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hefen

ahd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
5 in 5 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Hêfen

Bd. 2, Sp. 1055
Die Hêfen, sing. inus. dasjenige bey einem flüssigen Körper, was durch die Gährung in die Höhe getrieben wird, und sich hernach zu Boden setzet. Bierhefen, Weinhefen, welche auch die Mutter genannt werden. In weiterer Bedeutung wird auch der Bodensatz eines jeden flüssigen Körpers, auch wenn er nicht durch die Gährung niedergeschlagen worden, die Hefen genannt. Daher denn der Bodensatz des Öhles auch unter dem Nahmen der Öhlhefen bekannt ist. Bey den Bierhefen unterscheidet man die[] Gohre, Gäscht, Oberhefen oder Spundhefen, welche in der Gährung oben ausgestoßen werden, und die Unterhefen, Stellhefen oder Backhefen, welche sich nach der Gährung auf den Boden setzen. Das Bier, den Wein, auf den Hefen liegen lassen, ihn von den Hefen ziehen. Etwas bis auf die Hefen austrinken. Die Hefen trinken, figürlich, die unangenehmen Folgen einer Sache empfinden. Die Hefen austrinken müssen, figürlich, eine Strafe nach aller ihrer Schwere empfinden müssen. Auf die Hefen kommen, auf den Hefen sitzen, auf das Äußerste gekommen seyn, nicht weiter können. Nun sitzen wir mit unsrer Weisheit auf den Hefen, Weiße. Er wird nun wohl auch auf die Hefen gekommen seyn, Less. Auf seinen Hefen stille liegen, figürlich, in Ruhe und Sicherheit leben, Jer. 48, 11; Zeph. 1, 12. Figürlich sind die Hefen des Volkes die geringsten, schlechtesten Glieder eines Staates oder eines Volkes. Anm. Obgleich dieses Wort im Hochdeutschen im Plural am häufigsten ist, so ist doch der Singular nicht ganz ohne Beyspiel. Ein Mahl darinnen keine Hefen ist, heißt es Es. 25, 6. In der Oberpfalz ist die Hefe nur allein im Singular üblich. Das Wort stammet von dem Zeitworte heben ab, welches ehedem hefan lautete, weil die eigentlichen Hefen nicht nur in der Gährung in die Höhe gehoben werden, sondern auch andere, besonders flüssige Körper zum Aufblähen und zur Gährung bringen. Aus eben diesem Grunde wird auch der Sauerteig im Oberdeutschen Hebel und Hefel genannt, wo hebeln auch für säuern üblich ist. Die gleichbedeutenden Wörter von Hefen bestätigen diese Ableitung, wohin das in den gemeinen Mundarten gehörige Bärme, welches mit dem Latein. Fermentum überein kommt, von dem alten bären, heben, das Oberdeutsche Gärm, Germ, Görm, Baier. die Gerben, von gähren, das Österreich. Urhab, Ura, Nura, und andere mehr gehören; S. auch Sauerteig. In Steiermark werden die Hefen Gleger, von legen, genannt.
2381 Zeichen · 31 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    hefenst. V. (6)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    hefen , st. V. (6) Vw.: s. heffen

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hefenst. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    hefen , st. V. Vw.: s. heben (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hêfen

    Adelung (1793–1801)

    Die Hêfen , sing. inus. dasjenige bey einem flüssigen Körper, was durch die Gährung in die Höhe getrieben wird, und sich…

  4. Sprichwörter
    Hefen

    Wander (Sprichwörter)

    Hefen 1. Die Hefen gelten oft mehr als der Wein. 2. Die Hefen sind auf dem Boden des Fasses. Holl. : Op den grond van he…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hefen

56 Bildungen · 31 Erstglied · 23 Zweitglied · 2 Ableitungen

hefen‑ als Erstglied (30 von 31)

hefenalaun

DWB

hefen·alaun

hefenalaun , m. alumen faecis, eine art künstlichen alauns, auch drusenalaun. Nemnich.

hefenartig

GWB

hefen·artig

* hefenartig iSv trüb, düster Er [ Leonardo ] mahlte .. mit wenig freundlichem etwas h-en Colorit GWB N3,359,3 FlH V Gesch dKolorits [Meyer]…

hefenbäcker

DWB

hefen·baecker

hefenbäcker , m. bäcker feinerer waare, deren teig durch hefen bereitet wird, weiszbäcker, kuchenbäcker.

hefenbrot

DWB

hefen·brot

hefenbrot , n. roggenbrot, dessen teig mit hefen anstatt des sauerteigs zum aufgehen oder gähren gebracht wird. Jacobsson 2, 246 a .

