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gumpe

mhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gumpe m.

Bd. 9, Sp. 1097
gumpe, m. , vereinzelt f., teich, tümpel; vertiefung im flieszenden gewässer, wirbel. form und herkunft. das wort ist obd., bes. alem. seit dem 14. jh. bezeugt, vereinzelt im 17. jh. md. (B. Schupp schr. 690; fischbüchlein 169), ungewisz im nd.: gumpe germ. sax. gurges Kilian 166a, vgl.gumpen gurges Junius (1567) 426a. apokopiert gumpp (1482) Diefenbach 629b, häufig im 16. jh., modern mundartlich schwäb. Fischer 3, 920; das flexivische -n dringt seit dem 16. jh. auch in den nominativ: gumpen Finckler v. Weyl Olai magni hist. 50; Borstel v. d. lieb Astreae 1, 17; gompen Maaler 189c; heute allgemein in den obd. mundarten; gumpf (1657) bei Fischer schwäb. 6, 2080; Kaltschmidt gesammtwb. (1834) 363a; abgeleitet: gümpel, m., tümpfel, wirbel Rädlein (1711) 1, 416a; kleine wasserbecken, tümpel oder gümpl genannt K. Stieler natur- u. lebensbilder aus d. Alpen (1886) 159; carybdis ... ein dümpffel oder gümpffel Melber vocabul. predicantium (1486) d 2a, vgl. mrhein. westerw. kümpel 'vertiefung, worin sich das wasser sammelt' teil 5, 2613. als verwandt erscheint ahd. gumpiten (acc. sg.) stagnum Notker 2, 211, 3 Piper; vgl. auch unten gunt. wie dieses gumpiten auf ein alpines cumbeta keltischer herkunft zurückgeführt wird, ist entsprechend gumpe von einem alpinen, ursprünglich gall. cumba 'tal' herzuleiten, vgl. Gruber in phil. u. volkstüml. arbeiten K. Vollmöller dargebr. 327 und Meyer-Lübke 2386. bedeutungsmäszig engeren anschlusz an die quelle zeigen formen wie mhd. küme, f., (1345 schweizerdeutsch) 'talschlucht' Lexer 1, 1768; kum, kump, gumm, m., gummi, f., u. ä. 'wellenförmig gekrümmte bodenfläche bes. enge, mulden- oder kesselförmige' Staub-Tobler 3, 290; noch im 16. jh. lebendig: die hohen clausen und gumb Frontinus v. d. guten räthen (Mainz 1532) 35a, erhalten in schweizerischen flurnamen, s. Staub-Tobler a. a. o.; vgl. auch ags. cumb 'a hollow among hills' Bosworth-Toller 173b, neuengl. combe Skeat et. dict. (1888) 123a, desselben kelt. ursprungs wie wahrscheinlich auch mndl. comme, cumme 'door bergen ingesloten vlakte' Verwijs-Verdam 3, 1730 f., neundl. kom. bei der form gumpe u. ä. dagegen besteht stets die vorstellung einer wasserhaltigen bodenvertiefung, auch in flurnamen (vgl. Gruber a. a. o.; Buck flurnamenb. 93). doch läszt der bedeutungsunterschied die herleitung von der gleichen quelle nicht bedenklich erscheinen, zumal der bedeutungswandel des verwandten, in der herleitung vom alpin.-kelt. sicheren gumpiten stagnum in gleicher richtung liegt. jüngeres, auch in alem. mundarten auftauchendes gumpe 'gefäsz' (Fischer schwäb. 3, 921; Staub-Tobler 2, 316; vgl. md. gumpen Ruckert unterfrk. 67; gumpa Sartorius würzburg. 52; gump et gumpe poculum immane Stieler 714; in gleicher bedeutung Kramer teutsch-it. 1 (1700) 576b) gehört zu den besonders md. u. nd. verbreiteten gefäszbezeichnungen wie kumme teil 5, 2588, kump, kumpe, kumpen, kumpf ebda 2611 ff.; vgl. auch Walde-Pokorny 1, 562; alter und verbreitung sprechen gegen die verwandtschaft beider worte. gumpe wird schwach flectiert und zeigt im pl. schweiz. und bair. (hier entrundet) umlaut, s. Staub-Tobler 2, 315; Schmeller-Fr. 1, 915; als fem. seit dem 17. jh. bezeugt: gumpe, f., Hulsius-Ravellus (1616) 148a; Stör (1662) 2, 221a; Stieler 714; im bair. s. Schmeller-Fr. a. a. o. in der blauen gumpe Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 12; örtlich begrenzt auch in schweizer. maa., s. Staub-Tobler a. a. o. bedeutung und gebrauch. 11) 'teich': den vischern von Lffenberg, die von uns belehent sint uf den wegen (d. i. wægen) und vischenczen ... dise vorgenannten wege sint gelegen in Baseler bistuome ... zuo dem breiten wage, zuo der fluohe ... zuo dem gumppen (1347) zs. f. d. gesch. d. Oberrh. 12, 300; fisch zu fahen aus einem wog (d. i. wag) ader gumpen fischbüchl. 169; auch ein besonders tiefer teich oder kleiner see: das er ... den gumpen, darin er oft nahend ertruncken ist, meide S. Franck bei Fischer schwäb. 