiepe) auch für bauch, z. b. he heft syne kype vull, s. Strodtm. 103. I@33) andres flechtwerk: sind mit binzen und kötzen, ausz einem gemösz gemacht, bekleidet. Frank weltb. 1567 197b. I@44) merkwürdig für wiege bei Kirsch cornuc. 1, 572a: incunabula, kindswiegen, kötze, doch wol eigentlich korbwiege. I@55) fraglich scheint bei Stieler 1020 kötze als schrank; da er als andere aussprache dafür köde angibt (d. i. köte, s. d.), auch als korb, so liegt da wol eine vermengung vor. IIII. Formen und verwandtschaft. II@11) die formen zeigen ziemliche manigfaltigkeit. II@1@aa) kütze wird als neben kötze geltend angegeben nass., fränk., henneb., hier als 'feiner' von Reinwald 1, 86. und wie dieser es auch aus Koblenz gibt, so ist es dort überrh. älter bezeugt: und wannie (für mhd. swanne) er einen weiszen fisch fanget, sol er ihme in den mund speien und die kütz bieten (hinhalten). felt er in die kütz, so ist er des gehofeners, felt er ausz, so ist er wiederumb des herren. weisth. 2, 528, ein fischkorb. trotzdem wird kötze bei seiner verbreitung auch echt sein. II@1@bb) der vocal wird theils kurz theils lang angegeben, beides zugleich vom Westerwalde, aus Nassau, kötz und köz, kütz und küz (d. i. eig. küze u. s. w.) Kehrein 1, 241, nur lang hess., waldeck., götting., auch pfälz. 'keeze' Reinwald 1, 87 (vgl. c). ebenso schwanken kitze und kieze gleicher bed. (sp. 700). doch wird überall die kurze form die ursprüngliche sein. vergl. die doppelform kitze und kieze katze sp. 870. II@1@cc) als nordschwäb. wird übrigens kätze angegeben, so aus Schw. Hall von Reinwald 2, 74, und ebendaher ein älteres zeugnis, 'ketz tragkorb' bei Schmid 311, dessen e gleich ä sein wird: ein trunkener redt heraus wie eine ketz die keinen boden hat. Seybold lustgarten (1677); auch das pfälz. kêze unter b könnte daher gehören. so stellt sich aber in kitze, kütze, kätze völlige ablautung dar. und noch anders im vocal schwäb. käuze (kaize) f. bäckerkorb der auf dem rücken getragen wird Schmid 304. II@22) für das alter des wortes ist die frage wichtig, ob es sich auch im nd. bereiche findet. das gött. köte unter I, 1, d, zudem als selten bezeichnet, ist als beweis nicht ausreichend, da es der hd. form entstammen kann; merkwürdig wäre daran die rückverschiebung des z zu t, die doch wirklich vorkommt (s. u. kerze). sonst find ich nur ein engl. wort das zu kitze stimmt: kit korb von stroh oder binsen für häringe oder sprotten, doch auch korb überhaupt Halliwell 496a. II@33) hohes alter wird ihm aber wol durch folgende merkwürdige gleichungen verbürgt. II@3@aa) für wiege findet sich ein englisches cott (auch kleines bett) Halliw. 272b, das für kötze wiege (I, 4) in frage kommen kann. die wiege heiszt aber hd. auch hotze (Frisch, Dief. 162b, nov. gl. 123b), und diesz scheint im grunde eins mit schweiz. hutte korb, hotte Frisch 1, 471a, vergl. das. hotzeln auf dem rücken tragen wie einen korb. also kötze korb, wiege : hotze wiege, korb, und beide gleich bis auf die anlautstufe. II@3@bb) wie aber korb selbst auch häuschen, hütte ist, schon ahd. (sp. 1799), so stellt sich zu jenem hutte korb überraschend hütte selbst, und ebenso zu kötze korb das md. nd. kote hütte, engl. cot. beide wortpaare gleichen sich völlig in der sache, in der form dem lautstoffe nach auch, nur die lautstufe des anlauts ist gleichmäszig abweichend. das ganze aber ist ein neuer beweis, dasz in der vorzeit hütten, häuser auch durch flechtwerk, korbwerk hergestellt wurden (s. sp. 1800 β). vergl. auch kiepe korb mit kiffe häuschen? II@3@cc) vielleicht findet auch kotze wollengewebe hier sein unterkommen. es traten dort II, 3 wörter auf mit dem begriff flechten (s. besonders kaute, kauze geflochtenes flachsbündel). das weben ist ja nichts als eine art flechten, und das älteste weben, das doch mit der hand geschehen muszte, war notwendig ein wirkliches flechten. noch jetzt tragen die Gottschewer hirten in Krain mäntel die sie sich von lindenbast machen (3. jahresber. d. vereins des krain. landesmus. 1862 s. 24), wie die Inder sich kleider aus bast flechten. für unsere vorzeit gibt eine andeutung gleicher kunst goth. snôrjô korb, flechtwerk verglichen mit hd. schnur, für die Slaven vielleicht böhm. koš korb vergl. mit košile hemde. ja man könnte kleid so zusammen bringen wollen mit nd. kloet korb (s.klauer 2), klauder weidicht. II@3@dd) einen einigungspunkt für unsere wörter und begriffe böte überraschend das finnische, da heiszt kudon zugleich stricken und weben undbauen Renvall 1, 224b (ehstn. kuddoma stricken und weben); und der finnischen anklänge sind zu viel und zu bedeutsame, als dasz man sie schlechtweg zurückweisen könnte (s. z. b. unter kanker, kitzeln 3, a, kocke haufe 2, b, kasten 8, b, kitz II, 5).
6946 Zeichen · 190 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kötzestswf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    kötze stswf. BMZ korb, rückenkorb, citella Dfg. 127 c . kötz Fasn. 1211. kütz ( acc. ) Gr.w. 2,528. — vgl. Dwb. 5,1904.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kötze

