Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
kämmen
kämmen
Kamm m. ‘mit Zinken versehenes Gerät zur Haarpflege’, ahd. kamb(o) ‘Kamm, Helmbusch, Kranzgesims’ (10. Jh.), mhd. kamp, asächs. kamb, mnl. cam(b), mnd. nl. kam, aengl. camb, comb, engl. comb, anord. kambr, schwed. kam (germ. *kamba-) verbinden sich als ‘gezähntes Gerät’ mit aind. jámbhaḥ ‘Zahn’, jámbhatē ‘schnappt’, griech. gómphos (γόμφος) ‘Pflock’, lit. žam̃bas ‘Balkenkante, eckiger Gegenstand’, žem̃bti ‘(zer)schneiden’, aslaw. zǫbъ ‘Zahn’, russ. zub (зуб), so daß sich ie. *g̑ombhos ‘Zahn’ erschließen läßt. Sämtliche Formen gehören zu ie. *g̑embh- (daneben vielleicht auch *g̑emph-) ‘beißen, zerbeißen’, das als Nasalierung der Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ (s. 1Kiefer m., Käfer) anzusehen ist. Vgl. die Wendung alles über einen Kamm scheren ‘unterschiedliche Dinge gleich behandeln’ (16. Jh.), eigentlich wohl grobe und feine Wolle, aber auch unterschiedliche Haartrachten mit demselben Kamm, also auf dieselbe Art, behandeln. – Vom Substantiv abgeleitet kämmen Vb. ‘mit einem Kamm glätten, ordnen’, ahd. kemben (um 1000), mhd. kemben, kemmen, asächs. kembian, aengl. cemban, engl. to comb, anord. kemba. Kammgarn n. ‘Garn aus reiner, gekämmter (gelockerter) Wolle’ (19. Jh.).