hefener

DWB

hefe·ner

hefener , hefner , m. aufkäufer von hefen, um diese zu gewerblichen zwecken weiter zu verwenden: es gepewt ein erber rath, das .. die heffne…

hefenkuchen

DWB

hefen·kuchen

hefenkuchen , m. kuchen dessen teig mit bierhefe zum aufgehen oder zur gahre gebracht ist. dimin. hefenküchlein in Nürnberg pfann- oder eier…

hefenreht

KöblerMhd

hefen·reht

hefenreht , st. N. nhd. „Hefenrecht“ Q.: StRNördl (1348/1350) E.: s. hebe (1), reht (1) W.: nhd. DW- L.: DRW

hefenstück

DWB

hefen·stueck

hefenstück , n. ein vorläufig in kleinem masze mit hefen gemachter weizenteig, der bei dem semmelteig die gahre befördert und die hefen zum …

hefenteig

DWB

hefen·teig

hefenteig , m. teig aus weizenmehl, der mit hefen zur gahre gebracht wird.

hefenthran

DWB

hefen·thran

hefenthran , m. bodensatz des thrans: schwarzen oder hefenthran, den man zu wagenschmiere nutzt. Jacobsson 7, 538 a .

hefenwein

DWB

hefen·wein

hefenwein , m. nicht abgezogener, trüber wein: hepfwein sive hefenwein, vinum fecatum, non depuratum. Stieler 2477 .

hefenwust

DWB

hefen·wust

hefenwust , m. : sie hatt ihm hundertmal den degen allbereit gestoszen, bisz ans heft, in rücken und die seit. als sie den unflaht nun hat a…

hefenære

KöblerMhd

hefenære , st. M. nhd. „Hefner“, Hefensieder Q.: NP, Tuch (1464-1475) E.: s. hebe, hepfe W.: nhd. DW- L.: Lexer 83a (hefener), LexerHW 1, 12…

hefen als Zweitglied (23 von 23)

behefen

Lexer

be-hefen stv. s. beheben.

Bierhêfen

Adelung

bier·hefen

Die Bierhêfen , singul. inus. Hefen, welche das Bier durch die Gährung absondert, und welche wieder in Oberhefen oder Spundhefen, und Unterh…

bihefen

KöblerAhd

bihefen , st. V. (6) Vw.: s. biheffen*

Bodenhêfen

Adelung

boden·hefen

Die Bodenhêfen , singul. inus. bey den Bierbrauern einiger Gegenden, die Hefen, welche sich auf den Boden des Fasses zu setzen pflegen, die …

Bottichhefen

Campe

bottich·hefen

Die Bottichhefen , d. Ez. ungew. diejenigen Hefen, welche beim Bierfassen im Gährbottiche zurückbleiben; auch die Bottichbärme.

Fáßhêfen

Adelung

fass·hefen

Die Fáßhêfen , sing. inus. Hefen, welche von dem im Fasse liegenden Biere genommen werden, sich folglich bereits abgearbeitet haben, zum Unt…

Hopfenhèfen

Adelung

hopfen·hefen

Die Hopfenhèfen , sing. inus. die ersten Hefen, welche das gährende Bier zum Spundloche ausstößt, weil sie vielen Hopfen bey sich führen und…

irhefen

KöblerAhd

irhefen , st. V. (6) Vw.: s. irheffen*

Oberhêfen

Adelung

ober·hefen

Die Oberhêfen , sing. inus. diejenigen Hefen, welche das Bier im Gähren oben ausstößet, und welche auch die Spundhefen, die Gahre und der Gi…

Öhlhêfen

Adelung

Die Öhlhêfen , sing. inus, die Hefen von dem Öhle, besonders von dem Baumöhle. S. Adelung Öhldrusen .

schefen

KöblerMhd

schefen , sw. V. Vw.: s. schepfen

Spundhefen

Adelung

spund·hefen

Die Spundhefen , sing. inus. diejenigen Hefen, welche das Bier, nachdem es gefasset worden zum Spundloche auswirft, die Oberhefen, zum Unter…

stellhefen

DWB

stell·hefen

-hefen , m.; bei N. Chomel nur im pl. gebraucht, vgl. auch Adelung 4, 350 . hefe, mit der bier gestellt, d. h. zur gärung gebracht wird: ' d…

ubarhefen

KöblerAhd

ubarhefen , st. V. (6) Vw.: s. ubarheffen*

untarhefen

KöblerAhd

untarhefen , st. V. (6) Vw.: s. untarheffen*

Unterhêfen

Adelung

unter·hefen

Die Unterhêfen , sing. inus. diejenigen Hefen, welche sich während der Gährung des Bieres auf den Boden setzen, und auch Stellhefen heissen;…

Weinhêfen

Adelung

wein·hefen

Die Weinhêfen , sing. inusit. die Hefen des Weines, welche auch wohl die Mutter genannt werden.

ūfhefen

KöblerAhd

ūfhefen , st. V. (6) Vw.: s. ūfheffen*

ūfirhefen

KöblerAhd

ūfirhefen , st. V. (6) Vw.: s. ūfirheffen*

ūzhefen

KöblerAhd

ūzhefen , st. V. (6) Vw.: s. ūzheffen*

Ableitungen von hefen (2 von 2)

behefen

Lexer

be-hefen stv. s. beheben.

hefene

Lexer

hefene s. hebe 2;