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huene

mnd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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9 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

hüne m.

Bd. 10, Sp. 1942
hüne, m. riese. das mhd. Hiune, dem ahd. Hûn, und mittellat. Hunnus entspricht: die Hunnen, Hünen Hunni Maaler 233a, war von dem begriff des Hunnen seit dem 13. jahrh. auch auf den eines riesen übertragen worden (vergl. Grimm mythol. 489 f.), und hielt sich in dieser bedeutung unter verschiedener dialektischer form bis ins 16. jh. hinein, mittel- und niederdeutsch als hûne, ober- und schriftdeutsch als heune (vgl. sp. 1290): gigas rese ł hune, hune ł heune Dief. 262b; gygas recke, rese, hune nov. gloss. 192a; des achten wie kleine so ein har, si bringen hunen ader resen. Liliencron volksl. 1, 223b (brandenburgisch, v. 1414). die oberdeutschen gegenden lassen um die oben angegebene zeit das wort aussterben (soweit nicht in dem ersonnenen eigennamen Hans von Hun stratiota bei Stieler 750 ein nachklang erhalten sein mag), während die niederdeutschen mit der ihren lautverhältnissen angemessenen wortform hüne einen reichen, um dieselbe angeschossenen sagenschatz bewahren, einen sagenschatz, der gleichmäszig im norddeutschen tieflande von der Weichsel bis über die Ems hinaus, so weit sächsisches und von Sachsen colonisiertes land geht, sich erstreckt, und der auch bis in mitteldeutsche gegenden, wie Hessen (Vilmar 178), hinunter reicht. als der sammelfleisz des 17 jahrh. curiositäten, darunter auch sagen jener landstriche sammelte, wurde das wort in der niederdeutschen form dem deutschen publicum wieder bekannt gemacht, nun unterschieden von Hunne, das nach der oben angegebenen mittellateinischen form sich festgesetzt hatte, obschon die gelehrten schriftsteller der zeit sich des zusammenhangs von hüne und Hunne bewust sind: es sind noch heutiges tages nachrichtungen in Hinterpommern, das Hungeren drin musten gewesen sein, dann wenn sie einen groszen und starken menschen sehen, nennen sie ihn einen hünen, wie also die Hungern zu der zeit genennet sein. Micrälius altes Pommern 2, 200. hüne wird nun von solchen schriftstellern als synonym mit riese ausdrücklich erklärt: sonsten finde ich auch nachrichten von hünen oder riesen in Vorpommern. ebenda; ein hühne oder riese. Behrens Hercynia [] curiosa 127; ist aber vor der 2. hälfte des 18. jh. in diesem sinne nicht verbreitet, zuerst, wie es scheint bei Wieland, der für seine romantischen epen ein solch seltenes wort sich nicht entgehen liesz: auf abenteur zu gehn, und wilde hünen zu bestehn. 21, 208 (Klelia und Sinibald 2, 249); bekämpft die hünen und die drachen, die um das schlosz, worin sie schmachtet, wachen. 22, 184 (Ober. 4, 20, später in riese geändert); dann von andern: sein lanzenwurf traf einen kriegesmann, den hühnen Akamas, Eüssors sohn, den rüstigsten der Thracier. Bürger 169a; vgl. auch hünenschultrig, hünenschwert, hünenwuchs.
2748 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hü̑nem.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    hü̑ne , m. , Hüne, Riese, „gigas”. Subst. de Hü̑nen, pl. , östliche nicht christliche Völker, Hunnen, Ungarn. —

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    HüneDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    △ Der Hüne , des — n, Mz. die — n , ein Riese, ein ungewöhnlich großer und starker Mensch. Sein Lanzenwurf traf einen Kr…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hüne

    Goethe-Wörterbuch

    Hüne riesenhafter Held aus nordischer Vorzeit, hier wohl in allegor Zshg gemeinsam mit den Helden aus dem MA als Vorfahr…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hüne

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Hüne (früher Henne , mittelhochd. hiune ), ursprünglich soviel wie Hunne (Volksname); dann soviel wie Riese, Recke aus s…

  5. modern
    Dialekt
    Hǖnem.

    Westfälisches Wb.

    Hǖne m. [verstr.] sehr große (männl. oder weibl.) Person. ’n Hüne van Kerl ( Kr. Herford Hfd Kr. Herford@Gohfeld Go ). N…

  6. Spezial
    Hüne

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hü|ne m. (-n,-n) 1 ‹mitol› gigant (-nc) m. , colos (-sc) m. 2 ‹fig› (riesiger Mensch) gigant (-nc) m. , colos (-sc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit huene

45 Bildungen · 34 Erstglied · 11 Zweitglied · 0 Ableitungen

huene‑ als Erstglied (30 von 34)

hünenbett

DWB

huene·n·bett

hünenbett , n. riesenhügel, riesengrab; niederdeutsch hünebedde. Grimm mythol. 489 . Frisch 1, 448 c .

hünengestalt

DWB

huene·n·gestalt

hünengestalt , f. von einem grosz gewachsenen menschen, neuerdings beliebt: es ist eine wahre hünengestalt. vergl. DWB hünenwuchs .

hünengrab

DWB

huene·n·grab

hünengrab , n. grab eines riesen, hünen; oberdeutsch im 14. und 15. jahrh. heiszen örtlichkeiten ze Húnengrebern, an Húnungreber weg Mone ur…

Hǖnengrāf

WWB

huene·n·graf

Hǖnen-grāf n. [verstr.] Hünengrab; Hügelgrab aus vorchristlicher Zeit ( Kr. Minden Min Ha).

