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höllisch

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

höllisch

höllisch

Hölle f. nach christlicher Auffassung ‘Stätte der Verdammnis, Ort für die nach dem Tod verdammten Seelen’, übertragen ‘Ort großer Qualen’. Ahd. hella (9. Jh.), mhd. mnd. helle, nhd. Hölle (allgemein seit 17. Jh.), asächs. hellia, mnl. helle, hille, nl. hel, aengl. hel(l), engl. hell, anord. hel, got. halja, germ. *haljō gehört als ‘das Verbergende oder Verborgene’ zu der unter hehlen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’ und bezeichnet ursprünglich den ‘unterirdischen Aufenthaltsort der Toten’ (vgl. den Namen der Todesgöttin anord. Hel), in christlicher Vorstellung den ‘Aufenthaltsort der Verdammten’. Szadrowsky in: PBB 72 (1950) 221 ff. verbindet dagegen die germ. Formen für ‘Hölle’ mit anord. hella ‘flacher Stein’, aengl. heall ‘Felsen’, got. hallus ‘Fels’ (mit nicht gesicherter Etymologie), nimmt eine Bedeutungsentwicklung von ‘Felsplatte’ zu ‘Gruftplatte, Grabplatte’, dann zu ‘Grab’ und ‘Totenreich’ an und hält den Anschluß (über ‘deckende, verbergende Steinplatte’) an die Wortgruppe von hehlen für sekundär. – höllisch Adj. ‘zur Hölle gehörig, die Hölle betreffend, schrecklich, grausam’, mhd. hellisch, hel(le)sch. Als Verstärkung, Übertreibung im Sinne von ‘sehr groß, sehr stark’, adverbial ‘sehr’ begegnet höllisch seit dem 17. Jh. Mit dieser Verwendung decken sich zahlreiche substantivische Zusammensetzungen mit Höllen- wie Höllenangst, zufrühst ‘Angst vor der Hölle’ (16. Jh.), Höllenhitze, zuerst ‘Hitze, Feuer in der Hölle’ (17. Jh.), Höllenlärm (19. Jh.), Höllentempo (20. Jh.). Höllenmaschine f. ‘getarnte Sprengladung mit Zeitzünder’ (1. Drittel 19. Jh.), nach frz. machine infernale. Höllenstein m. aus Silbernitrat bestehendes, in der Heilkunde verwendetes Ätzmittel (Mitte 18. Jh.), zuvor höllischer Stein (1712); vgl. nlat. lapis infernalis, frz. pierre infernale. Spielhölle f. abschätzige Bezeichnung eines Spielkasinos (um 1830).
1889 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Höllisch

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Höllisch , adj. et adv. in der Hölle befindlich, in derselben gegründet. Die höllischen Geister. Das höllische Feuer, in…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    höllisch

    Goethe-Wörterbuch

    höllisch mehrf Großschr; subst B46,158,18 1) ; vereinzelt ohne Flexionsendung; etwa 40 Belege gegenüber ca 400 für ‘himm…

  3. modern
    Dialekt
    höllischAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    höllisch Adj. : 1. a. 'wie in der Hölle', hellisch (heliš) [mancherorts]. Do is e h. Feier [ LU-Oggh ]; e h. Hitz [ KB-K…

  4. Spezial
    höllisch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    höl|lisch adj. 1 infernal (-ai, -a) 2 (teuflisch) diabolich (-cs, -ca) 3 ‹fig› (hämisch, wahnsinnig) mat (mac, mata) 4 (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hoellisch

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von hoellisch

hoell + -isch

hoellisch leitet sich vom Lemma hoell ab mit Suffix -isch.

hoellisch‑ als Erstglied (3 von 3)

höllischfroh

DWB

hoellisch·froh

höllischfroh , adj. : so sieht das weib, mit höllisch frohem lächeln des gatten scheiterhaufen glühn. Gotter 1, 425 .

höllischheit

DWB

hoellisch·heit

höllischheit , f. als spotttitel des papstes ( vgl. höllisch 1 am ende ): allerhellischter vater, weil es gleich viel ist, was vor, oder im,…

Ableitungen von hoellisch (1 von 1)

unhöllisch

DWB

unhöllisch , adv. F. v. Sonnenberg Donatoa 2, 40 . —