Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
hermel stN.
2 ‘Hermelinpelz’
3 formelhaft in Vergleichen wîz (blanc) als ein ~ o.ä. ‘weiß wie ein Hermelin(fell)’ o.ä.
1 ‘Hermelin (das Tier)’ nu möhst dû sprechen, ob daz härmlein auch ain maus wær? dar zuo sprich ich, daz ez ain wisel ist, und ist leiht diu wisel, die Isidorus ictide haizt BdN 153,14; iedoch pringt daz härmlein weiziu härmel ebd. 153,20; diu cleinen zegellîn / des hermelînes lûhten, / diu swarz geverwet dûhten / alsam ein schînât unde ein kol KvWTurn 599; bi dir [Maria] bezeichent ist diu wisel / diu daz hermelin gebar, / daz den slangen eitervar / ze tode an siner crefte beiz KvWGS 161; KvWLd 1,151. – als Schoßtier der Damen: Virg 138,11 (La. → 2harm unter 1); manege schœne maget / sach er bî den zîten [...]: / klein hundelîn in schôze und manec hermelîn, / die vogele in kevjen sungen WolfdD (J) 7:73,3 2 ‘Hermelinpelz’ ein samît mit hermeln underzogen ErnstD 2396; der vürste und ouch diu künegîn / kleiten sich von hermelîn / nâch küneclîchen êren Virg 1029,2; da die ermel werdent underzogen / mit hermelîn und mit bunt Ottok 25280; migale: hermli VocOpt 45.129. – zusammen mit mehreren anderen kostbaren Stoffen genannt: ich wil dir geben an dirre zit / scarlachen, pfeller, saͤmit, / bunt, haͤrmelin und gra RvEWh 3299; vêch, veder, hermelîn, / scharlach und baldekîn, / merderîn EnikWchr 15229 u.ö.; wo ist daz hermelin, zobel, vech, / des dir der teufel vil verleich? Erz III 6,175; manige vrouwe [...] mit richen cleideren gezieret / na erem live gesneden fin, / van pellen inde baldekin, / scharlachen, gruͦne inde bla, / hermelin, bunt inde gra MorantGalie 1082. – als Stoff für ein Wappenbild: van hermlī eyns lewen war / nam ich, up kelen dar gestracht Böhmenschl 58 3 formelhaft in Vergleichen wîz (blanc) als ein ~ o.ä. ‘weiß wie ein Hermelin(fell)’ o.ä.: ein strich dâ mitten [im Schild] durich wuot, / der was geworht mit guotem flîz / von gestein und von berlîn wîz, / wîz als ein hermlîn EnikFb 3063; so ist sin harnasch wiß als ein hermelin SalMor 504,5; dô brâhten im die becken / kipf und wîze flecken, / wîzer dann ein hermelîn; / ein snê der kund niht wîzer sîn EnikFb 1761; iere pfertt söllend sin / plank alsam ain hermlin GTroj 23422; ParzRapp 753,29. – als Schönheitsmerkmal, von weißer Haut und Zähnen (meist der Frauen): blanc alsam ein hermelin / waren ir diu ermelin Tannh 3,41 ähnl. RosengA 85,1; WolfdD 8:275,1; SHort 7043; ir slehtiu kel, / wîzer denn ein hermel Reinfr 2237; sô was sie als ein hermelîn / wîz und sleht Loheng 3128; dîn zend sint sam ein hermelîn, / ein snê kunt niht wîzer gesîn EnikWchr 12515. 14331; von einem Ritter: so ist sin lip wiß als ein hermelin SalMor 506,5
MWB 2 1400,22; Bearbeiter: Tao