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Hüne

mnd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Hüne m.

Hüne m.

Hüne m. ‘Riese, großer, starker, breitschultriger Mann’. Nd. Hüne gelangt von der 1. Hälfte des 17. Jhs. an durch nordd. Schriftsteller (Micraelius, Bürger, Voß) in die Literatursprache und gewinnt danach an Verbreitung (Wieland). Mnd. hǖne ‘Riese’, Plur. ‘östliches, nichtchristliches Volk, Hunnen, Ungarn’, beruht wie ahd. hūn, mhd. hiune, (md.) hūne ‘Angehöriger eines östlichen Volkes, Hunne, Ungar’, auch (13. Jh.) ‘Riese’, frühnhd. heune (15. Jh.), asächs. hūn, spätlat. (Plur.) Hūn(n)ī, griech. (Plur.) Ū́nnoi, Chū́noi (Οὔννοι, Χοῦνοι) auf dem einheimischen Namen des innerasiatischen nomadisierenden Turkvolkes, das nach der Zerschlagung des ostgotischen Reiches (375) in der Theißebene ein Großreich bildet. – Hünengrab n. volkstümliche Bezeichnung für ‘Großsteingrab’ (16. Jh.), zuvor in obd. Orts- bzw. Flurnamen wie ze Hiunengrebern, an Hiunengreber weg (14./15. Jh.). hünenhaft Adj. ‘groß und von breiter, kräftiger Statur’ (19. Jh.).
947 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hü̑nem.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    hü̑ne , m. , Hüne, Riese, „gigas”. Subst. de Hü̑nen, pl. , östliche nicht christliche Völker, Hunnen, Ungarn. —

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    HüneDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    △ Der Hüne , des — n, Mz. die — n , ein Riese, ein ungewöhnlich großer und starker Mensch. Sein Lanzenwurf traf einen Kr…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hüne

    Goethe-Wörterbuch

    Hüne riesenhafter Held aus nordischer Vorzeit, hier wohl in allegor Zshg gemeinsam mit den Helden aus dem MA als Vorfahr…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hüne

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Hüne (früher Henne , mittelhochd. hiune ), ursprünglich soviel wie Hunne (Volksname); dann soviel wie Riese, Recke aus s…

  5. modern
    Dialekt
    Hǖnem.

    Westfälisches Wb.

    Hǖne m. [verstr.] sehr große (männl. oder weibl.) Person. ’n Hüne van Kerl ( Hfd Go ). Ne Hǖne van Frau ( Isl El). ¶ Nds…

  6. Spezial
    Hüne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hü|ne m. (-n,-n) 1 ‹mitol› gigant (-nc) m. , colos (-sc) m. 2 ‹fig› (riesiger Mensch) gigant (-nc) m. , colos (-sc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit huene

44 Bildungen · 34 Erstglied · 10 Zweitglied · 0 Ableitungen

huene‑ als Erstglied (30 von 34)

hünenbett

DWB

huene·n·bett

hünenbett , n. riesenhügel, riesengrab; niederdeutsch hünebedde. Grimm mythol. 489 . Frisch 1, 448 c .

hünengestalt

DWB

huene·n·gestalt

hünengestalt , f. von einem grosz gewachsenen menschen, neuerdings beliebt: es ist eine wahre hünengestalt. vergl. hünenwuchs .

hünengrab

DWB

huene·n·grab

hünengrab , n. grab eines riesen, hünen; oberdeutsch im 14. und 15. jahrh. heiszen örtlichkeiten ze Húnengrebern, an Húnungreber weg Mone ur…

Hǖnengrāf

WWB

huene·n·graf

Hǖnen-grāf n. [verstr.] Hünengrab; Hügelgrab aus vorchristlicher Zeit ( Min Ha).

