Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Heiland
Heiland
heilen Vb. ‘gesund, ganz machen oder werden’. In nhd. mhd. heilen ‘gesund, heil werden oder machen’ sind zwei ursprünglich nach Ableitungssuffixen und Bedeutung geschiedene Verben zu dem unter heil (s. d.) behandelten Adjektiv zusammengefallen, und zwar ahd. heilēn ‘gesund, heil werden’ (um 1000), entsprechend gleichbed., aber anders gebildetem got. gahailnan, und ahd. heilen ‘wiederherstellen, erlösen, (er)retten’ (um 800, giheilen, 8. Jh.) mit asächs. hēlian ‘heilen, sühnen’, aengl. hǣlan, engl. to heal, anord. heila, got. hailjan ‘heil machen’ und (beide Bedeutungen miteinander vereinend) mnd. heilen, hēlen ‘erbitten, wünschen, gesund machen oder werden, erlösen, fest verbinden’, mnl. hēlen, heilen ‘gesund machen, verbinden, gesund, verbunden werden’, nl. helen ‘heilen, wiederherstellen, genesen’. – Heiland m. ‘Erlöser, Retter, Christus’, eigentlich Part. Präs. zum Verb, dessen alter Lautstand sich im Dt. und Nl. erhalten hat, ahd. heilant (8. Jh.) neben heilanto (9. Jh.), heilenti (8. Jh.), mhd. heilant, heilent ‘Erlöser, Retter’, asächs. hēliand, mnd. mnl. heilant, nl. heiland, aengl. hǣlend, mengl. healend. Das westgerm. Substantiv übersetzt kirchenlat. salvātor ‘Retter, Erlöser’ (zu lat. salvāre ‘heilen, retten, erlösen’), das seinerseits griech. sōtḗr (σωτήρ) ‘Retter’ (Neues Testament) wiedergibt, zu griech. sṓzein (σῴζειν) ‘unversehrt am Leben erhalten, bewahren, retten’. Heilquelle f. (19. Jh.), älter Heilquell m. (17. Jh.). Heilkunde f. (18. Jh.). Heilanstalt f. (19. Jh.).