3, 921; wenn sie (die Lau) im unmut den gumpen übergehen liesz, kam stadt und kloster in gefahr Mörike ges. schr. (1905) 2, 75 Göschen; so auch bildlich: dein billichkeit ist wie ein tiefer gump (abyssus) Züricher bibel (1531) 2, 24c; das verbot der pfaffenehe wer ... doch billich ein bodenloser gump der sünden zu nennen Eberlin von Günzburg sämtl. schr. 2, 29 ndr.; ansammlung von wasser in einer bodenvertiefung, 'tümpel': ein sonn, die ein gumpen mit wasser auszdrücknet Paracelsus chirurg. (1618) 120 Huser; wo aber der mensch zum rechten brunnen nicht gehen will ... und trinckt von den pfützen und gumpen opera (1616) 2, 489 Huser; 'lache, pfütze' Staub-Tobler 2, 316; wo das dachkendel, rinnen oder zinnen an behausungen sich in eigen oder gemein winckel dem trAeff und gefell nach erstrecken und von dannen ... iren fall und auszlauff ... in gruben, gumppen oder ander weg darein versuncken gehabt hetten L. Fronsperger bauordnung (1564) 37a; ein ... wasserschusz ... bildet in ausgehöhlten felsmuscheln zwei kleine, schön bläulichgrüne gumpen H. v. Barth nördl. Kalkalpen 466; nicht wahrhaftig sei, das die wasser also ob den metallen, wie ein gump ist, ein bestimpte zeit standen Thurneisser von wassern (1612) 3; (wundwasser) senckt sich allmal gehn boden und macht ein gumpen, welcher hindert, das die artzney dadurch nit wircken mag Paracelsus chirurg. (1618) 40 Huser; weiterhin als wasserbehältnis: die saurbrünnenlein ... laufen durch ein röhrlein in den underen gumpen und erlustigen den trinkenden mit solcher liebligkeit und gesundheit B. Schupp schr. 690; für brunnen im schwäb. Fischer 3, 921; vgl.kump(f) hess. 'brunnen' teil 5, 2614; vgl. auch schweiz. kum(m)e (1491) 'tiefe wassergrube, eine art cisterne' teil 5, 2589; kumm 'ein aus stein gehauenes wasserbehältnis, cisterne' brem.-ndsächs. wb. 2, 895. 22) vertiefung in flieszendem gewässer: reuma ein gump i. profunditas aquae (15. jh.) Diefenbach nov. gl. 318b; gurges dicit tife des wassers oder gump Altenstaig voc. (1516) 23a; das gestad (ist) allda sandechtig und voll tiefer gumpen H. Megiser newe nortwelt (1613) 172; (es ertranken beim übergang über einen flusz) reuter und pferd, welche durch das starcke antringen der hindersten ... die untiefen verfehlten oder den tiefen gumpen oder krippen zu nahe gekommen französ. Simplicissimus (1683) 1, 428; ich setzte mich an den bach, o bis zu tränen rührten mich die gumpen, die dort mein lustiges bad gewesen Ulrich Bräker (1784) bei Staub-Tobler 2, 316. speciell 'vertiefung im wasser unterhalb des räderwerks der mühle' Martin-Lienhart elsäss. 1, 219b: dahero der gump bei solchen mühlen uf diesen tagh der waszerfrauen stuben genandt wird G. Widman chron. 74 Kolb; so zog der müller unversehens den schlusz auf, und hopps, purzelte einer nach dem andern in den gumpen hinab L. Aurbacher volksbüchlein (1835) 1, 89. 'wirbel': vortex gump (1482) Diefenbach 629b; gurges locus in flumine profundus, in quo aqua vertitur gump Pinicianus (1516) l 1a; nicht immer ist es deutlich, ob der wirbel oder die ihn verursachende tiefe gemeint ist: enzwischen dise orth ein solcher gumpen und wirbel ist, das die schiff, so ... zuo nahend hinzuo kommen, erschnappet in einem trödel herumbgerissen ... werden J. B. Finckler von Weyl Olai magni hist. (1567) 50; ein gumpen und widerwasser, so der felsz zuruck flieszen und als ein würbel machte Borstel von der lieb Astreae (1619) 1, 17; mundartlich als 'strudel, wirbel' auch bei Fischer schwäb. 3, 921.
7540 Zeichen · 223 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gumpeswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    gumpe swv. hüpfe, springe, tanze. Schmeller 1,48. Stalder 1,495. Frisch 1,383. a. Henisch. si gumpet sêr und weret sich …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gumpeSb.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gumpe , Sb. Vw.: s. gumme (1) L.: MndHwb 1/2, 187 (gumpe)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gumpe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Gumpe , des -n, plur. die -n, S. Adelung Kumpf und Adelung Humpe .

