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huddeln

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

huddeln

Bd. 3, Sp. 883
huddeln Verbr. Nahe, Saar, Hochw, Simm, Goar, Mosfrk, Westerw u. weiter nach N. bis Geld, Mörs, Ruhr (nicht Siegld, Selfk), je nach Geb. in verschiedener Bed.; -ud-, –o- [hūrələ Simm; -u- Wend; hurərn Ottw; hūdəln Trier, Wittl, Bitb, SPrüm, May-Hatzenport; -ød- Ahrw-Kripp; hu·l.ə Altk-OWamb Horhsn] schw.: 1. zu Huddel in allen Bed. a. in dem Spr.: Wat net hoddelt (zum Putz allerlei Lappen umhängt, flattert), dat joffert net das scheint keine Dame, gibt kein vornehmes Ansehen Aach-Stdt. Hoddele (Part. Präs.) Lüj en nette (mit Flitterkram behangene) L. bliven övverall hange erregen leicht Anstoss ebd., Monsch. — b. hausieren (Lumpenhandel treiben) Monsch-Witzerath; kaufen u. verkaufen, feilschen, vertauschend geheim Handel treiben; Heimlichkeiten hinter des andern Rücken treiben MGladb, Grevbr, Heinsb-Myhl, Kemp; auch h. on huschele; h. on kuschele (kuddele); herömh. — c. den Backofen hurele mit dem Hurellumpe (s. d.) von der Asche reinigen Simm-Laub. — d. mit den Hoddeln, den Seiten der Ostereier kippen; das Ei, das dann bricht, ist verloren Verbr. wie Huddel 2 a β. — 2. mehr übertr. a. trans. in unnütze, schädliche Bewegung versetzen, schütteln, durcheinandersch.; Stroh durchenander h. verwirren Wend-Oberk; e Kind h. das Kind auf den Armen in die Höhe schleudern oder es in der Wiege so stark schaukeln, dass es hin- u. hergeschleudert wird Saarbr-GrRosseln Völkl, Dür-Ellen; Flüssigkeiten aufwühlen Geld; intrans. ein altersschwacher Gegenstand bewegt sich im Gefüge, he hoddelt Aach-Burtschd; at (schon) wiər (weiter) h. humpeln Eup-Raeren; mer blift am h. man kommt in der Wirtschaft, im Vermögen nicht recht vorwärts trotz allen Schindens Monsch; sich op nüs (nichts) h. schlecht wirtschaften Monsch-Witzerath; dat huddelt dor bejen (beieinander) wenn in einem Hause Personen beiderlei Geschlechtes wohnen u. nicht alles sittlich einwandfrei ist Geld-Schravelen. — b. einen h. α. einen foppen, zum besten halten; se hon en at (schon) wer (wieder) wegent (wegen) seinem Mädchen gehuddelt Daun, Prüm, Wippf, MülhRh-BGladb. — β. einen quälen, drangsalieren, mit Anliegen plagen; jmd. unnötige Mühe machen; dem Untergebenen in boshaft kleinlicher Weise die Arbeit udgl. erschweren; jmd. mit Arbeit überbürden, ihn sogar misshandeln, ihn durch fortgesetzte Belästigungen u. Quälereien fast zur Verzweiflung bringen (auch Tiere quälen); nau hudel dat Könd (den Hond) nöt esu; wat hoddelste mich luter; der Schandarm leit (liegt) och allen Dag hei, fir os ze h.; de huddels och immer on mer; mer is arg gehuddelt; er is nit gere gehuddelt; ich losse meich net h.; hudel der de Kapp (Kopf) net esu; mat allerlei Gedanken gehuddelt sen mit wertlosen, unnützen u. lästigen Dingen geplagt u. hingehalten sein; loss mich ungehuddelt! ungestört Saar, Trier, Wittl, Daun, Koch, Bitb, Prüm, Malm, Schleid, Eusk, Rheinb, Dür-Ellen Frauwüllesh Froitzh, Sol. RA.: Den huddelt mech məih wie mei Geld Prüm-Ihren. — γ. sich h., sich bei einer Arbeit übermässig anstrengen, sich plagen, quälen, abmühen; sich h. un plogen missen; sich mat ebbes h. ebd. RA.: Ech ho mech gehuddelt we en Nor (Narr) Daun-Tettschd. — δ. absol. streiten, prozessen Birkf, Ottw, Saarl, Merz, Saarbg, Bitb, Prüm-Mürlenb. — c. absol. u. trans. mit unzureichenden, unzweckmässigen, zuweilen auch unerlaubten Mitteln, auch aus Unfähigkeit u. Unkenntnis, ohne bösen Willen (da unfähig) oder mit böser Absicht schlecht, pfuschend, flüchtig, oberflächlich, nicht genau (nicht wegen zu grosser Eile!), lückenhaft eine Arbeit verrichten; ohne rechten Antrieb arbeiten; nu huddelt net su on pass jet op, dat et örndlich wiərd; de hät dat su dehingehuddelt; dat ös jo ren gehuddelt; du hes eckersch es (einmal) drüvvergehuddelt, on dann wor et got; jet zesamme-, beiənen-, durchenen-, drenh. Rip; mar drop(los) h. MGladb; dat es mer näs (noch einmal) ebbes gehuddelt Merz; dat Kleid es äwer mol gehuddelt Saarbg, Allg.; die h. sech alles May-Hatzenport; hūrəle on šdrūrələ Birkf; diese Bed. ist allg. Nahe, Hunsr, Saar, Mos, Eif (Bitb, Prüm mehr verh.), Westerw, Rip, OBerg, NBerg (Sol, Elbf, Düss), Eup, MGladb, Grevbr-Hochneuk, Geilk-Beggend Birgden, Erk-Körrenz, Heinsb-Karken Roerkempen, Kemp-Born Süchteln, Kref-Fischeln Linn, Mörs-Friemersh [Ungelegenheiten auf nicht korrektem Wege ordnen Kref]. — d. absol. betrügen (leichter Art). α. im Spiele; h. gelt net; dat es gehuddelt; wannste huddels, spillste net mih met Sieg, MülhRh, Wippf, Altk, Köln, Bo, Rheinb, Ahrw, Aden, May, Koch, Goar-Langschd. — β. im Geschlechtsverkehr die Empfängnis verhüten ebd. — γ. ausserehelichen Geschlechtsverkehr üben, huren; met ener h.; die h. sech och jet tesame MGladb, Geilk, Kref, Mörs. — e. et hoddelt noch alt (schon) soa es geht so ziemlich, es hapert Elbf, Sol. — Abl.: die Huddel(er)ei (s. besonders Stichwort), dat Gehuddel(s) [da's e G. vom Deiwel eine immer sich erneuernde Belästigung Eif], der Huddeler (s. bes.), sich zerh.
4999 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    huddelntrans., intrans.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    huddeln schaudern, grauen, meist unpersönlich: mi huddelt Schw Pinn ; dor ward dei Herren huddeln un schuddeln Wi Kletz …

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Wortbildung

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Ableitungen von huddeln (2 von 2)

behuddeln

RhWB

be-huddeln: einen b., betrügen, übers Ohr hauen, bes. beim Spiel ; der behuddelt alle Welt on och noch use Herrgott Verbr. wie h. 2 d.

verhuddeln

RhWB

ver-huddeln: 1. etwas v. a. mutwillig verunstalten, verderben, unbrauchbar machen, abnutzen, in Unordnung bringen (Garn, Stroh, Haare udgl.)…