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Kötze , plur. die -n, in einigen Oberdeutschen Gegenden, z. B. der Oberpfalz, ein Korb. Die Hühnerkötze, Mistkötze, Trag…

  3. modern
    Dialekt
    Kötz(e)

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    † Kötz(e) f. Tragkorb, Rückenkorb. Christus ‘hat uns unsern mist, das ist unszer sünd usgefürt, naemlich in zweyen kötze…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit koetze

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

koetze‑ als Erstglied (6 von 6)

Kötzeler

PfWB

koet·zeler

Kötzeler m. : 1. 'anhaltender leichter Reizhusten', Ketzeleʳ (kedsələʳ , -Ä) [ KU-Bedb ]; vgl. Kötzelhusten . — Abl. zu kötzeln 1. — 2. 'Kin…

Kötzelhusten

PfWB

Kötzel-husten m. : = Kötzeler 1, Ketzelhuschde [ KU-Bedb ].

kötzelîn

Lexer

kotz·elin

kötzelîn stm. BMZ dem. zu kotze 2, als pilgerkleid Neif. 45,9.

kötzeln

PfWB

koet·zeln

kötzeln , kotzeln 2 schw. : 1. a. 'hüsteln, fortwährend leicht husten', ketz(e)le (kedsələ, kedslə) [KU-Bedb Kaulb Kreimb KB-Kriegsf KL-Hirs…

Kötzenbir

ElsWB

kotz·enbir

Kötzenbir f. ‘alle die die trübel, Kötzenbiren oder sust biren .. veil haben’ Str. 15. Jh. Brucker 256.

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APA
Cotta, M. (2026). „koetze". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/koetze/dwb?formid=K11735
MLA
Cotta, Marcel. „koetze". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/koetze/dwb?formid=K11735. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „koetze". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/koetze/dwb?formid=K11735.
BibTeX
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