  4. modern
    Dialekt
    Gumpef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Gumpe f. : ' Pumpe ', Gump [ PS-Schweix SP-Schiffstdt BZ-Billh ]; vgl. gumpen , Gumpbrunnen . Südhess. II 1520 ; Lothr. …

  5. Sprichwörter
    Gumpe

    Wander (Sprichwörter)

    Gumpe Im Gumpe sinn. – Alsatia, 1851, S. 24. So viel wie verloren sein. Gumpe = tiefe Stelle in einem Gewässer, namentli…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gumpe

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gumpe‑ als Erstglied (30 von 70)

Gumpel II

SHW

Gumpel II Band 2, Spalte 1517-1518

Gumpelbaum

SHW

Gumpel-baum Band 2, Spalte 1517-1518

gumpelen

KöblerMhd

gump·elen

gumpelen , sw. V. nhd. Possen reißen, hüpfen, tänzeln Q.: Jüngl (nach 1280) E.: s. gumpel W.: nhd. DW- L.: Lexer 78a (gumpeln), LexerHW 1, 1…

gumpelhūs

KöblerMhd

gumpel·hūs

gumpelhūs , st. N. nhd. Theater ÜG.: lat. theatrum Voc Q.: Voc (1420) E.: s. gumpel, hūs (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 222 (gumpelhûs)

gumpelig

RhWB

gumpelig -omb- Adj.: 1. elend, schwach, kränklich Saarbr-Gersb. — 2. einfältig, dummgut Birkf-NHosenb .

Gumpel II

RhWB

Gumpel II = hageres Weib s. bei Gumpen.

Gumpeljahr

ElsWB

gumpel·jahr

Gumpelja h r n. Fehljahr (in einem alten Register von Hunaweier ) St. †

gumpelkneht

Lexer

gumpel·kneht

gumpel-kneht stm. er muosz sein ir gumpelkneht ( narr ) Cgm. 379,175 bei Schm. Fr. 1, 915.

gumpelman

Lexer

gumpel·man

gumpel-man stm. BMZ springer, possenreisser Ms. Jüngl. 643. 999 ( oben sp. 732 ist gampelman zu streichen, es ist diese stelle gemeint ). Mo…

gumpelmarket

Lexer

gumpel·market

gumpel-market stm. der gümpelmarkt, darauf man fail hat alt lumpen und alt hadern Keisersb. pr. 45,6.

gumpelmære

KöblerMhd

gumpelmære , st. N. nhd. närrische komische Erzählung, lustige Erzählung Q.: Helbl (1290-1300) E.: s. gumpel, mære W.: nhd. DW- L.: Lexer 78…

gumpeln

DWB

gump·eln

gumpeln , gümpeln , vb. , ableitung von gumpen. 1 1) hüpfen, tänzeln: effen, gumpeln unde liegen mit pârât als ein gumpelman Konrad v. Hasla…

Gumpelnase

RhWB

gumpel·nase

Gumpel-nase -nās Birkf-Oberst , Meis-Raumb , Kreuzn-Strombg Wallhsn f.: verächtl. dicke N.

gumpelnmarkt

DWB

gumpeln·markt

-markt : forum scrutarium Dasypodius (1536) 340 b ; der gümpelmarkt, darauf man feil hat alt lumpen und alt hader Keisersberg predigten (150…

gumpelpfaffe

KöblerMhd

gumpel·pfaffe

gumpelpfaffe , sw. M. nhd. Narrenpriester Q.: Ring (1408/1410) E.: s. gumpel, pfaffe W.: nhd. DW- L.: Hennig (gumpelpfaffe), LexerHW 1, 1118…

Gumpelsee

PfWB

gumpel·see

Gumpel-see m. : ' sumpfige Wiese ', Gumbelsee [ LU-Friesh ]; FlN in NW-Dürkh [Dürkheimer Rundschau 15.6.1950].

gumpelspil

Lexer

gumpel·spil

gumpel-spil stn. BMZ s. v. a. gampelspil Msh. (2,142 b ). Christoph 1286. Kolm. 111,10.