Hünengraff

MeckWB

huene·n·graff

Hünengraff n. Hünengrab Gü Tarn ; dat Hünengraff is ut oll Tiden, as de Hünen hier noch husiert hebben Sta NBrand . Dä. 196 b ; Kü. 1, 776.

hünenhaft

DWB

huene·n·haft

hünenhaft , adj. riesenhaft, riesenmäszig: ein hünenhafter wuchs.

Hünenkampf

Campe

huene·n·kampf

Der Hünenkampf , des — es, Mz. die — kämpfe , ein Kampf zwischen Hünen oder der Hünen; wie auch, ein Kampf mit einem Hünen; der Riesenkampf …

Hǖnenkirkhof

WWB

Hǖnen-kirk-hof m. altgermannische Grabstätte ( Bek Al).

Hünenkleid

Campe

huene·n·kleid

† Das Hünenkleid , des — es, Mz. die — er , im Osnabrückschen, ein Todtenkleid; auch Heunenkleid . S. Hüne .

Hǖnenknap

WWB

huene·n·knap

Hǖnen-knap m. Hügel, der sich durch seine Höhe auszeichnet oder wo vorzeitliche Gräber gefunden worden sind ( Bek Al).

Hünenkraft

Campe

huene·n·kraft

Die Hünenkraft , Mz. die — kräfte , die Kraft eines Hünen oder Riesen, eine große ungewöhnliche Kraft. Und ihr schmäliches Grab sprengt' er …

Hünenmäßig

Campe

huene·n·maessig

Hünenmäßig , adj . u. adv . einem Hünen gemäß, angemessen, einem Hünen ähnlich, riesenhaft (gigantisch ). Eine hünenmäßige Gestalt.

Hǖnenring

WWB

huene·n·ring

Hǖnen-ring m. wallförmige, vorgeschichtliche Befestigung (Lippe Oesterh ).

hünenschultrig

DWB

huene·n·schultrig

hünenschultrig , adj. und adv. : hünenschultrig, wohlgebaucht, glänzt die schneeige durchlaucht ( ein schneemann ). Voss 5, 216 .

hünenschwert

DWB

huene·n·schwert

hünenschwert , n. riesenschwert: er schwingt sein hünenschwert empor. Uhland ged. 202 .

Hünenstark

Campe

huene·n·stark

○ Hünenstark , adj . u. adv . stark wie die Hünen, wie ein Hüne, d. h. sehr stark. Kosegarten.

Hünenstein

Campe

huene·n·stein

Der Hünenstein , des — es, Mz. die — e , ein Grabstein, Leichenstein, ein Stein auf einem Hünengrabe.

Hünenstiert

MeckWB

Hünenstiert m. 'Riesenschwanz' im Hausstandsreim: Hünenstiert Heit min Pierd Gü Gülz .

Hünenvolk

Meyers

huene·n·volk

Hünenvolk , das vermeintlich riesenhafte Geschlecht, das in grauer Vorzeit unsre Gegenden bewohnte und die großen Erd- und Steinmonumente er…

hünenwuchs

DWB

huene·n·wuchs

hünenwuchs , m. : es ist altsächsischer stamm, .. breite schultern, hünenwuchs, offne züge, wucht in jeder bewegung. Freytag handschr. 1, 10…

huene als Zweitglied (10 von 10)

rêⁱperschü̂ne

MNWB

reiper·schuene

rêⁱperschü̂ne , f. : Schuppen in dem Seile oder Taue gelagert werden, in der r. twê nîe geslāgen touw (Hans. Ub. 9, 47).

têgelschü̂ne

MNWB

tegel·schuene

têgelschü̂ne ( tagel- [Geismar Chr. 150] wohl verlesen), *° -schö̂ne (Sehling 4, 177), f. ( Dat. Sg. -n ): Trockenscheune für Ziegel vor dem…

tēgetschü̂ne

MNWB

teget·schuene

tēgetschü̂ne , tênt- , ° tēgetschü̂nende (Schröder Pap. Meckl. 2, 2001), f. : Lagergebäude, Scheune in die die Zehntangaben eingebracht werd…