Hünengraff

MeckWB

huene·n·graff

Wossidia Hünengraff n. Hünengrab Gü Güstrow@Tarnow Tarn ; dat Hünengraff is ut oll Tiden, as de Hünen hier noch husiert hebben Sta Stargard@…

hünenhaft

DWB

huene·n·haft

hünenhaft , adj. riesenhaft, riesenmäszig: ein hünenhafter wuchs.

Hünenkampf

Campe

huene·n·kampf

Der Hünenkampf , des — es, Mz. die — kämpfe , ein Kampf zwischen Hünen oder der Hünen; wie auch, ein Kampf mit einem Hünen; der Riesenkampf …

Hǖnenkirkhof

WWB

Hǖnen-kirk-hof m. altgermannische Grabstätte ( Kr. Beckum Bek Al).

Hünenkleid

Campe

huene·n·kleid

† Das Hünenkleid , des — es, Mz. die — er , im Osnabrückschen, ein Todtenkleid; auch Heunenkleid . S. Campe Hüne .

Hǖnenknap

WWB

huene·n·knap

Hǖnen-knap m. Hügel, der sich durch seine Höhe auszeichnet oder wo vorzeitliche Gräber gefunden worden sind ( Kr. Beckum Bek Al).

Hünenkraft

Campe

huene·n·kraft

Die Hünenkraft , Mz. die — kräfte , die Kraft eines Hünen oder Riesen, eine große ungewöhnliche Kraft. Und ihr schmäliches Grab sprengt' er …

Hünenmäßig

Campe

huene·n·maessig

Hünenmäßig , adj . u. adv . einem Hünen gemäß, angemessen, einem Hünen ähnlich, riesenhaft (gigantisch ). Eine hünenmäßige Gestalt.

Hǖnenring

WWB

huene·n·ring

Hǖnen-ring m. wallförmige, vorgeschichtliche Befestigung (Lippe WWB-Source:219:Oesterh Oesterh ).

hünenschultrig

DWB

huene·n·schultrig

hünenschultrig , adj. und adv. : hünenschultrig, wohlgebaucht, glänzt die schneeige durchlaucht ( ein schneemann ). Voss 5, 216 .

hünenschwert

DWB

huene·n·schwert

hünenschwert , n. riesenschwert: er schwingt sein hünenschwert empor. Uhland ged. 202 .

Hünenstark

Campe

huene·n·stark

○ Hünenstark , adj . u. adv . stark wie die Hünen, wie ein Hüne, d. h. sehr stark. Kosegarten.

Hünenstein

Campe

huene·n·stein

Der Hünenstein , des — es, Mz. die — e , ein Grabstein, Leichenstein, ein Stein auf einem Hünengrabe.

Hünenstiert

MeckWB

Wossidia Hünenstiert m. 'Riesenschwanz' im Hausstandsreim: Hünenstiert Heit min Pierd Gü Güstrow@Gülzow Gülz .

Hünenvolk

Meyers

huene·n·volk

Hünenvolk , das vermeintlich riesenhafte Geschlecht, das in grauer Vorzeit unsre Gegenden bewohnte und die großen Erd- und Steinmonumente er…

hünenwuchs

DWB

huene·n·wuchs

hünenwuchs , m. : es ist altsächsischer stamm, .. breite schultern, hünenwuchs, offne züge, wucht in jeder bewegung. Freytag handschr. 1, 10…

huene als Zweitglied (11 von 11)

rêⁱperschü̂ne

MNWB

reiper·schuene

rêⁱperschü̂ne , f. : Schuppen in dem Seile oder Taue gelagert werden, in der r. twê nîe geslāgen touw (Hans. Ub. 9, 47).

têgelschü̂ne

MNWB

tegel·schuene

têgelschü̂ne ( tagel- [Geismar Chr. 150] wohl verlesen), *° -schö̂ne (Sehling 4, 177), f. ( Dat. Sg. -n ): Trockenscheune für Ziegel vor dem…

tēgetschü̂ne

MNWB

teget·schuene

tēgetschü̂ne , tênt- , ° tēgetschü̂nende (Schröder Pap. Meckl. 2, 2001), f. : Lagergebäude, Scheune in die die Zehntangaben eingebracht werd…

Teindschǖne

WWB

Teind-schǖne f. Zehntscheune ( Kr. Höxter Höx Lü).