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Hudeln

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Adelung
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Hudeln

Bd. 2, Sp. 1300
Hudeln, verb. reg. act. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, und eigentlich ein hin und her Bewegen, ein Wedeln zu bedeuten scheinet. Man gebraucht es noch in folgenden figürlichen Bedeutungen. 1) Eine Sache obenhin hudeln, sie weghudeln, hinhudeln, sie in der Geschwindigkeit oben hin verrichten, ohne die gehörige Zeit und Aufmerksamkeit darauf zu wenden. Engl. to huddle, Holländ. hoetelen. Eine Sache verhudeln, sie auf solche Art verderben. Zerhudeln, bey dem Kaisersberg zerreißen. 2) Jemanden hudeln, ihm unnöthige und vergebliche Bewegung und Bemühung verursachen. Jemanden herum hudeln, ihn auf solche Art ermatten. Das Fieber hat mich recht gehudelt, hat mich sehr mitgenommen, hat mir viel zu schaffen gemacht. Diese Arbeit hat mich sehr gehudelt, hat mir viele vergebliche Mühe gemacht. Laß mich ungehudelt. Nach einer noch weitern Figur, auch foppen, vexiren, zum Besten haben. Er läßt sich nicht hudeln. Ehedem bedeutete es auch gaukeln, jemanden Gaukeleyen, Blendwerke vormachen, ihn auf solche Art betriegen; welche Bedeutung auch das Schwed. hutla und das Wendische hudlu haben. Wenn es im Isidor heißt: Druhtin suuor Dauite in uuarnissu endi ni huolida imu, der Herr hat dem David in der Wahrheit geschworen, und wird ihn nicht hintergehen: so muthmaßet Palthen, daß für huolida, hudolida geschrieben worden. Daher die Hudelung. Anm. Wie alt dieses Wort, besonders in der letzten Bedeutung sey, erhellet aus dem Hebr. und Griech. wo הטיל gaukeln, und ὁθλος Possen bedeuten. Wachter leitet es von huen, verspotten, verhöhnen, her. Allein daß der Begriff des hin und her Bewegens in diesem Worte der herrschende ist, erhellet aus dem im Oberdeutschen üblichen Neutro hudeln, welches[] Kaisersberg in einer Stelle bey dem Frisch, für schlottern, baumeln, gebraucht. Wenn einen der Schlag gerührt, ist alles weich und lodlecht, die Hut lumlet und lapet. So hudlet alles um einen den die Sünde lumlecht gemacht hat, es ist keine Dapferkeit da. Gaukeln, welches wenigstens in Einer Bedeutung mit diesem Zeitworte überein kommt, bezeichnet ursprünglich auch nichts anders, als ein hin und her Bewegen, S. dasselbe, ingleichen Wedeln.
2148 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hudelnswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    hudeln swv. schnell u. oberflächl. etw. machen Zimr. chr. 1. 510,17 ; einher h., nachlässig gehen ib. 2. 520,31. vgl. Sc…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hudelnsw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    hudeln , sw. V. Vw.: s. hudelen

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hudeln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Hudeln , verb. reg. act. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, und eigentlich ein hin und her Bewegen, ein Wedeln zu…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    hudeln

    Goethe-Wörterbuch

    hudeln 1 liederlich arbeiten, pfuschen schickt mir der Kerl ein Paar [ Eheringe für Kestner u Lotte ] so gehudelt und ge…

  5. modern
    Dialekt
    hudelnschw.

    Pfälzisches Wb.

    hudeln schw. : 1. de Backowe huddle 'den Backofen mit einem nassen Hudel 1 a von den letzten Kohlen säubern' [ Gal-Dorn…

  6. Sprichwörter
    Hudeln

    Wander (Sprichwörter)

    Hudeln 1. Hudeln (streiten) macht keine Nudeln. – Boebel, 146. 2. Er muss sich hudeln und pudeln lassen. – Eiselein, 516…

  7. Spezial
    hudeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    hu|deln vb.intr. slobré (-ra), stamberlé (-lëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hudeln

5 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von hudeln 2 Komponenten

hud+eln

hudeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

hudeln als Zweitglied (3 von 3)

schudeln

DWB

schud·eln

schudeln , verb. 1 1) sich übereilen, leichtsinnig sein, landschaftlich Fulda bei Campe, übereilt arbeiten Schmid 454 , vielleicht mit schüt…

verhudeln

DWB

ver·hudeln

verhudeln , verb. wertlos machen. zu hudeln ( th. 4, 2, 1862). eigentlich zu einem hudel d. i. fetzen, lumpen machen. die zusammensetzung gi…

vorhudeln

MNWB

vor·hudeln

+ * vorhudeln , swv. , entstellen, beschädigen (Lauremberg).

Ableitungen von hudeln (2 von 2)

verhudeln

DWB

verhudeln , verb. wertlos machen. zu hudeln ( th. 4, 2, 1862). eigentlich zu einem hudel d. i. fetzen, lumpen machen. die zusammensetzung gi…

zerhudeln

DWB

zerhudeln , verb. , wie zerhadern sowohl zerfetzen, zerreiszen wie zanken bedeutend, s. hudeln th. 4, 2, 1862; 1) meist als adj. zerhudelt z…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hudeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hudeln/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „hudeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hudeln/adelung. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hudeln". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hudeln/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_hudeln_2026,
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